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Sabine Lisicki nach ihrem Aus bei den French Open
Sabine Lisicki blamierte sich bei den French Open gegen Qualifikantin Veronica Cepede Royg © Imago

München und Paris - Sabine Lisicki fliegt zum Auftakt der French Open krachend gegen eine Qualifikantin raus. Ein Spanier soll sie wieder nach oben bringen. Das Olympia-Aus ist besiegelt, Rittner nennt Gründe.

Sabine Lisicki kämpfte verzweifelt gegen die Blamage und klopfte sich immer wieder auf die Oberschenkel, doch die Flut an Fehlern wollte nach dem großen Regen von Paris einfach nicht enden.

Durch das bittere 2:6, 2:6 in der ersten Runde der French Open (täglich in den LIVESCORES) gegen Qualifikantin Veronica Cepede Royg aus Paraguay hat die Krise der einstigen Wimbledon-Finalistin einen neuen Tiefpunkt erreicht.

Nach der Niederlage verlor Lisicki auch den Kampf gegen die Tränen. Wie ein Häufchen Elend saß sie im kleinen Interviewraum 3 und versuchte sich in Erklärungen. Doch die Art und Weise ließ keinen Zweifel zu: Lisickis sportliche Krise hat sich auch aufgrund der privaten Sorgen weiter verschärft.

Pennettas Erfolgscoach als Hoffnungsträger

"Ich habe momentan einfach keinen Spaß, es passt nichts zusammen. Ich muss jetzt hoffen, dass die Freude wieder zurückkommt", sagte die ehemalige Wimbledon-Finalistin schluchzend: "Ich brauche jetzt Zeit, um mich zurückzuziehen und zu trainieren."

Salvador Navarro mit Flavia Pennetta
Salvador Navarro (l.) führte Flavia Pennetta als Trainer zum Sieg bei den US Open 2015 © dpa Picture-Alliance

In ihrer bislang größten Krise setzt Lisicki nun alle Hoffnung in ihren neuen Trainer Salvador Navarro, der die Italienerin Flavia Pennetta in der vergangenen Saison zur US-Open-Siegerin machte.

Auf den Spanier wartet allerdings viel Arbeit: 34 sogenannte Unforced Errors erlaubte sich die 26-Jährige gegen die Weltranglisten-161. Cepede Royg.

"Sabine war ein Schatten ihrer selbst"

"Sabine war ein Schatten ihrer selbst. Sie wirkte sehr verunsichert, hat momentan einfach kein Selbstvertrauen. Es liegt viel Arbeit vor ihr", sagte die ernüchterte Fed-Cup-Teamchefin Barbara Rittner.

Lisicki verließ nach der Blamage mit hängendem Kopf Court 15. Der graue Himmel am zweiten verregneten Turniertag passte zu ihrer ganz persönlichen Untergangsstimmung.

Veronica Cepede Royg nach dem Sieg gegen Sabine Lisicki
Qualifikantin Veronica Cepede Royg konnte ihr Glück nach dem Sieg über Sabine Lisicki kaum fassen © Imago

Es war bereits die zwölfte Niederlage im 19. Match der Berlinerin in dieser Saison - und die sechste Auftaktpleite im zwölften Turnier 2016. Gegen die Südamerikanerin, die erst zum zweiten Mal in einem Major-Hauptfeld steht, landeten Lisickis Grundschläge immer wieder weit im Aus.

Bezeichnend: Keinen einzigen Breakpunkt konnte sie sich in der nur knapp eine Stunde dauernden Partie erarbeiten. Nur 50 Prozent ihres einst so gefürchteten ersten Aufschlags kamen im Duell mit Cepede Royg überhaupt ins Feld.

Letzte Chance auf Olympia futsch

Damit hat Lisicki auch ihre letzte Chance auf einen Einzelstart bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro im August verspielt. Nach ihrem Sturz aus den Top 50 ist sie derzeit nur noch die deutsche Nummer sechs. Durch den Auftakt-K.o. verliert die frühere Bollettieri-Schülerin weitere Punkte, da sie 2015 in Paris noch in der dritten Runde gestanden hatte.

Doch Lisicki, die zuletzt durch die Trennung von Comedian Oliver Pocher in den Schlagzeilen stand, will weiterkämpfen. "Es ist ein langer Weg zurück, aber ich bin bereit, ihn zu gehen", hatte die einst als "Bum-Bum-Bine" gefeierte Rechtshänderin jüngst betont.

"Wichtig ist es jetzt, die richtigen Leute um sich zu haben. Die braucht man, um Halt zu haben", beteuerte Lisicki. Bei den French Open wird sie noch im Doppel antreten, dann nach Hause fahren - und ab dem 13. Juni auf Mallorca wieder an den Start gehen.

Auch Rittner versucht, Lisicki in diesen schweren Zeiten besonders zu unterstützen.

"Ich will ihr zeigen, dass ich da bin", meinte die Fed-Cup-Teamchefin, die aber kein Blatt vor den Mund nimmt: "Ich sage ihr auch knallhart, was ich denke. Mitleid von außen hilft ihr jetzt am wenigsten."

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