Bauen für Brady: Superteam rüstet auf
Die New England Patriots ziehen die Schlüsse aus dem Denver-Debakel. Beschützer und neue Abnehmer für Superstar Tom Brady kommen. Dafür opfern sie den größten Abwehrstar.
Die Fans der New England Patriots haben wahrscheinlich immer noch Albträume wegen Von Miller.
Insgesamt 23 Hits musste Star-Quarterback Tom Brady im AFC-Finale gegen die Denver Broncos einstecken – viele durch Miller.
Spätestens nach dieser Pleite war klar, dass ein Umbruch nötig wird. Trotz vieler Verletzungssorgen fehlten Brady im Zeitalter der superschnellen Quarterback-Jäger konstante Beschützer – und eine dritte verlässliche Anlaufstelle.
Die heiße Free-Agent-Phase ist abgeschlossen, und die Pats haben ihre Baustellen im Angriff ohne Rücksicht auf Namen und Verluste abgearbeitet.
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Cooper heißt der Hoffnungsträger
Ohne die ganz großen Millionen-Deals krempelte Head Coach und De-facto-Manager Bill Belichick seinen entthronten Champion um.
Der Fokus lag dabei ganz klar auf Brady. Denn selbst mit 38 Jahren ist der viermalige Super-Bowl-Champion noch immer der beste Quarterback der NFL.
Dafür muss er allerdings aufrecht stehen. Genau darin bestand in der vergangenen Saison nicht nur gegen den späteren Meister das Problem. Und diesbezüglich ist der große Hoffnungsträger Jonathan Cooper.
„Es ist eine tolle Situation für mich. Tom ist einer der besten Quarterbacks aller Zeiten. Ich weiß, dass ich das Talent habe, um ein großartiger Spieler zu werden“, sagte Cooper bei seiner Vorstellung.
Patriots opfern größten Abwehrstar
Für den 2013 in den Top Ten des NFL-Drafts ausgewählten Guard opferten die Patriots ihren größten Abwehrstar. Chandler Jones wurde im Tausch für Cooper und einen Zweitrundenpick nach Arizona geschickt.
Natürlich spielte dabei der bevorstehende Mega-Vertrag für Jones 2017 eine nicht unwichtige Rolle, aber ein potenziell dominanter Blocker in der Mitte der Offensive Line war zu verlockend.
Denn die 2015 ins kalte Wasser geschmissenen jungen Linemen produzierten nicht wie erhofft. Zudem fühlte sich der deutsche Tackle Sebastian Vollmer auf der linken Seite sehr unwohl und ließ die nötige Beweglichkeit auf der „Blind Side“ des Spielmachers vermissen.
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Kein Auswahlrecht in Runde eins
Mit Vollmer rechts, dem dann wieder fitten Nate Solder links und Cooper wäre eine Schwachstelle gestopft.
Zudem ist der Draftpick wichtig, denn wegen des „DeflateGate“-Skandals hat New England in diesem Jahr kein Auswahlrecht in der ersten Runde.
Zwar deutete Cooper sein Potenzial bei den Cardinals aufgrund von Verletzungen nur sporadisch an (9 Starts 2015, Beinbruch als Rookie).
Aber er wäre nicht der erste Spieler, der bei den Pats richtig aufblüht. „Die Patriots sind fast wie eine Erlösung für mich“, sagte Cooper.
Belichick hofft auf Veteran Long
Jones wurde mit dem von den Rams entlassenen Veteranen Chris Long ersetzt. Aus dem einstigen Topstar will Belichick noch ein gutes Jahr rausquetschen. Auch dieses Phänomen wäre in New England nicht neu.
Als Glücksgriffe könnten sich auch die Verpflichtungen von Tight End Martellus Bennett (via Trade aus Chicago), Wide Receiver Nate Washington (Free Agent aus Houston) und Receiver Chris Hogan (Free Agent aus Buffalo) erweisen.
Vor allem Hogan ist mit einem Dreijahresvertrag über zwölf Millionen Dollar ein Schnäppchen.
Er ersetzt den 2015 enttäuschenden Brandon LaFell. Mit seiner Athletik und Vielseitigkeit ist der frühere Lacrosse-Spieler der klassische Belichick-Patriot. „Es ist eine himmlische Verbindung“, sagte sein High-School-Trainer Joe DeFranco dem Boston Herald.
Ideale Ergänzung zu Gronkowski
Bennett bringt mit 19 Touchdowns in den vergangenen vier Jahren einen soliden NFL-Lebenslauf mit nach Foxboro. Durch seine Fähigkeiten als Blocker ist der 29-Jährige die ideale Ergänzung zu Superstar Rob Gronkowski.
„Gronk“ könnte häufiger als Receiver im Slot aufgestellt werden. Bennett wäre dann die ideale zweite Option neben Julian Edelman für einen kurzen Pass, falls Brady unter Druck gerät.
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„Es wird ein großer Spaß. Ich bin gespannt, wie sie Rob und mich zusammen einplanen, aber wir werden sehr oft gemeinsam auf dem Feld sein“, sagte Bennett. Eine Variante, die seit der Verhaftung des inzwischen Verurteilten Mörders Aaron Hernandez 2013 nicht mehr so dynamisch war.
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