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Das Foul gegen Simone Laudehr (M.) war nur eines von vielen, das die Spielerinnen aus Simbabwe an den deutschen Frauen begingen © SPORT1-Grafik: Paul Hänel/Getty Images/dpa Picture Alliance/ARD

Sao Paulo - Das Horrorfoul an Simone Laudehr überschattet den Aufaktsieg des DFB-Teams. Bundestrainerin Neid kritisiert die Schiedsrichterin. Auch die brasilianischen Fans verwundern.

Der bedenklich geschwollene Knöchel von Simone Laudehr führte bei Silvia Neid zu einem dicken Hals.

"Ich bin total zufrieden, dass wir nach diesem Spiel nur eine Schwerverletzte und viele mit kleineren Blessuren haben", sagte die Bundestrainerin im spöttischen Unterton nach dem wahrhaften Härtetest gegen das überharte Team aus Simbabwe.

Nach einem Horror-Foul beim 6:1 (2:0) endete der Abend für die "zusammengetretene" Laudehr im Krankenhaus. Eine MRT-Untersuchung in der Nacht brachte Klarheit über die Schwere der Verletzung: Der Neuzugang vom FC Bayern zog sich einen Außenbandriss am linken Sprunggelenk zu.

Es ist höchst fraglich, dasss Laudehr im Laufe des Turniers nochmal zum Einsatz kommt.

"Nur auf die Knochen"

"Es wäre sehr bitter, wenn Simone ausfällt, wir wissen, was wir an ihr haben", hatte Spielführerin Saskia Bartusiak direkt nach der Partie gesagt. Für solche Notfälle stehen neben dem kleinen 18er-Kader drei Ersatz-Feldspielerinnen parat, vermutlich würde Svenja Huth oder Lina Magull für die 99-malige Nationalspielerin nachrücken.

Neid klagte über die rüde Gangart der Afrikanerinnen: "Da kannst du keinen Ball mehr laufen lassen, da ging es nur noch auf die Knochen." (SERVICE: Olympia-Spielplan Frauenfußball)

Auch die nachlässige Unparteiische Rita Gani aus Malaysia bekam ihr Fett weg: "Ich möchte, dass die Schiedsrichterin die Spielerinnen schützt, gerade nach so einem frühen schweren Foul."

Stattdessen humpelte auch Sara Däbritz nach einem Tritt in die Wade aus der Corinthians Arena von Sao Paulo.

Ein "Harakiri-Spiel" sei der erste Schritt auf dem Weg zum ersehnten Finale am 19. August im Maracana von Rio de Janeiro gewesen, befand Alexandra Popp. Auch sie trug eine Verletzung an der rechten Hand davon. "Das ist aber beim Jubeln passiert", erzählte die Torschützin zum 2:0 schmunzelnd.

Brasilianische Pfiffe verwundern

Nach den fest eingeplanten drei Punkten bleibt den Europameisterinnen kaum Zeit zur Regeneration. Der Tabellenführer der Gruppe F kann bereits am Samstag (18.00 Uhr OZ/23.00 MESZ) gegen Australien das Viertelfinalticket buchen. (SERVICE: Der Olympia-Zeitplan)

Für das große Ziel, den erstmaligen Olympiasieg, muss sich die DFB-Auswahl aber deutlich steigern. "Es ist noch nicht alles rund gelaufen, wir hätten auch noch fünf weitere Tore machen können", sagte Abwehrchefin Bartusiak, die sich auch über die "Fehlerkette" beim unnötigen Gegentor durch Kudakwashe Basopo (50.) ärgerte.

Angreiferin Popp war indes nach dem Abpfiff baff über das Publikum in Brasiliens XXL-Metropole, das die deutsche Mannschaft trotz der unansehnlichen Spielweise der Gegnerinnen kontinuierlich auspfiff.

Ihre spontane Erklärung: "Vielleicht haben die das 1:7 im Halbfinale der WM 2014 gegen Deutschland noch nicht verarbeitet."

Im Stenogramm:

Simbabwe - Deutschland 1:6 (0:2)

Simbabwe: Magwede - Chibanda, Mutokuto, Majika, Makoto - Mandaza - Basopo (81. Jeke), Msipa (81. Kaitano), Nyaumwe, Neshamba (46. Muzongondi) - Makore

Deutschland: Schult/VfL Wolfsburg (25 Jahre/30 Länderspiele) - Kerschowski/VfL Wolfsburg (28/9) ab 72. Kemme/1. FFC Turbine Potsdam (24/30), Krahn/Bayer Leverkusen (31/132), Bartusiak/1. FFC Frankfurt (33/96), Maier/Bayern München (23/42) - Maroszan/Olyimpique Lyon (23/61), Behringer/Bayern München (30/118), Däbritz/Bayern München (21/32) - Mittag/Paris St. Germain (31/139) ab 65. Goeßling/VfL Wolfsburg (30/87), Popp/VfL Wolfsburg (25/69), Laudehr/Bayern München (30/99) ab 19. Leupolz/Bayern München (22/43)

Tore: 0:1 Däbritz (22.), 0:2 Popp (36.), 1:2 Basopo (50.), 1:3 Behringer (53.), 1:4 Behringer (78.), 1:5 Leupolz (83.), 1:6 Chibanda (90., Eigentor)

+++ Die Ergebnisse im Überblick +++

Vorrunde, 1. Spieltag:
Gruppe E:
Brasilien - China 3:0 (1:0)
Schweden - Südafrika 1:0 (0:0)

Gruppe F: 
Kanada - Australien 2:0 (1:0)
Simbabwe - Deutschland 1:6 (0:2)

Gruppe G:

USA - Neuseeeland 2:0 (1:0)
Frankreich - Kolumbien 4:0 (3:0)

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