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F1 Grand Prix of Bahrain
Sebastian Vettel führt nach dem Sieg in Bahrain die Fahrerwertung in der Formel 1an © Getty Images

Sakhir - Sebastian Vettel ist nach seinem zweiten Saisonsieg - vorerst - die Nummer eins der Königsklasse. SPORT1 nennt Gründe.

Nach seinem beeindruckenden Triumph beim Großen Preis von Bahrain wollte Sebastian Vettel gar nicht mehr raus aus seinem roten Flitzer, den er vor der Saison liebevoll Gina getauft hatte: "In so einem Moment würdest du am liebsten die Zeit anhalten, auf dass die Auslaufrunde ewig dauert, du willst das so lange wie möglich genießen", sagte der 29-Jährige später. (Die Stimmen zum GP von Bahrain)

Ein bemerkenswerter Satz für einen viermaligen Weltmeister, der in der Wüste von Bahrain bereits seinen 44. Sieg in der Königsklasse feiern durfte.

Doch der zweite Sieg im dritten Saisonrennen schmeckte Vettel angesichts der Ferrari-Durststrecke aus den letzten beiden Jahren einfach zu gut.

Lediglich das ungewohnte Rosenwasser, das auf dem Siegerpodest statt des sonst üblichen Champagners gereicht wurde, war nicht so ganz nach Vettels Geschmack. 

Vettel führt Gesamtwertung an

Nach einer ganz starken Vorstellung hat Vettel nun sogar die alleinige WM-Führung übernommen. "Ich schaue noch nicht auf die WM, es ist noch eine lange Saison", sagte er zwar.

Aber mit nun 68 Punkten auf dem Konto hat der Heppenheimer sieben Zähler Vorsprung auf seinen Mercedes-Rivalen Lewis Hamilton. (Die Fahrerwertung der Formel 1)

Der Brite wurde - auch ausgebremst von einer Zeitstrafe - Zweiter. Dahinter landete unter Flutlicht Polesetter Valtteri Bottas im zweiten Silberpfeil auf Rang drei.

Ferrari mit besserer Strategie

Nach drei Rennen ist Vettel erstmal die Nummer eins. Das hätte er sich vor der Saison so nicht erträumt.

Die Gründe? Der Ferrari ist zumindest im Rennen den Silberpfeilen ebenbürtig. Zudem überzeugte die Scuderia wie schon zum Auftakt in Melbourne mit der besseren Strategie - während Hamilton und Mercedes patzten!

"Etwas in meinem Inneren hat mir gesagt, dass wir ein gutes Auto für das Rennen haben", sagte Vettel, der im Qualifying abgehängt worden war, im Rennen aber die beste Strategie hatte: "Wir haben die Ostereier gesucht und sie heute gefunden. Ein schönes Fest für alle."

Hamilton entschuldigt sich

"Ich habe alles gegeben, aber Ferrari hat einen großartigen Job gemacht", sagte Hamilton, der sich einen kleinen Patzer leistete. "Das in der Boxengasse war mein Fehler, aber wir werden zurückschlagen", sagte der 32-Jährige, der wegen Blockierens des Red-Bull-Piloten Daniel Ricciardo eine fünfsekündige Zeitstrafe erhalten hatte.

Im Ziel nach 57 Runden lag Hamilton allerdings 6,660 Sekunden hinter Vettel.

Vettel geht mit frühem Stopp Risiko

Am Ende der zehnten Runde war Vettel ins Risiko gegangen und hatte sich früh neue Reifen geholt. Bottas und Hamilton zogen kurze Zeit später während einer Safety-Car-Phase - verursacht durch einen Unfall von Lance Stroll und Carlos Sainz junior im Toro Rosso - nach, doch Vettel ging in Führung.

Für Verstappen war das Rennen nach einem Bremsschaden derweil zu Ende.

In der Folge konnte sich Vettel in Führung liegend etwas von Bottas lösen. Kurz vor der Halbzeit des Rennens hatte er sechs Sekunden Vorsprung, dann schnappte sich auch Hamilton seinen Teamkollegen.

Vettel blieb auch nach seinem zweiten Boxenstopp vor Bottas, musste sich aber hinter Hamilton einreihen. Mit den neuen Reifen machte er aber schnell Boden auf den Briten gut.

Hamilton schnappt sich Bottas zweimal

15 Runden vor Schluss kam Hamilton dann auch noch einmal zum Reifenwechsel und saß zudem seine Strafe ab. Der Ex-Weltmeister schüttelte dabei mit dem Kopf und fiel danach wieder hinter Bottas zurück.

Mit Wut im Bauch versuchte Hamilton noch einmal alles und zog wieder an Bottas vorbei - doch Vettel gab sich keine Blöße.

Nico Hülkenberg landete in seinem Renault auf Rang neun in den Punkten, Pascal Wehrlein steuerte seinen Sauber bei seinem Formel-1-Comeback auf einen starken elften Platz.

"Er war heute der Beste", sagte Niki Lauda bei RTL über Vettel: "Ferrari hatte die beste Strategie." Der Aufsichtsrats-Boss des Mercedes-Teams erwartet weiter einen harten Fight mit der Scuderia: "Es steht 2:1 für Ferrari. Das wieder auszugleichen, ist extrem schwer. Aber die Mannschaft kann das schaffen."

Bei Vettel hingegen ist die rote Welt erst einmal in Ordnung: "Wir werden jetzt ein bisschen feiern, auch wenn wir wissen, dass wir noch ein paar Schwachstellen haben. Man spürt, dass jeder im Team hungrig ist und weiter nach vorne peitscht, das Pferd muss weiter galoppieren", sagte der glückliche Ferrari-Pilot.

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