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John Obi Mikel (links) und Sadiq Umar können den Deutschen gefährlich werden

München - Bevor Hrubeschs Jungs eine Medaille sicher haben, muss im Olympia-Halbfinale Nigeria geschlagen werden. SPORT1 hat die "Super-Eagles" unter die Lupe genommen.

Am heutigen Mittwochabend geht es für das deutsche Olympiateam ums Eingemachte. Im Halbfinale gegen Nigeria (ab 20.45 Uhr im LIVETICKER) hat das Team von Horst Hrubesch die Chance, die erste Medaille für deutsche Fußballmänner seit 1988 festzumachen.

Wie stark die "Super Eagles", der Olympiasieger von 1996, aktuell einzuschätzen sind, ist für die breite Öffentlichkeit schwierig einzuschätzen. Namen wie Saturday Erimuya, Nidfreke Udo oder Sincere Seth sagen nur ausgewiesenen Kennern des internationalen Fußballs etwas.

SPORT1 nimmt den deutschen Gegner unter die Lupe und sagt, auf wen die DFB-Kicker besonderes Augenmerk legen sollten.

Daniel Akpeyi

Colombia v Nigeria: Men's Football - Olympics: Day 5
TORHÜTER : 30 JAHRE © Getty Images

Der Rückhalt der Mannschaft ist Daniel Akpeyi. Neben John Obi Mikel ist der 30-Jährige einer von zwei Spieler, die die Altersgrenze von 23 überschreiten.

Akpeyi spielt in der südafrikanischen Liga bei Chippa United und hielt seinen Kasten in der abgelaufenen Saison in 23 Spielen sieben Mal sauber.
Beim olympischen Turnier gab es zu Beginn ein Torspektakel. Doch beim 5:4 gegen die Japaner hatte der Keeper bei keinem Gegentor eine Mitschuld.

Inzwischen ist der WM-Teilnehmer von 2014 im Wettbewerb angekommen und spielte zweimal zu null.

William Troost-Eking

Der Abwehrchef des Silbermedaillengewinners von 2008 ist William Troost-Ekong. Der gebürtige Niederländer ist mit 22 Jahre alt, mit 1,91 Metern auch sehr kopfballstark und greift außerdem auf eine beachtliche internationale Erfahrung zurück.

Seit 2011 stehen Stationen wie Tottenham, der FC Groningen und Haugesund aus Norwegen in seiner Vita. In der kommenden Spielzeit kehrt der Innenverteidiger nach Belgien zum KAA Gent zurück.

In Rio absolvierte der 22-Jährige alle vier Spiele über 90 Minuten.

John Obi Mikel

FBL-OLY-2016-RIO-NGR-DEN
DEFENSIVES MITTELFELD: 29 JAHRE © Getty Images

Der unangefochtene Star und Spielführer im Team der "Super Eagles" ist John Obi Mikel. Unter diesem Namen kennt ihn die Fußballwelt. Doch vor kurzem ließ er ihn offiziell ändern. Der Nigerianer heißt ab jetzt Mikel John Obi.

Sein Geld verdient der defensive Mittelfeldspieler seit 2006 beim FC Chelsea. Im vergangenen Jahr absolvierte der 29-Jährige vier Spiele in der Champions League, wo er einen Treffer erzielte.

In seiner Zeit in England gewann der Afrikameister die Königsklasse, die Europa League, zweimal die nationale Meisterschaft und auch den FA Cup.

Die Kreativen im deutschen Team, Julian Brandt und Max Meyer, bekommen es also mit einem echten Schwergewicht zu tun.

Video

Oghenekaro Etebo

Furios startete Oghenekaro Etebo in das Turnier. Vier Buden gelangen dem Rechtsaußen beim Sieg gegen die Japaner.

Doch eine Verletzung aus dem dritten Gruppenspiel zwang den 20-Jährigen zu einer Pause. Im Viertelfinale gegen Dänemark konnte er nicht mithelfen. Ob er gegen Deutschland auflaufen wird ist weiterhin fraglich, die Chancen stehen lediglich bei 50:50.

Es wäre eine deutliche Schwächung, wenn Oghenekaro erneut passen müsste. Denn mit dem Spieler von Feirense aus Portugal haben die Afrikaner einen schnellen, zweikampfstarken und schussgewaltigen Flügelstürmer, der die deutschen Außenverteidiger vor Probleme stellen kann.

Sadiq Umar

Colombia v Nigeria: Men's Football - Olympics: Day 5
MITTELSTÜRMER: 19 JAHRE © Getty Images

Niklas Süle, aufpassen! Sadiq Umar ist ein wahrer Gigant im Sturm der Nigerianer.

Er ist trotz seiner 192 Zentimeter beweglich und stark am Ball. In der Gruppenphase erzielte der Mann vom AS Rom zwei Tore, unter anderem das goldene gegen U21-Europameister Schweden. Mit seinem Namensvetter und Sturmpartner Aminu Umar stellt der 19-Jährige einen starken Angriff.

Brandt weiß, dass der deutschen Olympiaauswahl kein Selbstläufer bevorsteht und warnt bei DFB-TV : "Sie sind positiv verrückt, weil sie auch ein großes Risiko gehen. Ich schätze Nigeria als offensivstark und schnell ein."

Deutschland darf sich auf einen harten Fight einstellen. Denn nur wenn die DFB-Elf höher fliegt als die "Super-Eagles", erreicht sie das Finale im Maracana.

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