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In Cleveland teilt sich für den "Auserwählten" LeBron James das Menschenmeer

Von Florian Pertsch

München - Alles war angerichtet für die große Rückkehr.

Stars und Sternchen strömten in die Halle, die Cavaliers-Fans hatten den Fan-Shop geplündert. LeBron James zog seine Magnesium-Show vor dem Anschreibetisch ab.

Der verlorene Sohn war zurück in der Heimat, Teil zwei der Königs-Saga konnte beginnen (Die NBA LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM).

Für die Heimpremiere der Cleveland Cavaliers gab es auch den passenden ? sprich schlagbaren - Gegner.

Gegen die New York Knicks wollten die neuformierten Cavs mit Star-Neuzugang Kevin Love, Kyrie Irving und James ein Feuerwerk abbrennen.

Doch stattdessen geriet die Premiere zum Rohrkrepierer (Alles zur NBA auch bei SPORT1 im Free TV - Do. 18 Uhr "Inside US Sports").

Die Knicks entführten den Sieg mit einem beherzten 95:90-Erfolg und zwangen Rookie-Coach David Blatt gleich zur ersten heftigen Gardinenpredigt (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

"Sie sind alle unglaublich nette Menschen und ich bin froh, dass Sie beim morgendlichen Meeting nicht dabei waren", erklärte Blatt den versammelten Medienvertretern: "Ihre Meinung von mir wäre jetzt mit Sicherheit eine ganz andere. Wir mussten innerhalb des Teams ein paar Dinge klarstellen."

"Ich liebe konstruktive Kritik"

Von wegen also Wohlfühloase Cleveland, in der die Siege auf den Bäumen wachsen und der NBA-Titel 2014/15 vom Himmel in die Vitrine der Quicken Loans Arena fällt.

Blatt, Euroleague-Sieger 2014 mit Maccabi Tel Aviv, griff sofort durch und rückte den Stars den Kopf zurecht (

).

"Er hat uns das komplette Meeting lang in die Mangel genommen", erklärte James: "Eine Mannschaft wie wir braucht das. Ich liebe konstruktive Kritik."

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Zuckerbrot und Peitsche für die Cavaliers, eine Herangehensweise, die zu wirken scheint.

Im darauffolgenden Spiel zeigte Cleveland eine deutlich konzentriertere Leistung und setzte sich gegen die Chicago Bulls, den wahrscheinlich stärksten Konkurrenten im Osten, mit 114:108 nach Verlängerung durch.

Produktives Star-Trio

"Gegen New York war ich passiv, diesmal habe ich einfach mein normales Spiel gespielt", zeigte sich "King James" nach der 36-Punkte-Vorstellung zufrieden.

Auch Irving (23 Punkte)und Love (16 Punkte/16 Rebounds) erfüllten die Erwartungen und zeigten nach der pomadigen Leistung gegen die Knicks ihr anderes Gesicht.

Wo stehen die neuformierten Cleveland Cavaliers also nach ihrer ersten NBA-Woche? Was läuft gut, wo drohen die Probleme?

Gegen Chicago zeigte das Trio Irving, Love und James, dass es ein dreiköpfiges Monster sein kann, das in dieser Form in der Liga seinesgleichen sucht.

Arbeitsbiene und LBJ-Kumpel Anderson Varejao sowie Dion Waiters nehmen sich die Offensiv-Krümel, die übrig bleiben.

Soweit so stark, doch sobald Blatt auf seine Bankspieler zurückgreifen muss, gehen die Probleme los.

Bis auf Tristan Thompson gegen die Bulls versagten die Reservisten der Cavs bislang komplett ihren Dienst. Und auch wenn es erst zwei Saisonspiele waren: ein ermutigendes Zeichen ist das nicht.

Viel Spielzeit für "King James"

Mike Miller ist noch ohne Punkt, Shawn Marion bringt es auf zwei Zähler im Schnitt und bei Matthew Dellavedova sind es magere drei.

Da ist es nicht verwunderlich, dass Blatt James bereits zweimal länger spielen ließ, als zunächst geplant.

"39 Minuten wären viel", meinte der Head Coach vor dem Saisonstart, 42 und 43 waren es gegen New York bzw. in Chicago.

"Ich habe gar nicht gemerkt, wie lange ich auf dem Feld gestanden habe. Aber es hat mir nichts ausgemacht", so James.

Clevelands Superstar wirkt vor dem Spiel gegen Portland (ab 4 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 US und LIVESTREAM) überhaupt sehr entspannt.

"Das habe ich so erwartet"

Auch die vielen Turnover in der für viele Cavs recht neuen Princeton-Offense erschrecken James nicht.

"Ich habe das alles schon in Miami erlebt. Es dauert seine Zeit, bis wir uns kennen. Das habe ich so erwartet", fasst James den holprigen Start zusammen.

Insgesamt sieht der viermalige MVP bei seinem neuen alten Team aber einen klaren Aufwärtstrend.

"Gegen New York haben wir einen Schritt zurück gemacht. Danach kamen wieder zwei Schritte nach vorn", bleibt James zuversichtlich: "Wir haben die Möglichkeit, eine sehr gute Mannschaft zu werden. Gegen Chicago haben wir ein erstes Exempel abgegeben."

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