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SWIM-WORLD-WOMEN
Franziska Hentke fehlten nur 0,13 Sekunden zur Goldmedaille © Getty Images

Franziska Hentke lässt die deutschen Schwimmer bei der Weltmeisterschaft erstmals jubeln. Über 200 m Schmetterling muss sie sich nur einer Spanierin beugen.

Franziska Hentke schlug die Hände vors Gesicht, schüttelte ungläubig den Kopf. Dann riss sie die Fäuste hoch und schrie ihre Freude hinaus.

Mit ihrem Silber-Coup in der Duna Arena erlöste die Europameisterin das deutsche Team, die erste WM-Einzelmedaille einer Schwimmerin seit Britta Steffen 2009 beendete die Durststrecke und verhinderte ein Jahr nach dem Olympia-Debakel von Rio de Janeiro eine historische Nullnummer in Budapest.

"Es ist einfach nur geil, dass sich die lange Arbeit endlich ausgezahlt hat", sagte die 28-Jährige, die in 2:05,39 Minuten im Finale über 200 m Schmetterling nur der spanischen Olympiasiegerin Mireia Belmonte den Vortritt lassen musste: "Es kann sein, dass ich sie noch bekommen hätte, wenn die Bahn fünf Meter länger wäre. Aber das ist jetzt scheißegal, ich habe endlich diese blöde Medaille."

Hentke rettete den Deutschen Schwimm-Verband (DSV) vor einem neuen Tiefpunkt. Mit der ersten WM-Medaille auf ihrer Paradestrecke seit Annika Mehlhorn 2001 (Silber) ersparte sie den deutschen Schwimmern die erste Weltmeisterschaft ohne Edelmetall.

Bis zum Abschluss der Wettkämpfe am Sonntag gehen nur noch die deutsche Rekordhalterin Lisa Graf über 200 m Rücken und die Männerstaffeln (Lagen und 4x200 m Freistil) mit Finalchancen ins Wasser - weitere Medaillen sind eigentlich außer Reichweite.

Mit WM-Silber beendete Hentke auch ihren Weltranglisten-Fluch. Zur WM 2015 war sie ebenfalls als Jahresweltbeste angereist, schwamm aber als Vierte knapp am Podest vorbei. Bei Olympia in Rio scheiterte sie als Nummer zwei der Welt schon im Halbfinale. Weil ihr in der Vergangenheit die Nerven oft einen Streich spielten, arbeitete sie verstärkt im psychologischen Bereich. Diesmal kam sie bis auf 13 Hundertstel an ihren deutschen Rekord heran. 

Zuvor erlebten die deutschen Medaillenhoffnungen Marco Koch und Philipp Heintz ein Debakel.

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