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München - Der FC Bayern soll an einer Verpflichtung von Ivan Rakitic interessiert sein. Würde ein Transfer des Barca-Mittelfeldstrategen nach München Sinn machen?

Der FC Bayern plant mit Hochdruck die kommende Saison. Vier Zugänge sind bereits fix: Niklas Süle, Sebastian Rudy, Serge Gnabry und Corentin Tolisso.

Der neueste Name auf der Einkaufsliste der Münchner ist Ivan Rakitic. 

Wie die Mundo Deportivo schreibt, fürchtet der Kroate wegen der nahenden Verpflichtung von Marco Verrati beim FC Barcelona um seinen Platz im Mittelfeld und zieht deshalb einen Wechsel in Erwägung. Als mögliches Ziel nennt die katalanische Tageszeitung neben Juventus auch den FCB. Trainer Carlo Ancelotti soll großes Interesse an Rakitic zeigen.

Barca hat eine Saison zum Vergessen hinter sich. Bis auf den Gewinn des eher unbedeutenderen spanischen Pokals gingen die Katalanen leer aus - und mussten obendrein noch mit ansehen, wie ihr Erzrivale Real Madrid das Double aus Meisterschaft und Champions League holte.

Kein Wunder, dass Barca deshalb schon vor der neuen Saison angreifen will - auf dem Transfermarkt. Und vor allem bei Verratti. Der PSG-Star gilt als Wunschspieler von Neu-Trainer Ernesto Valverde für das zentrale Mittelfeld - und hat nach Angaben der Gazzetta dello Sport auch schon seine Zusage für einen Wechsel gegeben. 

Doch wäre die Verpflichtung von Rakitic für die Bayern überhaupt sinnvoll? SPORT1 nennt Pros und Contras.

- Pro: Erfahrung, Qualität, Sprache

Rakitic wäre zwar keine "Granate", wie Präsident Uli Hoeneß sie am Saisonende in Aussicht stellte, jedoch eine hochwertige Verstärkung für die Münchner. 

Der 29-Jährige spielt seit seinem Weggang vom FC Schalke im Sommer 2011 durchweg auf dem höchsten internationalen Level. Er ist erfahren - auch darin, wie man große Titel gewinnt. 

2014 führte der Stratege den FC Sevilla erst zum Gewinn der UEFA Europa League, ehe er Barca ein Jahr später mit einem Tor im Champions-League-Finale gegen Juventus zum Triumph schoss.

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Auch wenn er in der abgelaufenen Spielzeit seltener zum Einsatz kam, ist seine Qualität unbestritten. 

Rakitic würde dem Bayern-Mittelfeld mehr Variabilität verleihen. Er könnte also problemlos die Rolle des abgewanderten Routiniers Xabi Alonso (Karriereende) einnehmen, aber auch auf der "Acht" oder der "Zehn" agieren. 

Ein großer Pluspunkt neben seiner Erfahrung und spielerischen Qualität: Er hätte in München keine Anpassungsschwierigkeiten. Rakitic kennt die Bundesliga und spricht Deutsch - er wurde in der Schweiz geboren.

- Contra: Mittelfeld-Gedränge, Ablöse

Die Bayern haben mit Lyons Shootingstar Tolisso erst einen vielseitigen Mittelfeldmann unter Vertrag genommen.

Sollte der 22-jährige Franzose nicht die Alonso-Rolle einnehmen, wäre eine Rakitic-Verpflichtung gerechtfertigt. So oder so könnte mit ihm ein Überangebot im Mittelfeld entstehen.

Youngster Joshua Kimmich und Zugang Sebastian Rudy wären dann wohl ausschließlich für die Rechtsverteidiger-Position eingeplant. Und Tolisso würde sich mit Thiago, Arturo Vidal, Renato Sanches und Thomas Müller um die zwei weiteren zentralen Mittelfeld-Positionen streiten.

Rakitic wäre zudem nicht billig. Er verlängerte erst im März seinen Vertrag bei Barca bis 2021 - samt utopischer Ausstiegsklausel in Höhe von 125 Millionen Euro.

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Aber: Paris hat Verratti ein derart hohes Preisschild umgehängt (100 Millionen Euro), dass Barca zwangsläufig auch Spieler verkaufen müsste, um den Deal zu finanzieren. Denn abgesehen davon soll in diesem Sommer ja auch noch die millionenschwere Vertragsverlängerung von Superstar Lionel Messi über die Bühne gehen.

Nach jüngsten Berichten soll Rakitic für etwa 50 Millionen zu haben sein - die Hälfte der Summe, die Barca für Verratti zahlen müsste. Fraglich, ob die Bayern bereit wären, für Rakitic so viel Geld vom Festgeldkonto abzuheben.

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