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Russell Westbrook (l.) und seine Thunder haben aktuell Glück mit den Schiedsrichtern © Getty Images

München - Die Fehlentscheidungen zugunsten der Thunder in den Playoffs häufen sich. Zum dritten Mal in nur sechs Spielen profitieren sie entscheidend. Die NBA gesteht kleinlaut.

Verschwörungstheoretiker haben den Grund für den Schiedsrichter-Bonus der Oklahoma City Thunder in den NBA-Playoffs ausgemacht.

Ob die Kooperation mit den Basketballern des FC Bayern München verantwortlich ist, darf jedoch bezweifelt werden (Die NBA-Playoffs LIVE im TV auf SPORT1 US ).

Die Häufung der falschen Entscheidungen zugunsten der Thunder stellt den per Studie nachgewiesenen Dusel der Fußballer ohnehin in den Schatten.

Beim Sieg im ersten West-Finale gegen Meister Golden State profitierten Kevin Durant und Co. zum dritten Mal innerhalb von sechs Spielen in der Schlussminute entscheidend.

"Ich spiele, bis der Schiedsrichter pfeift", meinte Russell Westbrook lapidar. Die Benachteiligten gaben sich deutlich weniger entspannt.

Schrittfehler kostet Warriors Siegchance

Was war passiert? Beim Stand von 105:102 übersahen die Referees 17 Sekunden vor Schluss einen klaren Schrittfehler Westbrooks - es wäre die Chance zum Ausgleich für die Warriors gewesen.

Deren Coach Steve Kerr protestierte energisch und sank vor Schiedsrichter Monty McCutchen demonstrativ auf die Knie. (Die NBA-Playoffs in der Übersicht)

"Ich habe mit den Referees nicht darüber gesprochen. Es war ein Schrittfehler, aber er wurde nicht geahndet. So ist das eben", sagte Kerr nach dem Spiel. Damit sparte er sich viel Geld.

In den Playoffs 2014 hatte sich Clippers-Coach Doc Rivers eine Geldstrafe von 25.000 Dollar für Schiri-Kritik abgeholt. Auch damals hatten die Thunder profitiert, genau wie bei einem Saisonspiel im Dezember. Diesmal biss sich Rivers auf die Zunge.

OKC schon gegen Spurs bevorteilt

Zuletzt hatten schon die OKC-Duelle mit den San Antonio Spurs unter eklatanten Aussetzern der Offiziellen gelitten.

In ihrem Bericht über die letzten zwei Minuten jeder Playoffpartie musste die NBA für Spiel 2 jener Serie gleich fünf Fehler innerhalb der finalen 13,5 Sekunden eingestehen. Von allen profitierte Oklahoma City.

San Antonios Trainerlegende Gregg Popovich tobte auf dem Court und flüchtete sich nachher in seine bekannte Ironie: "Es war doch offensichtlich, was da passiert ist."

Video

NBA räumt Fehler ein

In Spiel 5 ging es weiter. Zunächst wurde Spurs-Guard Danny Green von Gegenspieler Steven Adams ein Bein gestellt. Green fiel in Durant hinein und bekam ein Foul gegen sich.

Kurz darauf foulte Kawhi Leonard Westbrook, um die Uhr anzuhalten. Der Pfiff blieb aus, die Thunder fuhren leichte Punkte und das Spiel ein.

Nun also die Warriors. "Keiner von den Schiedsrichtern kam in eine gute Position, um Westbrooks Schrittfehler zu sehen. Das ist ein unerfreulicher Fehler", erklärte Joe Borgia, der NBA-Vizepräsident für Schiedsrichterwesen.

Videobeweis muss geprüft werden

Die Häufung dieser Patzer sorgt allmählich für Unbehagen.

Schon während der ersten Runde hatte Coach Rick Carlisle von Dirk Nowitzkis Dallas Mavericks eine "schmutzige Spielweise" der Thunder beklagt.

Solange die NBA ihr System des Videobeweises nicht reformiert, ist sie machtlos. Aktuell dürfen nur Fouls, die gepfiffen wurden, überprüft werden - und auch dies nur in der letzten Sekunde, bei Absicht ("Flagrant") oder sogenannten "Clear-Path-Fouls" (letzter Mann).

Die diversen fraglichen Thunder-Szenen fallen nicht darunter, so werden auch die Schiedsrichter zu Leidtragenden - wenn ihnen nämlich Motive für die Fehlentscheidungen unterstellt werden.

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