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Dennis Schröder rettet den Ball
Dennis Schröder erzielt in dieser Saison 10,5 Punkte im Schnitt © Getty Images

München - Dennis Schröder wird bei den Atlanta Hawks trotz bester Gesundheit zum Bankdrücker. Coach Mike Budenholzer weicht Fragen aus, eine erzieherische Maßnahme scheint wahrscheinlich.

Dort, wo normalerweise die Statistiken wie Punkte und Assists zu sehen sind, tauchte bei Dennis Schröder der Begriff "DNP – Coach's Decision" auf.

In den letzten zwei NBA-Partien der Atlanta Hawks kam der deutsche Nationalspieler nicht zum Zug. Ein fast schon vergessenes Gefühl für Schröder, der aus diesem Grund zuletzt vor knapp einem Jahr zuschauen musste.

Trotz schwankender Saisonleistungen kam diese Degradierung überraschend. In seinem letzten Einsatz bei den Indiana Pacers erzielte er zwar nur vier Punkte und traf zwei seiner acht Versuche aus dem Feld. In den sieben Partien zuvor hatte Schröder allerdings knapp 14 Zähler im Schnitt aufgelegt (Die NBA auf LIVE im TV auf SPORT1 US ).

Schröder nicht verletzt

Ob die Entscheidung von Mike Budenholzer sportliche Gründe hat, darf also bezweifelt werden. Shelvin Mack, der in Schröders Rookie-Saison den Vorzug vor dem Braunschweiger bekommen hatte, in der aktuellen Spielzeit nominell aber der dritte Point Guard ist, übernahm zuletzt die Spielanteile Schröders.

Der Coach selbst wich Fragen zu Schröder aus.

"Wir wollen unseren Kader entwickeln. Shelvin hat hart gearbeitet. Es ist gut, ihm ein paar Minuten zu geben. Uns liegt auch sehr viel an ihm. Wir brauchen alle 15 Leute im Saisonverlauf", sagte Budenholzer, der zumindest verlauten ließ, dass Schröder nicht verletzt sei.

"Es ist großartig, zwei Spieler zu haben, die attackieren und mit Geschwindigkeit spielen können", so Budenholzer.

Erzieherische Maßnahme?

Diese Geschwindigkeit nutzte Schröder nicht immer zu seinem Vorteil. Denn auch seine Fehlerquote ist hoch, auch deshalb könnte Schröder in Budenholzers "Dog House"  - wie die Amerikaner das zwischenzeitliche Abstellgleis nennen - gelandet sein.

So scheint eine auch menschlich erzieherische Maßnahme im Stil der Spurs relativ wahrscheinlich. In San Antonio, wo Budenholzer jahrelang als Assistenztrainer unter Vertrag stand, bekamen Spieler, die sich nicht dem Teamgedanken unterordnen konnten oder nicht die Anweisungen von Coach Grepp Popovich umsetzten, oftmals eine Denkpause verpasst.

Schröder ließ sich nach dem ersten DNP beim Sieg in Houston zumindest auf Twitter keine Verärgerung anmerken, als er ein Selfie mit den Worten "Ich grinse aus gutem Grund" postete.

Trade möglich

Während der Partie hatte er allerdings demonstrativ seine Schuhe nicht zugeschnürt, was darauf schließen lässt, dass er im Vorfeld Bescheid wusste, dass er nicht zum Einsatz kommen würde.

Auch die Vorbereitung eines Trades ist möglich. Beispielsweise könnte Atlanta Mack präsentieren, um ihn anderen Teams schmackhaft zu machen.

Oder trifft es am Ende sogar Schröder? Dieser hatte vor der Saison bereits verlauten lassen, dass es sein Ziel sei, erster Point Guard zu sein: "Wenn es nächste Saison nicht vorwärts geht, muss man mit den Leuten reden und andere Möglichkeiten suchen."

Aufwärts geht es in dieser Saison nicht. Und sollte das DNP auch in den kommenden Partien aufleuchten, scheint eine Veränderung denkbar.

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