Kiels Siegtor im Derby zählt nicht

THW Kiel - TSV Hannover-Burgdorf
4:57

THW Kiel - TSV Hannover-Burgdorf

Rekordmeister Kiel ist lange auf Kurs, muss sich aber mit einem Unentschieden begnügen. Die Partie gegen Flensburg endet mit großen Diskussionen, weil das vermeintliche Siegtor der Hausherren nicht zählt.

Der THW Kiel hat einen Derbysieg in der Handball-Bundesliga aus der Hand gegeben und den Sprung an die Tabellenspitze verpasst. Das neu formierte Team des ebenfalls neuen Trainers Börge Lund kam gegen die SG Flensburg-Handewitt in einem umkämpften Nordduell zu einem 31:31 (18:14) und bleibt Tabellenzweiter hinter Flensburg. Für beide war es nach fünf Siegen der erste Punktverlust.

Mit dem letzten Angriff des Spiels schien Julian Köster den Siegtreffer für Kiel erzielt zu haben. Die Schiedsrichter studierten anschließend minutenlang die Videoaufnahmen, erkannten den Treffer dann aber nicht an. Offenbar hatten sie einen Schrittfehler erkannt. Die Kieler waren dementsprechend außer sich und beschwerten sich vehement, während es in der Halle ein lautes Pfeifkonzert gab.

Kiels Siegtreffer zählt nicht – Entscheidung sorgt für Unverständnis

Die Proteste änderten allerdings natürlich nichts mehr am Ausgang der Partie – Kiel musste sich mit dem Remis begnügen. „Es ist sehr unglücklich für uns“, befand Hendrik Pekeler im Dyn-Interview. „Ich sehe da nichts, wo die Schiedsrichter Zweifel haben, eventuell zum Videobeweis zu gehen. Natürlich gibt es die Regel, aber was hat sie veranlasst, da hinzugehen?“

Flensburgs Simon Pytlick zeigte Verständnis für den Ärger der Kieler: „Es ist eine harte Entscheidung. Natürlich sind das Schritte. Aber dann kann man auch im Spiel x-mal Schritte pfeifen. Sportlich weiß ich nicht, ob es die richtige Entscheidung war, weil das im Spiel so oft passiert.“

Wäre seine Mannschaft benachteiligt worden, „wäre ich vielleicht auch total sauer. Ich verstehe Kiel und die Halle total“, betonte der Däne.

Der beste Werfer der Kieler war Domen Makuc mit neun Treffern. Der dänische Weltmeister Simon Pytlick und der Franzose Aymeric Minne überragten bei den Flensburgern mit jeweils sieben Toren.

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Kiel führt zwischenzeitlich mit fünf Toren

Die Fans der erfolgsverwöhnten Klubs mussten zuletzt leiden, denn beide Teams blieben in der vergangenen Saison ohne Titel. Weil der THW sogar einen Europacup-Platz verpasste und nun erstmals seit 33 Jahren eine Spielzeit ohne internationalen Wettbewerb erlebt, musste Vereinsikone Filip Jicha im Sommer sogar seinen Trainerposten räumen.

Nachfolger Lund soll den Verein nach drei Jahren ohne Meistertitel wieder an die Spitze führen – und hat dafür eine spannende Mannschaft beisammen. Die beiden Star-Einkäufe Köster und Makuc zeigten auch gegen Flensburg mit starker Defensivleistung und Toren ihre Klasse.

Nach offenem Beginn zog Kiel zum Ende der ersten Halbzeit teilweise auf fünf Tore davon (17:12). Von diesem Polster zehrte der THW lange, nahm bei seinen Angriffen viel Zeit von der Uhr und hatte weiterhin den sehr starken Rückhalt Andreas Wolff im Tor. Im packenden Schlussspurt glich Flensburg mit seinem letzten Angriff aus und hatte dann mit der finalen Schiedsrichterentscheidung das Glück auf seiner Seite.


Mit Sport-Informations-Dienst (SID)