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AUTO-PRIX-F1-GER-QUALIFYING
Nico Rosberg startet in Hockenheim von der Pole Position © Getty Images

Der Deutsche setzt sich im Qualifying gegen Lewis Hamilton durch. Selbst Elektronikprobleme können Nico Rosberg nicht stoppen. Sebastian Vettel enttäuscht.

Mercedes-Pilot Nico Rosberg hat beim Comeback der Formel 1 in Deutschland die Pole Position erobert und greift wieder nach der Führung im WM-Klassement.

Der 31-Jährige verwies im Qualifying von Hockenheim seinen Teamrivalen Lewis Hamilton auf den zweiten Platz und sorgte für Jubel bei den deutschen Fans, die 2014 zum letzten Mal ein Heimrennen gesehen hatten.

Rund eine Zehntelsekunde trennte die Rivalen im Kampf um die Pole, nur sechs Punkte liegt Rosberg im Gesamtklassement vor dem Rennen am Sonntag (ab 14 Uhr im LIVETICKER) zurück.

Rosberg kann Führung zurückholen

Mit einem Sieg in Hockenheim kann Rosberg als WM-Spitzenreiter in die vierwöchige Sommerpause gehen - erst am vergangenen Wochenende hatte Hamilton den Deutschen erstmals in diesem Jahr vom Thron gestoßen.

Die Pole fühlt sich toll an, es war eine großartige Runde. Nach meinen Elektronikproblemen am Anfang von Q3 hatte ich nur eine Chance. Wenn das nicht gut läuft, ist man ganz schnell nur Siebter", sagte Rosberg: "Ich habe keine Ahnung, was es war. Das Gas war einfach weg. Aber ich bin sicher, dass wir das bis morgen in den Griff bekommen."

Der Weltmeister gab sich aber optimistisch für das Rennen: "In Hockenheim kann man sehr gut überholen, auf kaum einem Kurs ist es einfacher.

Vettel hinter Teamkollege Räikkönen

Startplatz drei ging an Red-Bull-Pilot Daniel Ricciardo (Australien) vor seinem Teamkollegen Max Verstappen (Niederlande).

Sebastian Vettel, der im nur 40 km entfernten Heppenheim aufwuchs und am Sonntag sein erstes Heimspiel mit Ferrari bestreitet, belegte den enttäuschenden sechsten Platz noch hinter Kimi Räikkönen im zweiten roten Renner. Der Scuderia droht damit auch in Hockenheim nur die Rolle als dritte Kraft.

"Es war ein bisschen der Wurm drin, die Rundenzeit wollte einfach nicht kommen", sagte Vettel bei RTL: "Ich hatte nicht das Gefühl, dass viel mehr drin gewesen wäre. Es ist bitter, dass wir wieder weiter hinten stehen als geplant."

Strafe für Hülkenberg

Nico Hülkenberg erreichte den guten siebten Rang, wurde am Abend aber auf Platz acht zurückversetzt.

Sein Team hatte am Force India des Emmerichers im ersten Qualifying-Abschnitt Reifen aufgezogen, die nicht mehr hätten benutzt werden dürfen.

Nachwuchshoffnung Pascal Wehrlein überraschte im unterlegenen Manor mit dem 17. Startplatz. Dabei machte der 21-Jährige durch eine Strafe gegen Romain Grosjean (Haas) eine Position gut.

Mick Schumacher zu Gast in Hockenheim

Ein viel beachteter Zuschauer am Hockenheimring war wie schon tags zuvor ein weiterer junger Rennfahrer: Der 17-jährige Mick Schumacher, der in der ADAC Formel 4 gerade an seiner eigenen Motorsportkarriere arbeitet, war am Samstagvormittag in der Ferrari-Box zu Gast und verfolgte das Qualifying aus der Mercedes-Garage.

Sein Vater, Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher, und sein Onkel Ralf hatten einst in Hockenheim gewonnen. Beide schafften dies in Zeiten, als die Formel 1 in Deutschland noch für vollbesetzte Tribünen und lange Schlangen an den Kassenhäuschen sorgte.

Rosberg und Vettel wird diese Aufmerksamkeit längst nicht mehr zuteil, und das ist ein großes Problem für die Streckenbetreiber. Nur noch für diese Saison und für 2018 besteht ein Vertrag mit Formel-1-Boss Bernie Ecclestone, für einen neuen Kontrakt ist der Hockenheimring auf viele Zuschauer angewiesen.

Zukunft in Hockenheim weiter fraglich

Denn die hohen Antrittsgagen machen die Formel 1 nicht nur in Deutschland zum Risikogeschäft. 60.000 Zuschauer hat Hockenheim als Ziel ausgerufen, damit könne ein ausgeglichenes Ergebnis erreicht werden. Am Samstag waren die Tribünen im Motodrom nun teilweise gut gefüllt.

Bis zum Freitagabend waren 54.000 Tickets für den Rennsonntag verkauft worden, zumindest der enttäuschende Wert von 2014 (52.000) war damit schon erreicht. Die Zukunft der Königsklasse in Deutschland hängt wohl dennoch am seidenen Faden.

Im Vorjahr war bereits der Große Preis von Deutschland am Nürburgring ersatzlos gestrichen worden, weil die Streckenbetreiber finanziell nicht mit dem Formel-1-Management übereinkamen.

Auch für 2017 und darüber hinaus sagt Geschäftsführer Mirco Markfort, der Kurs in der Eifel wolle gerne wieder einen Grand Prix austragen, "dafür müssen aber die wirtschaftlichen Rahmendingungen stimmen. Die Formel 1 um jeden Preis können und wollen wir uns nicht leisten."

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