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In der kommenden Saison könnten fünf Deutsche in der NBA auflaufen © Credit: SPORT1-Grafik: Davina Knigge/ Getty Images/ Picture Alliance

München - Neben Dirk Nowitzki und Dennis Schröder spielen drei Deutsche in der NBA-Preseason. Doch wie sehen ihre Chancen während der Saison aus? SPORT1 macht den Check.

Fünf Deutsche in der NBA, das gab es noch nie. Neben dem Trio Dirk Nowitzki, Dennis Schröder und Paul Zipser, das schon in der vergangenen Saison für ihre Teams in der NBA auf dem Parkett stand, sind in diesem Jahr zwei vielversprechende Neulinge dazu gekommen.

Daniel Theis könnte für die Boston Celtics sogar im Saisoneröffnungsspiel an der Seite von Kyrie Irving auflaufen und Maxi Kleber beerbt vielleicht eines Tages das deutsche Aushängeschild Nowitzki bei den Dallas Mavericks (Die NBA LIVE im TV auf SPORT1 US ).

Doch wie groß sind die Chancen, dass ab dem 17. Oktober wirklich fünf Deutsche in der NBA auflaufen? Was kann der alte Hase Nowitzki mit den Mavs reißen und wie sieht die Lage bei Schröders Hawks aus? SPORT1 macht den Check vor einer potenziell historischen Saison.

Dirk Nowitzki, Dallas Mavericks 

Dirk Nowitzki geht in seine mittlerweile 20. NBA-Saison. Der 39-Jährige lässt es in der Preseason für die Dallas Mavericks daher ruhiger angehen.

Von bisher vier Spielen stand Nowitzki dreimal auf dem Court und zeigte dabei mit durchaus guten Rebound-Werten, dass er fit ist. Spannend wird sein, wie er mit der neuen Rolle als Center umgeht, die er nun erstmals über einen längeren Zeitraum ausfüllen soll.

Die Theorie von Coach Rick Carlisle ist, Nowitzki defensiv zu verstecken und im Angriff den Gegenspieler mit dem guten Schützen aus der Zone zu ziehen und so Räume für die Guards und Harrison Barnes zu öffnen. Einige Meilensteine stehen ebenfalls an, zum Beispiel die Schallmauer von 50.000 Minuten.

Die Playoffs sind im Optimalfall - falls Rookie Dennis Smith einschlägt - drin, der große Run am Ende von Dirkules' Karriere wird aber wahrscheinlich ausbleiben. Spannend wird sein, ob Dallas am Ende der Saison die Team-Option zieht und Nowitzki womöglich sogar seine 21. NBA-Saison spielt. 

Dennis Schröder, Atlanta Hawks

Dennis Schröder hat bis 2021 einen Vertrag bei den Atlanta Hawks und verdient dabei 15,5 Millionen Euro pro Jahr. Er ist der unangefochtene Leader bei den Hawks, die Nummer eins auf der Position des Point Guards und hat eine starke Europameisterschaft gespielt.

Eigentlich müsste der 24-Jährige bei den Hawks auf Wolke sieben schweben, doch Atlanta hat ein ziemlich schlechtes Team. Nachdem die Hawks 2015 noch im Conference Final standen, verloren sie praktisch alle ihre Leistungsträger und formieren sich jetzt um Schröder komplett neu.

Atlanta wird aber wahrscheinlich nichts mit dem Rennen um die Playoffs zu tun haben. Die Frage ist, wächst Schröder in die Rolle des Leaders hinein? Der Start ist mit der Verhaftung wegen des Verdachts auf Körperverletzung nicht unbedingt gelungen.

Paul Zipser, Chicago Bulls

Auch Paul Zipser stand schon in der vergangenen Saison in der NBA auf dem Parkett. Nach dem Draft 2016 steht nun der nächste Schritt bei den Chicago Bulls an. Der 23-Jährige startete bisher bei allen Preseason-Spielen und soll laut der Chicago Tribune wohl auch als Starter für die reguläre Saison eingeplant sein.

Bisher kam Zipser auf knapp neun Punkte pro Spiel. Nach den Wechseln von Dwyane Wade und Jimmy Butler ist nun viel Platz auf den Flügeln der Bulls. Dazu fällt der etatmäßige Shooting Guard Zach LaVine auch noch lange verletzt aus.

Persönlich bedeutet das für Zipser, der noch bis 2020 einen Vertrag bei den Bulls hat, viel Spielzeit beim Team im Umbruch und damit die Chance sich weiterzuentwickeln. Für Chicago wird es aber sehr schwierig, wesentlich mehr als 20 Spiele zu gewinnen.

Daniel Theis, Boston Celtics

Daniel Theis ist einer von zwei interessanten deutschen Rookies in der NBA. Der Ex-Bamberger zeigt bei den Boston Celtics bisher sehr starke Leistungen und knüpft an seinen Auftritt bei der Europameisterschaft an.

In Boston hat sich in der Offseason viel getan. Der 25-Jährige hat mit Kyrie Irving im Team als einziger des deutschen Quintetts gute Chancen auf die Finals in diesem Jahr. Hinter Al Horford wird Theis aber um seinen Kaderplatz und Minuten kämpfen müssen.

Mit einem Vertrag bis 2019 scheint zumindest die nähere Zukunft von Theis bei den Celtics gesichert. Der eine oder andere Abstecher in die G-League wird sich dennoch nicht vermeiden lassen.

Maxi Kleber, Dallas Mavericks

Maxi Kleber komplettiert das deutsche Quintett. Nachdem Kleber schon 2014 gedraftet wurde, steht der Ex-Bayer jetzt im Kader der Mavericks.

Der 25-Jährige absolvierte zwar alle Preseason-Spiele der Mavs, doch es bleibt abzuwarten, ob sein solides Spiel reicht und er den letzten Roster-Cut von derzeit 20 auf 15 Spieler übersteht.

Klebers Vertrag enthält nämlich keine vollständige Garantie. Am wahrscheinlichsten ist, dass er die Saison in der G-League beginnt. Gegen Zipsers Bulls zeigte er aber sein Potenzial. Kleber trifft seine Dreier und spielt effizient. 

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