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Nico Hülkenberg
Nico Hülkenberg wird in der nächsten Saison wahrscheinlich für Renault fahren © SPORT1-Grafik: Philipp Heinemann/Getty Images

München - Der Deutsche wird Force India am Saisonende verlassen. Nico Hülkenbergs neues Team ist Renault. SPORT1 analysiert, was für und was gegen den Wechsel spricht.

Es ist offiziell: Nico Hülkenberg wird Force India am Saisonende verlassen und im nächsten Jahr für Renault auf Punktejagd gehen.

Doch was verspricht sich Hülkenberg von einem Wechsel zu einem Team, das in dieser Saison gerade einmal acht Punkte eingefahren hat – und damit 126 Punkte weniger als sein aktuelles Team Force India?

SPORT1 analysiert, was für und was gegen den Wechsel zu Renault spricht.

Darum ergibt der Wechsel Sinn: 

  • Neues Reglement 

Die miserable Saison 2016 muss nicht bedeuten, dass es auch im nächsten Jahr bei Renault nicht läuft. Der Renault-Motor ist bereits konkurrenzfähig, nur das Chassis macht noch große Sorgen. Doch Regeländerungen im Aerodynamik-Bereich bieten speziell Renault 2017 eine gute Chance, die eigene Leistung in kurzer Zeit deutlich zu steigern.

  • Misserfolg als Chance 

Wie alle Formel-1-Experten hat auch Renault schnell erkannt, dass man mit dem jetzigen Auto kaum Erfolge einfahren wird. Daher hat sich das Team bereits früh auf die Entwicklung des neuen Renaults für die Saison 2017 fokussiert.

  •  Vorteile eines Werkteams

Geld regiert die Welt? Zumindest in der Formel 1. Die Ressourcen, die Renault zu Verfügung stehen, sind für Force India utopisch. Für die nächste Saison rüsten die Franzosen unter anderem mit Ex-Ferrari-Teamchef James Allison in Sachen Personal auf. Auch in der Motorenfabrik in Viry sowie am Chassis-Standort Enstone wird mächtig Geld in die Hand genommen.

  • Prestige / frühere Erfolge

In der Formel 1 spielt das Prestige eines Teams zwar nicht mehr die Hauptrolle, aber der Name Renault in der Formel 1 hat dennoch einen anderen Stellenwert als Force India. Mit 35 Siegen und zwei WM-Titeln mit Fernando Alonso kommt Hülkenberg in ein Team, das weiß, wie man ein Weltmeister-Auto baut.

  • Hohe Ziele

"Nächstes Jahr peilen wir die Top-5 bei den Herstellern an. Im Jahr darauf wollen wir regelmäßig um Podestplätze kämpfen. 2020 wollen wir mit der besten Power Unit und dem besten Chassis um die Meisterschaft kämpfen", sagte Renault Sport Racing-Präsident Jerome Stoll im Juli zu den Zielen des Teams.

  • Force India am Zenit 

Force India holt mit Platz vier in der Konstrukteurswertung aktuell das Maximum aus den eigenen Möglichkeiten heraus. Ein Rückschritt in der nächsten Saison ist deshalb weitaus wahrscheinlicher als ein weiterer Fortschritt.

Darum ist der Wechsel riskant:

  • Mühsame Aufbauarbeit

Auch wenn die Regeländerungen für das nächste Jahr Chancen bieten, ist die Aufbauarbeit eines Werksteams meist sehr mühsam und nimmt mehrere Jahre in Anspruch. Hülkenberg muss daher viel Geduld mitbringen. Nicht ganz einfach, wenn man mit 29 Jahren endlich Siege einfahren will.

  • Tür zu Topteams schließt sich

In der Vergangenheit wurde der zweifelsohne talentierte Hülkenberg immer wieder bei Topteams wie Ferrari gehandelt. Doch mit dem Wechsel zu Renault, das dazu aktuell definitiv nicht zählt, ist mit knapp 30 Jahren dieses Thema vermutlich endgültig vom Tisch. 

  • Größerer Druck

Während man bei Force India bereits mit kleineren Erfolgen zufrieden ist, zählen bei Renault langfristig nur Siege und Podestplätze. Bleiben diese aus oder unterliegt man seinem Teamkollegen, wird man schnell gegen ein junges Talent ausgetauscht.

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