vergrößernverkleinern
Freiwasser-Rekordweltmeister Thomas Lurz
Freiwasser-Rekordweltmeister Thomas Lurz denkt über ein Comeback nach © Getty Images

Freischwimm-Rekordweltmeister Thomas Lurz kann sich ein Comeback vorstellen. Seine Nachfolger verpassen die Olympia-Qualifikation über 10 Kilometer

Nach dem verlorenen WM-Rennen seiner Nachfolger um die ersten Olympia-Tickets heizte Freiwasser-Rekordweltmeister Thomas Lurz selbst die Spekulationen über eine Rückkehr an.

In meinem Herzen ist auch immer Ehrgeiz drin", sagte der 35-Jährige nach dem Scheitern von Andreas Waschburger und Christian Reichert über zehn Kilometer: "Wenn, dann geht es um Medaillen oder, besser gesagt, um Gold."

Beckenschwimmer auf dem Weg nach Kasan

Während den zurückgetretenen Vorschwimmer daheim in Würzburg der enttäuschende 16. und 18. Rang seiner "Erben" ins Grübeln brachte, machte sich Hoffnungsträger Paul Biedermann mit den Beckenschwimmern auf den Weg nach Kasan.

Paul Biedermann
Paul Biedermann springt am Dienstag erstmals in Kasan ins Becken © Getty Images

Der Weltrekordler, neben Europameister Marco Koch der aussichtsreichste deutsche Medaillenkandidat im umgebauten Fußballstadion der tatarischen Hauptstadt, springt nach dem Trainingslager in der Türkei am Dienstag erstmals ins WM-Wasser und ist als Weltranglistenerster einer der Favoriten über 200 m Freistil.

Hausding zu platt für ein Bier

Mit dem großen WM-Frust kämpften derweil die abgestürzten Goldspringer Patrick Hausding und Sascha Klein. Nach dem enttäuschenden sechsten Platz bei der missglückten Titelverteidigung vom Turm war Hausding sogar für ein Bier "zu platt". Der Berliner Rekord-Europameister hatte mit einem Anfängerfehler bei einem leichten Pflichtsprung früh die Chance auf eine Medaille und das Direktticket nach Rio verspielt.

Jetzt muss das Wassersprung-Duo beim Weltcup in der Olympiastadt im Februar im zweiten Versuch die Reise nach Brasilien buchen. "Wir wissen, dass das kein Selbstläufer wird", sagte Hausding.

Eine zweite Chance haben auch die Freiwasserschwimmer, nachdem Waschburger und Reichert die ersten zehn Olympiaplätze verpassten. Beim Weltcup voraussichtlich im nächsten Juni in Setubal/Portugal kann sich noch ein deutscher Schwimmer für Rio qualifizieren. Das könnte auch Thomas Lurz sein, der am 1. Mai überraschend seinen Rücktritt erklärt hatte.

Rekordweltmeister immer noch im Training

"Ich bin sicher, es rattert jetzt in seinem Kopf", sagte sein Bruder Stefan. Auf "zehn, vielleicht fünf Prozent" bezifferte der Bundestrainer die Chancen auf ein Comeback des erfolgreichsten Freiwasserschwimmers der Welt: "Thomas ist Thomas, mal schauen, er trainiert ja noch." Der Rekordweltmeister ist immer noch für den Testpool der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA) gemeldet und schwimmt jeden Morgen fünf bis sechs Kilometer.

Gold gewann nach 1:49:48,2 Stunden in der Kasanka der Amerikaner Jordan Wilimovsky vor dem niederländischen Europameister Ferry Weertman und dem griechischen Titelverteidiger Spyridon Gianniotis.

Auf der Tribüne drückte Geburtstagskind Angela Maurer vergeblich die Daumen. Die zweimalige Weltmeisterin, die am Montag 40 wurde, hatte ihre Feier sausen lassen. "Dafür ist keine Zeit", sagte die Mainzerin: "Wenn's am Dienstag läuft, wird doppelt gefeiert." Dann schwimmt Maurer um ihre dritte Olympia-Teilnahme. Außerdem will sie Europameisterin Isabelle Härle mit nach Rio nehmen.

Bundestrainer ist zuversichtlich

Erst ab Sonntag kämpfen die Beckenschwimmer um Medaillen. Biedermann und Co. reisten hoffnungsfroh und ohne Wehwehchen nach Kasan. "Das gesamte Team ist gesund und munter, und auch die letzten Ergebnisse waren zufriedenstellend", berichtete Bundestrainer Henning Lambertz.

Vizeweltmeister Koch, vor zwei Jahren in Barcelona einziger deutscher Medaillengewinner, trainiert indes noch bis zum Wochenende in Belek.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel