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Laura Ludwig (r.) und Kira Walkenhorst gehören zu den Favoritinnen auf Gold © dpa Picture-Alliance

Rio de Janeiro - Laura Ludwig und Kira Walkenhorst schwärmen im Gespräch mit SPORT1 nach ihrem Auftaktsieg vom Stadion an der Copacabana. Und sprechen über ihren Status als Goldfavorit.

Laura Ludwig strahlte bis über beide Ohren, als sie die Mixed-Zone betrat.

Die blaugrünen Augen der Europameisterin aus Hamburg funkelten, Ludwig war sichtlich gut drauf. Grund dafür war nicht nur der souveräne Zweisatzsieg (21:12, 21:15) mit Partnerin Kira Walkenhorst im ersten Spiel des Turniers gegen die jungen Ägypterinnen Nada Meawad/Doaa Elghobashy, sondern vor allem das Drumherum. "Endlich geht es los! Es war genial", sprudelte es aus Ludwig heraus.

Vor allem die 12.000-Zuschauer-Arena direkt an der Copacabana hat es der Europameisterin angetan, wie sie im Gespräch mit SPORT1 verriet: "Ein extrem lautes Stadion. Ich habe viele Deutschland-Rufe gehört und sogar die Wellen vom Meer. Das ist schon cool." Partnerin Walkenhorst kürte das Stadion gleich zu "einem der besten, in dem ich je gespielt habe." Das zeigt: Die beiden fühlen sich wohl und sind zu allem bereit.

Christoph Küppers berichtet für SPORT1 von Olympia 2016 aus Rio de Janeiro
Christoph Küppers berichtet für SPORT1 von Olympia 2016 aus Rio de Janeiro © SPORT1/Getty Images

Duo macht sich keinen Druck

Das ist aber auch nötig. Das Duo ist die deutsche Goldhoffnung der Beachvolleyballer in Rio. Vier Jahre nach dem Überraschungs-Coup von Jonas Reckermann und Julius Brink in London gelten Ludwig/Walkenhorst als große Favoriten. Für Ludwig kein Problem: "Es ist eher die eigene Erwartung, die uns mitspielt, nicht der Druck von außen: Wir wollen Olympia einfach nicht verkacken."

Damit unterstreicht Ludwig das, was viele Experten erwarten: Es soll weit gehen in diesem Turnier. Möglichst ins Finale. Die 27-Jährige sagt: "Wenn wir das so zusammenkriegen wie in den letzten Monaten, können wir einige Teams ärgern!" Und ihre Mitspielerin Walkenhorst fügt hinzu: "Wir gehen das so an: Wenn man Favorit ist, hat man ja eigentlich keinen Druck. Denn wenn man sein Spiel durchzieht, sind wir vorne."

Brasilianer fürchten sich

Klare Ansagen! Zwar müssen sich die beiden Deutschen mit Blick auf das nächste Spiel am Dienstag gegen die Kanadierinnen Broder/Valjas sicher noch steigern - zweifelsfrei sind sie aber gut in Form. Und das macht einigen Konkurrenten Angst. Allen voran den Brasilianern. Einige Medien ernannten die Deutschen im Vorfeld aufgrund ihrer guten Form sogar schon zum "Albtraum".

Die Brasilianer wollen im eigenen Land unbedingt Beachvolleyball-Rache nehmen. Im Finale der Männer vor vier Jahren in London entrissen Brink/Reckermann den brasilianischen Favoriten Alison/Emanuel Gold. Der feste Plan der Brasilianer: An der Copacabana, der selbsternannten Wiege des Beachvolleyballs, soll das nicht noch einmal passieren.

Mit den Weltmeisterinnen Agatha und Barbara sowie dem bei Olympia an eins gesetzten Duo Larissa/Taliata haben sie ebenfalls zwei heiße Eisen im Feuer. Beide Teams haben 2016 allerdings schon gegen Ludwig/Walkenhorst verloren. Die Deutschen sehen einem möglichen Duell entspannt entgegen. "Wir tun gut daran uns auf uns zu konzentrieren und unseren Tunnel zu finden", sagt Walkenhorst.

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Walkenhorst begeistert von Stimmung

Für die 25-jährige gebürtige Essenerin ist das Turnier in Rio die erste Olympia-Teilnahme. "Das ist alles schon sehr krass. Im Training sind wir abgeschottet, hier auf dem Court ist dann Rambazamba." Dennoch wolle sie so viel es geht vom olympischen Gefühl aufsagen. "Wir sind ja für eine Trainingseinheit nach Ipanema an den Strand ausgewichen und haben dort vor über 100 begeisterten Leuten gespielt. Das war mein bisher größter olympischer Moment!"

Gemeinsam mit Partnerin Laura Ludwig sollen nun noch einige dazu kommen. Walkenhorst: "Es gibt noch einige Details zu verbessern. Wir wollen schon am Dienstag noch stärker spielen."

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