vergrößernverkleinern
Aksel Lund Svindal (r.) ist das prominenteste Sturzopfer der diesjährigen Streif
Aksel Lund Svindal (r.) ist das prominenteste Sturzopfer der diesjährigen Streif © SPORT1 / DPA Picture-Alliance

Auf der Streif ist eine Grenze überschritten worden. An den schweren Verletzungen sind nicht die Fahrer schuld. Statt deren Gesundheit galt die Sorge den Einnahmen.

Am Sonntagmorgen grüßten die Sturzopfer Aksel Lund Svindal, Georg Streitberger und Florian Scheiber schon wieder fröhlich aus dem Krankenhaus. Doch was da am Samstag auf der Kitzbüheler Streif vor sich ging, hatte mit Spaß nichts mehr zu tun.

Drei schlimme Stürze, bei denen es nur - in diesem Fall ist dieses Wort erlaubt - zu zwei Kreuzbandrissen und einer Knochenstauchung kam.

Man ist ja einiges gewohnt auf der berüchtigten Abfahrtsstrecke in Tirol, was Stürze angeht. Und ein Stück weit gehören sie auch dazu zu diesem Spektakel. Das Gefühl von Gefahr macht den Reiz dieses Rennens aus, das jährlich Massen an Fans und eine Vielzahl von Prominenten nach Tirol lockt.

Doch am Samstag wurde eindeutig eine Grenze überschritten. Man hatte das Gefühl, dass auf die Gesundheit der Rennfahrer nur noch wenig Rücksicht genommen wird. Es waren ja keine unerfahrenen Läufer, die an der Hausbergkante zu Fall kamen: Svindal und Hannes Reichelt sind die wohl besten Abfahrer der Welt.

Es waren auch keine Fahrfehler, die die beiden machten. Zum Verhängnis wurde ihnen schlicht und ergreifend der aufgeweichte Zustand der Piste an dieser Stelle. Und das darf einfach nicht sein - Spektakel hin oder her.

Der Veranstalter, die FIS, die Rennleitung sind dafür verantwortlich, dass die Piste in bestmöglichem Zustand ist. Ist das nicht der Fall, darf das Rennen nicht stattfinden. Denn bei einer solch gefährlichen Abfahrt wie in Kitzbühel stehen Menschenleben auf dem Spiel.

Der Wärmeeinbruch am Samstagvormittag war via Wetterbericht vorhersehbar. Wäre man vernünftig gewesen, hätte man die Abfahrt am Freitag stattfinden lassen, als es noch kühl und eisig war. Aber dann wären die Zuschauerzahlen deutlich geringer gewesen.

Weniger Einnahmen, weniger Werbeeffekt für den Skitourismus - da setzt man wohl lieber Menschenleben aufs Spiel.

Man kann nur hoffen, dass das Hahnenkammrennen 2016 allen Verantwortlichen eine Warnung ist.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel