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Nach dem 3:0 von David Selke ließ auch Horst Hrubesch seinen Emotionen freien Lauf
Nach dem 3:0 von David Selke ließ auch Horst Hrubesch seinen Emotionen freien Lauf © Getty Images

Nach der Viertelfinal-Gala gegen Portugal legt der Bundestrainer seine Zurückhaltung ab und nennt den Europameister als Vorbild. Niklas Süle sehnt das Traumfinale herbei.

Als die deutschen Fußballer zum ernsthaften Gold-Kandidaten aufgestiegen waren, hüpfte Horst Hrubesch an der Seitenlinie wie ein Flummi auf und ab.

"Hoffentlich hat am Fernseher keiner gesehen, wie ich da rumgesprungen bin. Ich war gut drauf", sagte der DFB-Trainer nach der 4:0 (1:0)-Gala gegen Portugal grinsend, Dann machte er für das restliche Olympia-Turnier eine klare Ansage: "Alles" sei nun möglich.

Kein Wunder also, dass nach der besten Turnierleistung bereits die magischen Worte "Maracana" und "Endspiel" die Runde machten. Das Ziel sei nun das "Finale – am besten gegen Brasilien im Maracana", sagte Niklas Süle, er wolle "das Höchste, was man erreichen kann". (Fußball in Rio: Der Zeitplan der Frauen und Männer)

Auch Weltmeister Matthias Ginter fand die Vorstellung von einem Traum-Endspiel gegen den Gastgeber "nicht so schlecht".

Bald besser als Klinsmann?

Zunächst aber muss am Mittwoch in Sao Paulo (21 Uhr im LIVETICKER) Nigeria, Olympiasieger 1996 und Finalist 2008, aus dem Weg geräumt werden.

In der Corinthians-Arena kann Hrubesch in seinem letzten großen Turnier Geschichte schreiben: Noch nie hat ein DFB-Team ein olympisches Endspiel erreicht. Bei der letzten Teilnahme deutscher Fußballer 1988 in Seoul gewannen Jürgen Klinsmann und Co. Bronze.

28 Jahre später ist Bronze auch für Hrubesch zum Minimalziel geworden. "Ich habe den Spielern gesagt: Tut mir einen Gefallen, lasst uns hier irgendetwas mitnehmen. Wir haben die Qualität", sagte der 65-Jährige.

Gnabry rückt in All-Time-Liste vor

Den Beweis lieferte seine bunt zusammengewürfelte Mannschaft gegen Portugal: Die Revanche für das bittere 0:5 im Halbfinale der U21-EM 2015 gelang eindrucksvoll.

Der in bislang jedem Spiel erfolgreiche Gnabry rückte in der ewigen deutschen Olympia-Torjägerliste mit sechs Toren hinter Gottfried Fuchs (zehn Tore beim 16:0 gegen Russland 1912) auf Rang zwei vor.

Er "denke schon", dass er derzeit die besten Wochen seiner Karriere erlebe, sagte der Führende der Torjägerliste und versprach: "Wir werden jetzt noch einmal alles geben und angreifen."

Nach Stotterstart Turbo gezündet

Angeblich hat Hertha BSC bereits seine Fühler nach dem Arsenal-Profi ausgestreckt. Der lange verletzte Gnabry will indes zunächst seine bislang so erfolgreiche Olympia-Mission beenden.

Längst abgehakt ist der Stotterstart gegen Mexiko (2:2) und vor allem Südkorea (3:3), als erst in der Nachspielzeit der Ausgleich gelang.

"Wir waren eigentlich schon zu Hause. Aber ich habe den Jungs gesagt: So gewinnt man Medaillen", sagte Hrubesch und erinnerte an Portugals EM-Triumph in Frankreich. Cristiano Ronaldo und Co. hätten bekanntlich kein einziges Vorrundenspiel gewonnen, so Hrubesch. Das Ende sei bekannt.

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