vergrößernverkleinern
BIATHLON-WC-WOMEN
Laura Dahlmeier (l.) und Franziska Hildebrand bejubeln ihre Podestplätze im Massenstart von Ruhpolding © Getty Images

Ruhpolding - Laura Dahlmeier und Co. melden sich nach Ende ihrer Podestserie beim Massenstart in Ruhpolding eindrucksvoll zurück. Der Trainer nimmt sich die Kritiker zur Brust.

Wer bei den deutschen Biathletinnen einen Abwärtstrend prophezeit hatte, den belehrten die Damen am Samstag in Ruhpolding eines Besseren.

Nach dem Ende der Podest-Serie am Donnerstag meldeten sich Franziska Hildebrand und Laura Dahlmeier im Massenstart mit einem Podiums-Doppelpack eindrucksvoll zurück und belegten die Ränge zwei und drei.

Maren Hammerschmidt komplettierte das starke Teamergebnis als Fünfte.

Das Trio setzte damit auch ein Statement: So leicht wirft uns nichts aus der Bahn.

Dahlmeiers Angriff zum richtigen Zeitpunkt

Diese Qualität bewiesen sie auch während des Rennens. Hildebrand kam in der ersten Runde zu Fall, absolvierte danach aber einen starken Wettkampf.

Nur den letzten der 20 Schüsse setzte sie daneben und musste so schließlich die tschechische Siegerin Gabriela Soukalova ziehen lassen.

Dahlmeier gab nach einer Strafrunde beim letzten Schießen einfach auf der Strecke Vollgas und attackierte am Schießstandberg.

"Ich wusste, dass ich nicht zu lange trödeln darf, weil Tiril Eckhoff von hinten kommt und die ist wirklich stark auf der Schlussrunde", erklärte Dahlmeier bei SPORT1 ihren mutigen Angriff, bei dem sie Teamkollegin Hammerschmidt überholte und sich so Platz drei sicherte.

Hönig liest Kritikern Leviten

Auch Hammerschmidt zeigte Kämpferqualitäten. Kurz vor dem Ziel stürzte sie, rappelte sich aber schnell wieder auf und holte sich mit Platz fünf ein weiteres Top10-Ergebnis in dieser Saison.

Bundestrainer Gerald Hönig war stolz auf sein Team: "Wer bei einem solchen Ergebnis nicht zufrieden ist, dem kann man nicht mehr helfen", sagte er.

Zugleich verstand er die Leistung seiner Damen auch als passende Antwort auf erste Kritik.

Die sechs Saisonsiege von Hildebrand und Dahlmeier haben die Erwartungen ans Team sprunghaft nach oben steigen lassen. Platz vier und neun im Einzelrennen am Donnerstag werteten einige dann schon als Enttäuschung.

Für Hönig nicht nachvollziehbar: "Das hat mich sehr geärgert. Das macht uns das Leben nicht leichter. Die Mädels gehen auch auf die Internetseite und lesen das", las er den Kritikern die Leviten. Hönigs Damen aber zeigten sich am Samstag davon unbeeindruckt, ganz im Gegenteil.

Ganz nah am Sieg

Durch ihre Siege in diesem Winter sind beide erst richtig auf den Geschmack gekommen und taten alles dafür, um erneut ganz oben auf dem Podest zu stehen (Neuner adelt Nachfolgerin Dahlmeier).

Als die führende Französin Marie Dorin Habert patzte, witterten beide ihre Chance.

"Ich habe gemerkt, dass sie Fehler geschossen hat und dachte, jetzt kann ich sie überholen", schilderte Hildebrand ihre Gedanken.

Dahlmeier erging es ähnlich: "Ich dachte, wenn ich mit null Fehlern rausgehe, kann ich sogar gewinnen."

Sonntag Chance in der Staffel

Dass es am Ende nicht zum obersten Platz auf dem Podium reichte, konnten beide verschmerzen.

"Ich war mal ganz kurz nicht aufmerksam, dann ist mir der letzte Schuss noch weggegangen. Aber ich freue mich trotzdem, dass es wieder mit einem Podestplatz geklappt hat", sagte Hildebrand.

Für Hildebrand war es die fünfte Podiumsplatzierung in diesem Winter, für Dahlmeier gar die sechste.

teilentwitternsammelnE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel