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Valentino Rossi musste ausgerechnet beim Saisonfinale in Valencia die WM-Führung abgeben © Getty Images

Valentino Rossi muss weiter auf seinen achten Titel in der Königsklasse warten. Gegen die spanische Armada wird es nicht leichter. Für Rossi könnte sich eine neue Tür öffnen.

Acht – diese Zahl wird Valentino Rossi vorerst weiter verfolgen, nachdem der Italiener beim Saisonfinale in Valencia seinen achten Titel in der höchsten WM-Kategorie knapp verpasst hatte.

Denn mit seinem achten Triumph hätte der Italiener den Rekord seines Landsmanns Giacomo Agostini eingestellt und damit das letzte fehlende Puzzleteil in seiner einzigartigen Karriere hinzugefügt. Bereits seit 2010 wartet Rossi auf diesen verflixten achten Titel.

Rossi lässt sich nicht unterkriegen

Diesmal war es ausgerechnet sein Teamkollege Jorge Lorenzo, der Rossis großen Traum zu platzen gebracht hatte. Zumindest vorerst, denn die MotoGP-Legende denkt trotz des Dramas von Sepang und der daraus resultierenden harten Bestrafung, die ihn den WM-Titel kostete, nicht ans Aufhören.

"Dieser Vorfall wird meine Leidenschaft für den Rennsport nicht beeinflussen und meine Absichten für die Zukunft auch nicht. Keine Angst, ich werde auch 2016 die MotoGP-WM bestreiten, ich habe längst einen Vertrag unterschrieben", beruhigte Rossi seine zahlreichen Fans.

Ob er irgendwann seinen achten Titel in der Königsklasse – und damit seinen zehnten WM-Titel insgesamt – holen wird, lässt sich aktuell nur schwer vorhersagen. Sehr wahrscheinlich ist aber, dass 2016 aus dem Titel-Zweikampf ein Dreikampf wird. (Die Fahrerwertung in der MotoGP)

Revanchiert sich Lorenzo?

In dieser Saison hat sich Marc Marquez mit einem miesen Saisonstart und drei Ausfällen in den ersten sieben Rennen bereits früh alle Chancen auf die Titelverteidigung genommen, doch man kann nicht davon ausgehen, dass dies im nächsten Jahr erneut passiert.

Für Rossi wäre das keine guten Nachrichten, denn dann müsste er sich mit gleich zwei Spaniern duellieren. Und angesichts der Vorkommnisse in diesem Jahr ist es nicht auszuschließen, dass sich Lorenzo revanchieren würde, falls es diesmal am Ende zum Zweikampf zwischen Marquez und Rossi käme.

Rossi muss sowieso hoffen, dass sich die spanische Armada nicht gegen ihn verbündet, denn in der nächsten Saison werden nach der vorläufigen Nennliste zufolge gleich neun der 22 Fahrer aus Spanier stammen.

Konstanz ist Rossis größter Trumpf

Der größte Trumph Rossis wird dabei auch im nächsten Jahr seine Konstanz und seine Fähigkeit sein, immer das Maximum bei jeder Bedingung herauszuholen. Hier war er auch 2015 Lorenzo klar überlegen, was sogar sein Rivale zugibt.

"In manchen Rennen, in denen ich Erster oder Zweiter hätte werden können, hat es geregnet und ich konnte nicht die optimalen Resultate holen. Diese Rennen und der Beginn meiner Saison liefen schlecht", sagte Rossis Teamkollege.

Was passiert nach 2016?

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Jorge Lorenzo (l.) und Valentino Rossi (r.) werden sich auch 2016 einen erbitterten Kampf liefern © Getty Images

Es wird spannend zu beobachten, wie lange die beiden noch Teamkollegen bleiben. Denn auch die lange Saisonpause dürfte die Wogen zwischen den beiden Rivalen nicht glätten.

Wenn ein Fahrer sogar die Disqualifikation seines Teamkollegen fordert, wie es Lorenzo nach dem Rennen in Sepang tat, ist die Beziehung zwischen beiden Piloten wohl nicht mehr zu retten. Dagegen wirken die Mercedes-Piloten Lewis Hamilton und Nico Rosberg in der Formel 1 wie beste Freunde.

Angesichts der angespannten Situation im Team wird sich Yamaha genau überlegen, ob sie den Vertrag mit beiden Fahrern über 2016 hinaus verlängern – zumal sich Rossi noch nicht entschieden hat, ob er danach seine Karriere beendet. Sollte er aber auch im nächsten Jahr konkurrenzfähig sein, ist das für ihn wohl keine Option.

Wechsel zu KTM?

Falls die Beziehung mit Yamaha trotzdem endet, könnte sich für Rossi ein weiteres Türchen namens KTM öffnen.

Die Österreicher werden 2017 in die MotoGPzurückkehren und wären mit Unterstützung des heimischen Sponsors Red Bull durchaus in der Lage einen Rossi-Deal zu stemmen.

All das interessiert Rossi vorerst jedoch herzlich wenig. Sein großes Ziel bleibt weiterhin die magische Acht.

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