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Annika Beck
Annika Beck gewann 2014 das WTA-Turnier in Luxemburg © Getty Images

Im deutschen Damen-Tennis wird bei solch großen Namen wie Petkovic, Kerber und Lisicki eine oft übersehen. Derweil könnte gerade Annika Beck bei den French Open groß auftrumpfen.

Wenn Annika Beck über Paris spricht, strahlt sie. 

"Ich mag die Stadt sehr gerne, ich mag dieses Turnier sehr gerne", sagt sie bei SPORT1. "Ich will hier auf den großen Plätzen spielen", fügt sie selbstbewusst vor ihrer Partie am Freitag (ab 11 Uhr in den LIVESCORES auf SPORT1.de) gegen Elina Svitolina an.

Erstmals steht Beck bei einem Grand-Slam-Turnier in der 3. Runde. Ihr Auftaktsieg gegen die gesetzte Polin Agnieszka Radwanska war vielleicht der bis dato größte Erfolg in ihrer noch jungen Profikarriere. "Alles, was jetzt noch kommt, ist Zugabe", sagt sie über das Turnier in Paris.

Junioren-Siegerin in Paris

Im Kreis so illustrer Spielerinnen wie Andrea Petkovic oder Sabine Lisicki wird die 21-jährige Beck schnell mal vergessen. Dabei ist sie sportlich gesehen die größte Zukunftshoffnung des deutschen Frauentennis.

Julian Ignatowitsch ist für SPORT1 vor Ort bei den French Open in Paris © SPORT1

Bei den French Open wurde Beck 2012 Junioren-Siegerin. Deshalb liegt ihr Paris besonders am Herzen. "Ich unternehme hier auch abseits des Platzes viel, habe mir natürlich schon den Eifelturm angesehen und eine Rundfahrt auf der Seine gemacht", erzählt sie.

Sprung in die Spitze anvisiert

Im vergangenen Jahr gewann sie in Luxemburg ihren ersten Titel auf der WTA-Tour. Den Sprung auf die Tour bei den Erwachsenen hat sie also geschafft, auch wenn sie noch hin und wieder mit Formschwankungen zu kämpfen hat. Jetzt soll der nächste Schritt unter die Top-20 folgen.

"Ich arbeite derzeit daran, dass mein Spiel noch aggressiver und variabler wird", sagt sie, die sich bisher vor allem durch ihre Defensivkünste auszeichnet. Ihr neuer Trainer Robert Orlik soll bei der Umstellung helfen. "Er bringt andere Ansichten und eine andere Ansprache mit."

Eloquent und offen

Eloquent und offen wirkt Beck im Gespräch - ganz anders als so manche verschlossene Tennis-Diva. Ihr Verhältnis zu den anderen deutschen Spielerinnen sei gut, berichtet sie: "Man tauscht sich aus, man verbringt Zeit miteinander".

Trotzdem fällt sie ein wenig aus der so eingeschworenen Fed-Cup-Truppe heraus, nennt stattdessen Novak Djokovic als Vorbild und räumt ein, dass sich die Frauen bei den Männern in Sachen "Strategie und Dynamik" doch einiges abschauen können.

Die etwas andere Tennisspielerin

In ihrer Freizeit spielt Beck gerne Geige und liest. Klassische Musik und Literatur sind unter Profisportlern sicher nicht die weit verbreitetsten Leidenschaften - auch da ist sie anders.

Wenn Beck in Paris noch ein, zwei Runden übersteht, dann wird sie auch wieder auf den großen Courts spielen dürfen. Wie nach ihrem Sieg als Juniorin, da musste sie bei den Profis erstmals auf Court Suzanne Lenglen gegen Victoria Azarenka ran. 

Damals hat sie noch verloren, an das Match denkt sie trotzdem gerne zurück.

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