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Der Große Preis von Belgien bot einiges an Spektakel © Getty Images

Spa-Francorchamps - Beim Rennen in Spa bieten ein heftiger Unfall, Rowdy Max Verstappen und Lewis Hamiltons irre Aufholjagd viel Gesprächsstoff. SPORT1 beantwortet die wichtigsten Fragen.

Lewis Hamilton wusste sofort, dass es kein normaler Rennunfall war.

Als der Weltmeister über Funk darauf hingewiesen wurde, dass das Safety Car nach einem Crash von Kevin Magnussen in der sechsten Runde kurz nach der berühmt-berüchtigten Eau Rouge rausgekommen war, erkundigte sich der Brite sofort nach dem Befinden seines Fahrerkollegen.

Der Horrorcrash des Dänen sorgte beim Großen Preis von Belgien in Spa für eine gehörige Schrecksekunde.

Das traditionsreiche Formel-1-Rennen in den Ardennen bot sowieso reichlich Gesprächsstoff. SPORT1 beantwortet die wichtigsten Fragen zum 13. WM-Lauf.

- Warum gab es den Rennabbruch?

Der Horrorcrash von Magnussen ging im Grunde vergleichsweise glimpflich aus.

Der Däne hatte unmittelbar nach der Eau Rouge eingangs Raidillon mit über 300 km/h die Kontrolle über seinen Renault verloren und war in den Reifenstapel gerauscht. Dabei war sogar der Kopfschutz aus dem Cockpit geflogen.

Da die Streckenbegrenzung durch den Crash arg ramponiert war, wurde das Rennen nach einigen Runden hinter dem Safety Car abgebrochen, um die Sicherheitszone wieder instand zu setzen. Nach knapp 20 Minuten wurde das Rennen fortgesetzt.

- Wie geht es Magnussen?

Der Däne konnte nach dem Einschlag selbständig aus seinem Auto klettern, humpelte allerdings sichtlich angeschlagen zum Medical Car.

Nach der Untersuchung im Krankenhaus konnte eine erste Entwarnung gegeben werden. "Er hat eine kleine Schnittwunde am linken Knöchel", teilte Renault mit. Magnussen selbst gab kurz darauf auch via Twitter Entwarnung.

Magnussen ist offenbar mit einem blauen Auge davongekommen, wird aber vor dem anstehenden Rennen in Monza noch einmal eingehend von den FIA-Ärzten untersucht werden, bevor er endgültig grünes Licht für einen Einsatz erhält.

- Was ist nach dem Start in Kurve eins passiert?

Dort haben Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen einen möglichen Podiumsplatz verloren.

Vettel hatte einen guten Start erwischt und wollte außen an Räikkönen und Max Verstappen vorbei. Vettel sah allerdings nur seinen Teamkollegen und nicht, wie Verstappen innen noch durchschlüpfen wollte.

Hier kam es zur Kollision von Max Verstappen (l.), Kimi Räikkönen (m.) und Sebastian Vettel (r.)
Hier kam es zur Kollision von Max Verstappen (l.), Kimi Räikkönen (m.) und Sebastian Vettel (r.) © Imago

Räikkönen wiederum konnte als Sandwich zwischen den beiden Kontrahenten nichts anderes machen, als praktisch tatenlos mit anzusehen, wie sich die beiden Ferrari gegenseitig demolierten. Beide fielen weit zurück und kämpften sich am Ende als Sechster (Vettel) und Neunter (Räikkönen) immerhin noch in die Punkte. 

- Warum sind alle sauer auf Verstappen?

Fans des Youngsters sagen, er fährt wie der junge Michael Schumacher. Kritiker merken an, dass der 18-Jährige mit seiner Fahrweise seit Monaten ein Sicherheitsrisiko darstellt. Zur zweiten Gruppe gehört vor allem Kimi Räikkönen, der sich seit einigen Rennen Scharmützel mit dem Niederländer liefert.

In Spa erneut, als sich Verstappen mit einigen fragwürdigen Manövern an der Grenze des guten Geschmacks gegen den Finnen verteidigte. Und das nicht zum ersten Mal.

Räikkönen schimpfte zunächst über den Funk, anschließend auch in die Mikrofone: "Wenn ich von der Höchstgeschwindigkeit runterbremsen muss und er sich so bewegt, ist irgendetwas nicht richtig. Die FIA scheint das anders zu sehen."

"Es ist mir egal, was andere sagen. Wenn es falsch gewesen wäre, hätten die Stewards eine Strafe ausgesprochen", entgegnete Verstappen auf die Räikkönen-Vorwürfe: "Ich habe einfach meine Position verteidigt. Wenn das jemandem nicht gefällt, ist das sein Problem".

- Wie fuhr Hamilton von Startplatz 21 auf das Podium?

Wie er es sich erhofft hatte: Durch seinen starken Dienstwagen, kombiniert mit Können und einer gehörigen Portion Glück. Glück, dass das Rennen zwischendurch abgebrochen und so das Feld wieder zusammengeführt wurde.

Zu diesem frühen Zeitpunkt lag der Brite nach dem Anfangschaos mit der Kollision zwischen Vettel, Räikkönen und Verstappen sowie fünf Ausfällen sogar bereits auf Platz fünf.

Für seinen Teamkollegen Nico Rosberg und den Zweitplatzierten Daniel Ricciardo reichte es zwar nicht mehr, doch Rang drei ist für den Titelverteidiger angesichts der Umstände ein gefühlter Sieg.

- Was bedeutet das Rennen für die WM?

Rosberg stand nach vier Rennen ohne Sieg endlich mal wieder ganz oben auf dem Podium. Sein Sieg ist allerdings nicht ganz so viel wert wie erhofft. Denn Hamilton hat den Schaden des Motorwechsels maximal minimiert.

Als 21. gestartet, hat der Titelverteidiger unter dem Strich nur zehn Punkte auf Rosberg verloren, neun Zähler Vorsprung hat Hamilton weiterhin. Und das psychologische Momentum auf seiner Seite. Mal wieder. (Die Fahrerwertung)

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