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Dennis Schröder (l., mit Al Horford) könnte im Sommer bei den Atlanta Hawks das Zepter übernehmen © Getty Images

München - Atlanta dürfte nach der erneuten Klatsche gegen LeBrons Cavs seine Lehren ziehen und im Sommer umbauen. Dennis Schröder könnte der große Gewinner sein.

Schon wieder raus, schon wieder gegen die Cavs, wie im Vorjahr ein deftiges 0:4.

Die Atlanta Hawks stehen nach dem erneuten Playoff-Aus in der NBA gegen Cleveland und LeBron James vor einer ungewissen Zukunft - aber einer Zukunft, in der Dennis Schröder eine große Rolle spielen dürfte.

Denn während zahlreiche Leistungsträger schon zur Trade-Deadline von den Hawks mehr oder weniger offen in der Liga zum Tausch angeboten wurden, hat der deutsche Nationalspieler durch seine starken Leistungen gegen die Cavs reichlich Argumente gesammelt. (Die NBA-Playoffs LIVE im TV auf SPORT1 US)

Schröder sollte das Zepter übernehmen

Schon vor seiner dritten Saison in der NBA hatte Schröder durchblicken lassen, dass er sich mehr Spielzeit und Verantwortung wünscht, mittelfristig starten will.

27 Punkte in Spiel 1 und 21 jetzt in Spiel 4 zeigen, dass der 22-Jährige auch in den Playoffs abliefern kann.

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Zwar hat er immer noch Probleme mit der Konstanz (fünf und acht Punkte in Spiel 2 und 3) und sorgte mit der Dauerfehde mit Bostons Isaiah Thomas nicht nur für positive Schlagzeilen.

Trotzdem ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, an dem Coach Mike Budenholzer und die Hawks Schröder die Zügel in die Hand legen müssen.

Weit weg von Nemesis James

Denn das krachende Aus gegen die Cavs hat klar gemacht, wie weit Atlanta in dieser spielerischen Zusammensetzung von der Spitze im Osten entfernt ist.

Gegen Teams von Nemesis LeBron James lautet die erschütternde Bilanz der Hawks in den Playoffs sogar 0:12. Mehr ist für diese Hawks offensichtlich nicht drin.

Ein Umbruch im Sommer scheint daher unumgänglich

© SPORT1

Konkurrent Teague teurer und älter

Big Man Al Horford wird im Sommer Free Agent. Und Schröders Konkurrent auf der Spielmacherposition, Jeff Teague, ist durch den Aufstieg des jungen Deutschen entbehrlich - und einiges spricht für einen Trade.

Teague ist nur noch ein Jahr vertraglich gebunden, könnte also 2017 ohne Gegenwert gehen. Jetzt könnten ihn die Hawks noch für Verstärkungen traden.

Zwar gab es angesichts des Luxusproblems auf der Eins auch die Möglichkeit, Schröder zu traden (vor der Trade-Deadline platzte ein Wechsel zu den Philadelphia 76ers), aber mehr spricht für einen Abschied von Teague.

Der Starter wird im Sommer 28 Jahre alt, belastet durch das deutlich höhere Gehalt (acht Millionen) den Salary Cap mehr als Schröder (2,4 Mio.). Schröder wird 2017 zudem nur Restricted Free Agent, das heißt, Atlanta kann mit jedem Vertragsangebot eines anderen Teams mitgehen und ihn so langfristig halten.

Teague musste auf der anderen Seite ohnehin schon mehrfach auf der Bank Platz nehmen, wenn der Deutsche aufdrehte. Im vierten Viertel von Spiel 4 stand er keine Sekunde auf dem Platz.

Budenholzer gab Schröder die Verantwortung.

Nets als Abnehmer?

Einen Abnehmer für Teague zu finden, dürfte für Atlanta kein Problem werden. Mit Mike Conley ist im Sommer nur ein Elite-Aufbau auf dem Markt.

Die Brooklyn Nets brauchen einen Point Guard, neuer Trainer ist der frühere Hawks-Assistent Kenny Atkinson - der nicht nur Teagues Entwicklung mitgestaltet hat, sondern auch ein enges Verhältnis zum Point Guard hat. Auch die New York Knicks können einen Regisseur gebrauchen.

Mit einem Trade von Teague könnte Atlanta zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Verstärkung auf anderen Positionen und Bahn frei für Schröder.

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