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Dirk Nowitzki spielt seit 1999 in der NBA für die Dallas Mavericks © getty images

München - Auch im fünften Jahr in Folge verpatzen die Mavericks die Free Agency. Ein Neuaufbau ist unausweichlich. Dirk Nowitzki muss die Konsequenzen ziehen - auch für Dallas.

Murmeltier, Dinner for One oder einfach Dallas Mavericks im Juli.

Jedes Jahr aufs Neue geht Dirk Nowitzkis Team auf die Jagd nach dem großen Fisch, nur um am Ende mitten auf dem leergefegten See zurückzubleiben.

Nach dem NBA-Titel 2011 versuchte Teameigentümer Mark Cuban fünf Jahre lang vergeblich, einen neuen Superstar nach Dallas zu holen und verschwendete damit Nowitzkis goldenen Karriereherbst.

Am ersten Tag der Free Agency 2016 ergänzten Hassan Whiteside, Mike Conley und Nicolas Batum die lange Liste an Fehlschlägen. Selbst die 1C-Lösungen Matthew Dellavedova oder Jeremy Lin hatten keine Lust und sackten anderswo die Millionen ein. (Alles zur Free Agency im SPORT1-Transferticker)

Die große Frage ist nun, was aus Nowitzki wird. Die Mavs und die größte Teamlegende stehen am Scheideweg. Eine Trennung wäre die einzig sinnvolle Lösung.

Nowitzki in der Zwickmühle

Eigentlich stieg Nowitzki aus seinem Vertrag aus, um ein weiteres Mal den finanziellen Spielraum für neue Stars zu schaffen. Der erneute Fehlschlag sollte ihn zum Umdenken bewegen.

Statt seine letzten Jahre in der NBA auch noch in der Mittelmaß-Mühle der Western Conference zu bringen, sollte er einen Titelkandidaten als wertvoller Rollenspieler ergänzen.

Nach dem Saisonende hatte der 38-Jährige betont, nur im Falle eines totalen Neuaufbaus gehen zu wollen: "Ich möchte mich immer auf höchstem Level messen. Wenn die Mavs einen Umbruch machen wollen, müssen wir schauen. Für Rückschritte bin ich nicht zu haben."

Draft-Flops als großes Handicap

Genau das könnte jetzt in Dallas drohen, tatsächlich ist es der einzig gangbare Weg für Cuban und Teampräsident Donnie Nelson.

Ihre völlige Unfähigkeit, über den Draft frisches Talent in den Kader zu bringen und zu entwickeln, eliminiert auch die Möglichkeit, mit Trades Topspieler zu holen.

Jetzt einmal mehr Nowitzki mit besseren Durchschnittsspielern wie Jordan Hill zu umgeben, um wieder um die Ränge acht bis elf zu spielen, würde das Unausweichliche nur weiter hinauszögern. Aktuell ist nicht einmal das drin.

Umdenken bei den Mavericks?

Die Realität sieht anders aus. Weiter mit Nowitzki zu spielen, bringt den Mavericks nichts. Sie müssen jetzt ihre wenigen Talente wie Dwight Powell und Justin Anderson von der Kette lassen und Spieler mit Trade-Wert wie Wes Matthews oder J.J. Barea auf den Markt werfen.

Dann müsste Cuban sogar über einen Trainerwechsel nachdenken, denn Rick Carlisle ist bei aller unbestrittenen Klasse kein Coach, der jungen Spielern vertraut.

Die Weigerung Chandler Parsons - der größten Verpflichtung der vergangenen Jahre – einen Maximalvertrag anzubieten, könnte auf ein Umdenken hindeuten. "Am schlimmsten wäre, wenn wir für Mittelmaß zu viel bezahlen würden", sagte ein anonymer Mitarbeiter ESPN.

Beide Seiten müssen egoistisch sein

Selbst die Fans wünschen Nowitzki ein würdigeres Karriereende im Rampenlicht. Seine Loyalität und der Kampf, ihm das bestmögliche Team zur Seite zu stellen, bremsen aber die Franchise.

Um den Titel werden die Mavericks über Jahre nicht mehr spielen, seine Statue vor dem American Airlines Center ist Nowitzki sicher - jetzt müssen beide Seiten an sich denken.

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