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Tim Wiese trat bei einem WWE-Event in Frankfurt auf
Tim Wiese steht vor seinem WWE-Debüt © Getty Images

Tim Wiese gibt Anfang November sein Debüt bei WWE. Er meint, man werde ihn in die Rolle des Bösen drängen. Das sei er aber schon gewohnt.

Seinen offiziellen Kampfnamen kennt Tim Wiese noch nicht. "Und ob ich am Ende mit einem rosa Höschen rumlaufen muss, weiß ich noch nicht." Doch welche Rolle er als Wrestler spielen soll, ist dem 34-Jährigen schon klar. "Ich denke mal, ich bin der Böse", sagt Wiese im Interview mit SID.

In die Rolle werde er zwar "so ein bisschen reingedrängt", meint der frühere Fußball-Nationaltorhüter vor seinem WWE-Debüt am 3. November in München: "Aber es ist okay. Ich kann mich damit anfreunden. Schon beim Fußball war ich für die gegnerischen Fans der böse Mensch, den alle im Stadion beschimpft haben. Damit komme ich klar. Die können mich ruhig alle hassen."

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Wiese: "Werde den anderen weh tun" 

In jedem Fall wird er polarisieren. "Klar. Es wird Leute geben, die mich anfeuern. Und es wird Leute geben, die hoffen, dass ich auf die Fresse bekomme", sagt Wiese und verspricht "eine großartige Show. Wir werden ein Feuerwerk abbrennen." Und er kündigt an: "Ich werde den anderen weh tun, nicht sie mir. Es kann kommen, wer will: Ich bin nicht zu schlagen!"

Man merkt: Tim Wiese fühlt sich wohl, ja er geht richtig auf in der Rolle des Bad Boy. Sie hat er schon in seiner Karriere als Fußballer gerne gespielt. Nun darf er es offiziell tun. Im Fußball von heute gebe es "nur noch die lieben Jungs", sagt er: "Ich war schon damals nicht so. Deshalb bin öfter angeeckt. Aber im Wrestling kann ich mich geben, wie ich bin. Immer volle Kanne voraus."

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Keine Reue 

Als Fußballer undiplomatisch gewesen zu sein, bereut er nicht. Auch wenn es ihn vielleicht Länderspiele gekostet hat. "Ach, das juckt mich nicht", beteuert er: "Ob ich sechs oder sieben Länderspiele hab oder 50, es ist halt so."

Auch dass er sein vorzeitiges und unfreiwilliges Karriere-Ende bei 1899 Hoffenheim so lapidar kommentierte ("Elf Spiele und drei Jahre bezahlter Urlaub. Das ist wie ein Lotto-Jackpot") brachte ihm Kritik ein. "Aber das war doch einfach nur die Wahrheit", sagt er: "Was sollte ich denn erzählen? Und hätte ich den Vertrag auflösen und auf das Geld verzichten sollen? Wer hätte das denn gemacht? Ich bin mit mir im Reinen."

Harte Arbeit für das Debüt 

Zumal er heute wieder hart arbeitet für sein Geld. Richtig hart. Das viel zitierte Kilo Bisonfleisch zum Frühstück isst er aktuell nicht, doch im Ring schuftet der inzwischen 120 Kilo schwere und wie immer tiefgebräunte Wiese richtig hart. Mehr als eine Stunde wirft er sich pro Einheit in die Seile und lässt sich mehrfach mit einem lauten Knall auf den Boden werfen.

Wiese war schon immer hart zu sich und den anderen, doch ein Training wie bei den Tryouts in Orlando hat er noch nicht erlebt. "Die Amis sind Drill Instructor, die wollen sehen, ob Du beißen kannst", sagt er: "Und das ist genau mein Ding."

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