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Sebastian Vettel feierte 2015 seinen vierten Sieg in Singapur - keiner gewann dort so oft wie er
Sebastian Vettel feierte 2015 seinen vierten Sieg in Singapur - keiner gewann dort so oft wie er © Getty Images

Der Biorhythmus und das Zika-Virus machen den F1-Piloten vor dem Nachtrennen in Singapur Sorgen. Doch Sebastian Vettel, Nico Rosberg und Bräutigam Bottas haben ihre Pläne.

Bei Sonnenaufgang ins Hotel zum Schlafen, mittags zum Frühstück und am späten Abend dann im Auto hellwach sein: Für den Großen Preis von Singapur (ab Fr., 10 Uhr im LIVETICKER) werden Ferrari-Star Sebastian Vettel und Co. zu Nachtschwärmern.

Beim Abstecher nach Asien bleiben die Formel-1-Piloten für die Nightsession einfach auf Europa-Zeit gepolt. Zudem bereitet das Zika-Virus den Formel-1-Piloten Sorgen. (DATENCENTER: Der Rennkalender der Formel 1)

"Natürlich mache ich mir als Familienvater über so etwas Gedanken", sagte Mercedes-Fahrer Nico Rosberg vor dem 15. von 21 Saisonrennen in dem Stadtstaat. In Singapur sind aktuell mehrere Fälle von Zika-Virus-Infektionen gemeldet worden.

Spektakel mit tausenden Scheinwerfern

Deshalb wurden bei den meisten Rennställen Fahrer und Mechaniker angewiesen, entsprechende Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen, um nicht von Mücken gestochen zu werden.

Williams-Pilot Valtteri Bottas, der gerade erst geheiratet hat, kündigte trotz zu erwartender Temperaturen von über 30 Grad an: "Ich denke, ich werde meinen Overall anlassen müssen."

Doch das Rennen mitten in der Stadt will sich trotz Zika natürlich kein Fahrer entgehen lassen.

Das Spektakel auf dem Circuit an der Marina Bay gilt als Highlight im Kalender, für das Nachtrennen wird der Kurs mit tausenden Scheinwerfern taghell erleuchtet, die Piloten lieben die besondere Atmosphäre. "Die Strecke sieht unter dem Flutlicht spektakulär aus, und die Stadt lebt das Rennwochenende regelrecht", sagte Rosberg.

Begrüßung mit der falschen Zeit

Doch wenn der Start zum Rennen am Sonntag erfolgt, ist es in Singapur bereits 20.00 Uhr (Rennstart um 14.00 Uhr MESZ, im LIVETICKER). Ungewohnt spät für Formel-1-Fahrer - und deshalb bleiben die meisten nach dem Ausstieg aus dem Flieger einfach in ihrem Europa-Rhythmus.

"Die Zeitumstellung nach Asien ignorieren wir, weil wir alle versuchen, in europäischer Zeit zu bleiben. Du musst ein wenig die innere Uhr überlisten", sagte Red-Bull-Mann Max Verstappen.

Der Niederländer gilt in Singapur als Mitfavorit und erläutert: "Es ist alles verschoben, was witzig ist - du isst Frühstück im Fahrerlager, alle sagen sich 'Guten Morgen', dabei ist es später Nachmittag. Und du isst mitten in der Nacht zu Abend, während alle Leute unterwegs zu irgendwelchen Partys sind. Es ist halt alles ein wenig anders in Singapur."

Kampf ums nächtliche Essen

Für die Umstellung wird nichts dem Zufall überlassen. Vettel, der im Vorjahr in Singapur seinen bislang letzten Sieg gefeiert hat, verdunkelte sein Hotelzimmer in der Vergangenheit auch schon einmal mit Isolierband, damit die Vorhänge ja keine Sonnenstrahlen hereinlassen.

Und Rosberg trainiert auch mal mitten in der Nacht im Fitnessraum, was auch zu kuriosen Begegnungen führen kann: "Die Reinigungsfrauen haben mich angeschaut, als ob ich aus dem Weltraum käme."

Auch Nico Hülkenberg empfindet die Schlafgewohnheiten als "seltsam". Aber der Force-India-Fahrer hat auch noch ganz andere Probleme: Es sei stets ein Kampf, "ein Restaurant zu finden, das nach Mitternacht noch Essen anbietet, wenn wir an der Strecke fertig sind".

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