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Peyton Manning brachte gegen Pittsburgh 21 seiner 37 Pässe an den Mann und verbuchte 222 Yards Raumgewinn
Peyton Manning brachte gegen Pittsburgh 21 seiner 37 Pässe an den Mann und verbuchte 222 Yards Raumgewinn © Getty Images

Denver und München - In den Playoffs geht's mit Peyton Mannings Leistung oft bergab. Auch gegen die Steelers bleibt er ohne Touchdown - und triumphiert doch. Das lässt die Broncos hoffen.

577 Mal hat Peyton Manning in seiner NFL-Karriere den Ball erfolgreich in die Endzone geworfen - 539 Mal in der Regular Season, immerhin 38 Mal in den Playoffs.

Beim 23:16 in den Divisional Playoffs gegen die Pittsburgh Steelers gelang dem Quarterback der Denver Broncos kein Touchdown-Pass. Und doch war es ein triumphaler Abend für den 39-Jährigen.

Die Playoffs und Manning - so richtig passte das bisher nicht zusammen. Klar: 2007 führte der damals 30-Jährige die Indianapolis Colts in Super Bowl XLI zum Sieg über die Chicago Bears. Ansonsten ist Mannings Playoff-Bilanz für einen Spieler seines Formats aber eher mäßig.

Der Gegensatz zu Brady

In der Regular Season wusste er immer zu glänzen: Manning hält unter anderem die Rekorde für die meisten Touchdown-Pässe und die meisten Pass-Yards, in 18 Jahren NFL führte er seine Teams 15 Mal in die Playoffs. Dort aber geriet die Passmaschine regelmäßig ins Stottern.

Zehnmal scheiterte Manning schon an der ersten Hürde, blieb dabei sechsmal ohne eigenen Touchdown. Im Schnitt erzielte er in jedem Regular-Season-Spiel seiner Karriere 2,02 Touchdowns - in den Playoffs sind es nur 1,52 pro Spiel.

Im Vergleich dazu ist sein kommender Gegenüber und Chiefs-Bezwinger Tom Brady von den New England Patriots ein echter Playoff-Spezialist.

Der 38-Jährige scheiterte bei 13 Teilnahmen nur dreimal im ersten Spiel und schnappte sich schon vier Super-Bowl-Ringe, sein Touchdown-Schnitt bleibt in der Postseason nahezu konstant (1,82 zu 1,90 in der Regular Season).

Verletzt und abgeschrieben

Schlechte Aussichten also für die Broncos im kommenden Duell um den Super-Bowl-Einzug? Als Favorit gehen Manning und Co. sicherlich nicht in das Duell mit dem Vorjahreschampion. Es gibt aber Grund zur Hoffnung.

Viele hatten dem Altmeister schon nicht mehr zugetraut, überhaupt noch einmal als Starter ein NFL-Team aufs Feld zu führen.

Beim 13:29 gegen die Kansas City Chiefs hatte der von einer Fußverletzung gehandicapte Manning mit vier Interceptions ein erbärmliches Bild abgegeben. Noch während des Spiels wurde er durch den 14 Jahre jüngeren Brock Osweiler ersetzt - und kam erst im letzten Spiel der Regular Season Anfang Januar noch einmal zu einem Kurzeinsatz.

Und doch verkündeten die Broncos vor dem Beginn der Playoffs, mit Manning als Starting Quarterback auf die Jagd nach dem Super Bowl zu gehen.

Eine einfache Erfolgsformel

Der Altmeister zahlte das Vertrauen zurück. "Er hat das Spiel gut verwaltet", lobte Teamkollege Chris Harris nach der Partie und erklärte: "Keine Turnover. Das ist alles, was wir brauchen."

Eine einfache Erfolgsformel, die nur deshalb aufgeht, weil die Broncos eine der besten, wenn nicht sogar die beste Verteidigung der Liga stellen. Auch Manning wusste nach dem Erfolg über die Steelers genau, bei wem er sich bedanken musste.

"Unsere Defense war die ganze Saison über herausragend", lobte der Star seine Nebenleute: "Sie hat uns an diesen Punkt geführt, lasst uns das einmal klarstellen. Aber du musst ein gutes Team sein, um diese Playoff-Spiele zu gewinnen - und du musst als Team gewinnen."

Wie einst in der Super-Bowl-Saison

Bedeutet: Auch Manning muss seinen Beitrag leisten. Gegen Pittsburgh tat er das vor allem im Schlussviertel, als er sein Team 65 Yards über das Feld führte und so den Weg für C.J. Andersons Ein-Yard-Touchdown ebnete.

Es war in seiner Playoff-Karriere erst Mannings zweiter siegbringender Drive im Schlussviertel - der erste war ihm in der Super-Bowl-Saison bei den Colts gelungen.

Und bei der anschließenden Two-Point-Conversion auf Demaryius Thomas fand dann sogar noch ein Pass von Manning erfolgreich den Weg in die Endzone.

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