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Max Kepler hat in dieser Saison bereits 15 Homeruns auf dem Konto
Max Kepler hat in dieser Saison bereits 15 Homeruns auf dem Konto © dpa Picture-Alliance

München - Max Kepler setzt seinen Lauf bei den Minnesota Twins fort. Einem Homerun folgt der nächste. Der Deutsche erklärt SPORT1: Die Bälle fliegen einfach nur weiter.

Nichts und niemand kann Max Kepler in diesen Tagen aufhalten, so scheint es.

Der deutsche Jungstar mischt die MLB momentan ordentlich auf. In der Nacht zum Dienstag sorgte der gebürtige Berliner mit drei Homeruns bei den Cleveland Indians für ein historisches Highlight und wurde zum erst fünften Spieler in der knapp 56-jährigen Klubgeschichte seiner Minnesota Twins, dem dies gelang.

Beim 10:6-Erfolg seines Teams an gleicher Stelle legte der Rookie einen weiteren Homerun nach. Es war bereits der 15. in der laufenden Saison für den Rightfielder.

Keplers bemerkenswerter Lauf ist längst in den ganzen USA Gesprächsthema. Das einstige europäische Toptalent entwickelte sich in den letzten Wochen zu einem der heißesten Spieler in der Major League. Seine zwölf Homeruns seit 1. Juli sind ein Liga-Spitzenwert, ebenso die 31 Runs Batted In (RBI) in diesem Zeitraum.

Sein Team übersetzte die Homeruns frei als "Hause laufen" und setzte dafür sogar einen eigenen Hashtag.

Der frühere Regensburger Bundesliga-Spieler ist endgültig angekommen in der besten Baseball-Liga der Welt. Dabei kann er sich seine beinahe unheimliche Serie selbst nicht erklären.

"Die Bälle fliegen einfach krass"

"Ich schlage eigentlich nicht so viele Homeruns. Die MLB-Bälle fliegen einfach krass", erklärt der Shootingstar exklusiv bei SPORT1.

Tatsächlich schaffte der Linkshänder in keinem seiner sechs Jahre in den unterklassigen Minor Leagues mehr als zehn Homeruns. "Ich versuche einfach nur, den Ball hart zu treffen und ins Spiel zu bringen", fährt der 23-Jährige fort: "Sie sagen immer zu mir, ich soll einen größeren Winkel unter den Ball bekommen, um weiter zu schlagen. Dabei weiß ich gar nicht, wie das geht. Es wurde mir nie beigebracht."

Am 1. Juni ist Kepler zum dritten Mal ins MLB-Team der Minnesota Twins berufen worden. Und diesmal scheint es für länger zu sein. Dennoch will sich der Sohn eines professionellen Balletttänzer-Paares seines Stammplatzes nicht allzu sicher sein. "Als Rookie bist du ständig unter Beobachtung. Ich muss jeden Tag um meinen Platz kämpfen, und das ist auch besser so. Jedes Mal aufs Neue meine Arbeit zu verrichten, motiviert mich", sagt Kepler.

Viele Gedanken beim Einschlafen

Trotz seines aktuellen Höhenflugs kann sich der Berliner auch an schlechtere Zeiten erinnern. "Es gibt Tage, an denen ich am Schlag nichts erreicht habe. Da mache mich mir dann beim Einschlafen schon viele Gedanken. Ich will einfach immer etwas erreichen, aber das ist schwer in der Major League", gesteht Kepler im Gespräch mit SPORT1.

Und weiter: "Man stresst sich schon und denkt, vielleicht geht es nächste Woche wieder nach unten, wenn ich keine Hits bekomme. Aber ich lerne ständig, es ist alles ein Prozess, als junger Spieler ist es wichtig, aufmerksam zu sein."

In der aktuellen Form muss sich Kepler über eine Degradierung aber wohl keine Sorgen machen. Mit dem Deutschen in seinen Reihen besserte der dreimalige Meister seine Bilanz ordentlich auf. Zwar sind die Twins mit 42:64-Siegen nach wie vor das schlechteste Team der American League. Von den letzten 60 Partien gewann Minnesota aber etwa die Hälfte. "Es ist einfach geil, jeden Tag spielen zu dürfen", erklärt Kepler.

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