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Sebastian Vettel gefiel das Timing seines Teams im Qualifying überhaupt nicht © Imago

München - Sebastian Vettel ärgert sich sehr über das Timing von Ferrari im Qualifying von Silverstone. Für das Rennen ist der viermalige Weltmeister dennoch optimistisch.

Noch hat Sebastian Vettel 20 Punkte Vorsprung in der WM-Wertung auf Lewis Hamilton.

Nach dem Qualifying von Silverstone aber muss der Ferrari-Pilot damit rechnen, dass der große Titelrivale den Rückstand vor heimischem Publikum verringern wird. Denn Hamilton präsentierte sich in der Qualifikation außerordentlich stark. "Ihm steht die Pole-Position heute zu", honorierte Vettel die Leistung des Mercedes-Stars.

Vielmehr ärgerte ihn aber, dass er das Rennen (So., ab 14 Uhr im LIVETICKER) nicht einmal von Platz zwei, sondern nur von Platz drei aus in Angriff nehmen darf. Und das teilte er seinem Team auch deutlich mit.

Vettel flucht Richtung Kommandostand

Schon in der Aufwärmphase zu seiner entscheidenden Runde schickte er über Funk so viele Flüche an seine Box, dass über den offiziellen Kanal fast nur Piepstöne zu hören waren. Die werden immer dann über die Tonspur gelegt, wenn die Wortwahl eines Fahrers nicht jugendfrei ist.

"Was war das für eine Outlap? Was für eine Scheiß-Position, eine absolute Scheiß-Position", ärgerte sich der viermalige Weltmeister über seinen Kommandostand, der ihn seiner Meinung nach zu einem falschen Zeitpunkt auf die Strecke schickte: "Ich war viel zu nah an den Autos vor mir dran."

Vettels Wortwahl ist sicherlich durch die Anspannung im Cockpit zu erklären, doch auch bei der anschließenden Pressekonferenz war sein Ärger noch nicht gänzlich verklungen.

"Der letzte Versuch war etwas beeinträchtigt, weil die Reifen nicht dort waren, wo sie sein sollten", klagte er: "Auf der Aufwärmrunde hätten sie besser sein sollen, aber ich fand mich im Verkehr wieder, wo ich zwischen drei oder vier Autos hing."

So war er am Ende nicht nur mehr als sieben Zehntelsekunden langsamer als Hamilton, sondern verlor auch mehr als zwei Zehntel auf seinen Teamkollegen Kimi Räikkönen.

"Motzki" der Formel 1

Dass er diese ungünstige Ausgangsposition einmal mehr mit markigen Worten kommentierte, verstärkt seinen derzeitigen Ruf als "Motzki" der Formel 1.

Nach dem Rammstoß in Baku gegen Hamilton und den Unterstellungen gegen Schnellstarter Valtteri Bottas in Spielberg wurde diesmal also sein eigenes Team zur Zielscheibe von Vettels Tiraden.

Eine offizielle Reaktion der Team-Verantwortlichen auf die Vorwürfe gab es zunächst nicht. Sie ist auch nicht zu erwarten. Schließlich will sich die Scuderia auf die eigenen Stärken besinnen. Und die waren auch in Silverstone durchaus zu erkennen.

"Gestern waren wir nicht glücklich mit dem Auto, doch heute Morgen war es wirklich gut", lobte Vettel die Entwicklung an seinem roten Renner, dessen Stärke ohnehin im Rennen liegt.

"Morgen sollte es noch besser sein. Wir waren am Sonntag immer näher dran", machte der Deutsche den Ferraristi Mut für das Auswärtsspiel in Großbritannien.

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