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Ousmane Dembele spielt sich sofort in die Herzen von Europas Fußball-Managern
Ousmane Dembele spielt sich sofort in die Herzen von Europas Fußball-Managern © Getty Images

München - Ousmane Dembele spielt unbekümmert wie ein junges Rehkitz und trifft scheinbar nach Belieben. Borussia Dortmund sticht mit seiner Verpflichtung namhafte Konkurrenz aus..

Ein Schlenzer aus 16 Metern, ein direkt verwandelter Freistoß aus mehr als 30, ein Treffer nach einem Sololauf.

Was braucht es mehr als diese drei wunderschönen Tore während der ersten Halbzeit eines Derbys, um der Welt endgültig zu zeigen, dass die Ligue 1 für Ousmane Dembele "jetzt schon nicht mehr genug ist", wie Yannick Menu, sein langjähriger Förderer in der Jugendakademie von Stade Rennes behauptete?

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Dembele, gerade mal 18, geht deswegen zu Borussia Dortmund. Ein riesiger Coup für den BVB, denn nicht erst seit seinem Hattrick beim 4:1 von Stade Rennes gegen Nantes Anfang März waren alle europäischen Klubs mit dicken Konten hinter ihm her. Dembele macht alle verrückt.

Dembele dreht sofort auf

Seit seinem Ligadebüt Anfang November machte er alle Pflichtspiele für Rennes, erzielte dabei in der Ligue 1 zwölf Tore und bereitete fünf vor. Lohn war die Auszeichnung zum besten Nachwuchsspieler Frankreichs.

Manchester City, FC Chelsea, FC Arsenal, FC Barcelona, FC Bayern, FC Liverpool - sie alle wollten ihn angeblich. Und müssen Dembele in den kommenden Jahren im Dortmunder Trikot zusehen.

Eine Nummer kleiner geht es nicht mehr. "Ich habe Cristiano Ronaldo bei Manchester United spielen gesehen, als er so alt war wie Ousmane jetzt, und Ousmane hat die gleichen Fähigkeiten, die mich an den jungen Cristiano erinnern. Er kann irgendwann einmal Weltfußballer werden", sagte Frankreichs Alt-Internationaler und langjähriger United-Spieler Mikael Silvestre, mittlerweile sportlicher Berater von Stade Rennes.

Barcelona soll 35 Millionen Euro geboten haben

Laut beInSports soll Rennes eine 35-Millionen-Offerte Barcelonas abgelehnt haben für Dembele, der so unbekümmert über den Rasen läuft wie ein Rehkitz, das noch nie einer Wildkatze oder einem Wolf begegnet ist.

Stattdessen bekommen die Franzosen jetzt deutlich weniger für ihn, Dortmund zahlt geschätzte 15 Millionen. Dembele wollte unbedingt zum BVB, ist begeistert vom Fußball unter Thomas Tuchel.

Das heißt aber nicht, dass er nicht demnächst schon wieder weiterziehen könnte, trotz eines Fünf-Jahres-Vertrags. "Ich träume davon, für Barcelona zu spielen. Neymar und Messi inspirieren mich", sagte er im Februar. Bei Barca hätte er aktuell aber noch keine Chance auf regelmäßige Einsätze. Dortmund als Karrierebeschleuniger: Robert Lewandowski hat es vorgemacht, Pierre-Emerick Aubameyang und Henrikh Mkhitaryan können sich mittlerweile ihre nächsten Arbeitgeber fast frei aussuchen.

Auch die Bayern haben noch lange nicht aufgegeben. Im März hieß es bereits, dass Dembele sich mit den Münchnern auf einen Wechsel geeinigt habe. Ganz so weit war es dann doch noch nicht, der Kontakt ist aber längst hergestellt. Und Bayern wird sichergehen, dass er nicht abreißt, bis sich Dembele in ein paar Jahren wieder Gedanken macht über seine Zukunft.

Taktisch noch Luft nach oben

Er hätte sich wohl keinen Gefallen getan, wäre er schon diesen Sommer zu einem der absoluten Topklubs gewechselt. Dortmund ist noch eine Kategorie unter Barcelona und Bayern und hat international einen hervorragenden Ruf als Talentförderer.

Ousmane Dembele wurde Anfang Mai zum Nachwuchsspieler des Jahres der Ligue 1 gekürt
Ousmane Dembele wurde Anfang Mai zum Nachwuchsspieler des Jahres der Ligue 1 gekürt © Getty Images

Genau den braucht Dembele. Er kann zwar unglaublich schnell und unbekümmert über den Rasen hüpfen, mit einer frappierenden Leichtigkeit seine Gegenspieler umdribbeln, und beherrscht auch den Robben-Trick schon ziemlich gut, aber taktisch gesehen hat er noch einige Luft nach oben.

Dembele neigt dazu, nicht unbedingt die richtigen Entscheidungen auf dem Platz zu treffen. Das ist bei Spielern seines Alters üblich und kein großes Problem, bei Bayern oder Barcelona hätte ihm aber erst einmal der Stammplatz auf der Bank gedroht.

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