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F1 Grand Prix of Mexico - Qualifying
Nico Rosberg (l.) liegt in der Fahrerwertung 26 Punkte vor Lewis Hamilton (r.) © Getty Images

München - Dank großer Nervenstärke wendet Nico Rosberg im Qualifying einen herben Rückschlag im WM-Kampf ab. Lewis Hamilton zeigt sich davon überrascht. Red Bull macht ihm Hoffnung.

Im Qualifying von Mexiko hatte Nico Rosberg auch eine gehörige Portion Glück gebraucht, um einen großen Rückschlag im WM-Kampf zu verhindern.

Denn als der WM-Leader auf seiner letzten Runde dringend seine Zeit verbessern musste, tauchte plötzlich Kimi Räikkönen in einer engen Schikane vor ihm auf. 

Zu Rosbergs Glück reagierte der Ferrari-Pilot jedoch geistesgegenwärtig und verließ sogar kurz die Strecke, um den Mercedes-Piloten passieren zu lassen - andernfalls hätte Rosberg nicht von Rang zwei, sondern hinter beiden Red Bull ins Rennen gehen müssen.

Rosbergs Fahrweise macht Probleme

Dass es überhaupt so weit gekommen war, hatte sich Rosberg selbst eingebrockt. Der Deutsche fand das ganze Wochenende nie den Speed, den Hamilton an den Tag legte. 

Für Mercedes-Aufsichtsratschef Niki Lauda lagen Rosbergs Probleme an seiner Fahrweise. "Die Reifen sind hier sehr kalt. Lewis kriegte sie mit seiner Fahrweise gerade hin, Nico nicht", sagte Lauda bei Sky

Doch als viele bereits dachten, dass Rosberg gerade damit anfing, wieder einmal die WM zu verspielen, bewies er große Nervenstärke. Er stellte seine Fahrweise um, fuhr aggressiver, und wurde dafür mit Startplatz zwei belohnt. 

Hamilton überrascht von Rosberg

Rosberg hatte angesichts des immensen Drucks seine neue Coolness unter Beweis gestellt. Denn ihm war sicher klar gewesen, dass ein Platz hinter beiden Red Bull in der Startaufstellung nicht nur drastische Folgen für das Rennen, sondern auch für die WM hätte haben können.

Hamilton selbst zeigte sich jedenfalls überrascht davon, dass sein Teamkollege so cool geblieben war und es in letzter Sekunde doch noch in Reihe eins schaffte: "Um ehrlich zu sein hätte ich ihn da gar nicht erwartet. Er kämpfte das ganze Wochenende mit Problemen." 

Dem Weltmeister zufolge hatte Rosberg seine Leistungssteigerung auch ihm zu verdanken. "Er hat ziemlich geschuftet, um herauszufinden, wo er sich beim Setup verrannt hat. Schließlich folgte er meiner Abstimmung und hat es doch noch hinbekommen", sagte Hamilton.

Red Bull macht Hamilton Hoffnung

Rosbergs zweiter Platz dürfte Hamilton ziemlich geärgert werden. Red Bulls Leistung im Qualifying und bei den Longruns am Freitag lässt ihn aber hoffen, dass er zumindest im Rennen die nötige Schützenhilfe von Red Bull erhält.

Nur eine Zehntelsekunde hinter Rosberg und gut drei hinter Hamilton sind für Red Bull ungewöhnlich wenig angesichts dessen, dass Mercedes im Qualifying immer noch einmal Extra-Leistung zuschalten kann. 

Dementsprechend zuversichtlich ist man bei Red Bull für das Rennen. "Da wir morgen auf einer anderen Strategie sind, wird es für sie (Mercedes, Anm. d. Red.) sehr schwierig werden, uns im Griff zu haben", sagte Red-Bull-Teamchef Christian Horner. 

Mercedes beim Start im Nachteil

Red Bull setzt bei der Attacke auf Mercedes vor allem auf die Supersoft-Reifen, mit denen Max Verstappen und Daniel Ricciardo im Gegensatz zu den Mercedes-Fahrern starten werden.

"Beim Start werden wir morgen gegen die Autos von Red Bull Racing im Nachteil sein, weil ihre weicheren Reifen mehr Haftung geben sollten", befürchtet auch Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff. 

In Austin bekam Rosberg dies bereits zu spüren, als Ricciardo an ihm vorbeiziehen konnte - und in Mexiko ist der Weg zur ersten Kurve sogar noch weiter. "Lewis würde es sicher sehr gefallen, wenn wir vor Nico liegen. Wir werden tun, was wir können", kündigte Horner an.

Rosberg wird im Rennen daher erneut seine neue Coolness unter Beweis stellen müssen, denn diesmal hat er sogar gleich drei gefährliche Gegner.

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