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Franziska Hentke
Franziska Hentke wurde im Finale über 200 m Schmetterling Vierte © Getty Images

Kasan - Mitfavoritin Franziska Hentke landet bei der Schwimm-WM im Finale über 200 Meter Brust nur knapp hinter einem Podestplatz. Die Goldmedaille geht an eine Japanerin.

Die erste WM-Einzelmedaille für eine deutsche Schwimmerin seit sechs Jahren war zum Greifen nahe - doch auf der Schlussbahn brach Franziska Hentke plötzlich ein.

"Mein erster Gedanke war: Scheiße!", sagte die Magdeburgerin nach ihrem undankbaren vierten Platz im Finale in Kasan über 200 m Schmetterling: "Ich bin zu schnell angegangen. Das hat hintenraus Körner gekostet."

Während Hentke im bisher wichtigsten Rennen ihres Lebens am Ende die Kraft ausging, ließ Marco Koch die Muskeln spielen. Nur 20 Minuten nach Henktes Enttäuschung über den verpassten Podestplatz unterstrich der Europameister als Halbfinalzweiter seine Medaillenambitionen (Der LIVETICKER von SPORT1 zum Nachlesen).

Haarscharf an einer Medaille vorbei

Für Hentke platzte der Traum von Edelmetall dagegen auf brutale Weise. Nur 0,27 Sekunden fehlten der 26-Jährigen (2:06,78), die mit der weltbesten Zeit der Saison nach Kasan gereist und als Mitfavoritin gehandelt worden war, auf den Bronzerang.

"Das ist sehr ärgerlich", sagte Bundestrainer Henning Lambertz: "Die Chance, die sie heute gehabt hat, kommt so schnell nicht wieder."

Doch die WM-Dritte auf der Kurzbahn tröstete sich selbst: "In den letzten Jahren habe ich einen riesengroßen Schritt gemacht. Dass am Ende drei Zehntel gefehlt haben, ist Schicksal."

Größte Rivalinnen fehlten

Die Chancen auf eine Medaille, vielleicht sogar auf das erste WM-Gold einer deutschen Schwimmerin seit Britta Steffens Doppel-Triumph 2009 in Rom, standen gut. Hentkes vermeintlich größte Rivalinnen Katinka Hosszu (Ungarn/Halbfinal-Aus) und Mireia Belmonte (Spanien/verletzt) waren im Endlauf nicht am Start.

Gold ging an die Japanerin Natsumi Hoshi vor der Amerikanerin Cammile Adams und der Chinesin Zhang Yufei.

Die trainingsfleißige Hentke muss dagegen weiter auf ihren großen internationalen Durchbruch warten. Schon bei der Heim-EM in Berlin hatte die deutsche Rekordhalterin als Sechste die anvisierte Medaille verpasst. Trost gab es auch von Vorschwimmer Koch: "Es hat mir super leid getan für sie."

Koch erwartet einen Weltrekord

Mit sich selbst und der Zeit von 2:08,34 Minuten war Koch aber zufrieden. "Ich denke schon, dass man Weltrekord schwimmen muss, um zu gewinnen", sagte Koch und verriet seine Finaltaktik: "Genauso wie heute - und hintenraus ein bisschen schneller."

Im Halbfinale war nur der Japaner Koseki Yasuhiro um 0, 31 Sekunden schneller. Der Essener Christian vom Lehn schied als 16. aus.

Koch soll am Freitag für die dritte Beckenmedaille sorgen, nachdem zuvor schon Weltrekordler Paul Biedermann (200 m Freistil) und die gemischte 4x100-m-Lagenstaffel jeweils Bronze gewonnen hatten. Am drittletzten Wettkampftag rechnet sich auch die 4x200-m-Freistilstaffel mit Biedermann Chancen aufs Podest aus.

Idol van Almsick fiebert mit

Brustschwimmerin Vanessa Grimberg verpasste im Halbfinale über 200 m in persönlicher Bestzeit von 2:25,36 Minuten zwar nur um drei Hundertstelsekunden den acht Jahre alten deutschen Rekord, schied als 14. dennoch aus. Auch für den EM-Zweiten Christian Diener war auf Platz neun über 200 m Rücken im Halbfinale Endstation.

Mit Hentke fieberte auf der Tribüne auch Franziska van Almsick mit, Hentkes Idol zu Teenager-Zeiten.

"Ihre Leistungsentwicklung der letzten Jahre geht stetig nach oben. Wenn man sich das anschaut, weiß man, im nächsten Jahr kommt dann auf jeden Fall die Medaille", sagte die ARD-Expertin.

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