FC Bayern: Ehemaliges Talent glänzt jetzt in Italien

Neues Bayern-Trikot sorgt für Spott und Verwunderung
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Neues Bayern-Trikot sorgt für Spott und Verwunderung

Adin Licina holt sich bei den Gianluca Vialli Awards den Preis für den besten Nachwuchsspieler der Serie B ab. Für den FC Bayern könnte sich die Entwicklung des 19-Jährigen noch auszahlen.

Diese Nachricht wird für Bayern-Fans womöglich einen bitteren Beigeschmack haben. Dem 19-jährigen Adin Licina wurde am Dienstagabend im Rahmen des erstmals vergebenen Gianluca Vialli Awards der Preis für das beste Talent der Serie B überreicht.

Das ehemalige Bayern-Juwel verdiente sich diesen Nachwuchspreis wegen seines sensationellen Saisonstarts mit Serie-A-Absteiger US Cremonese.

Adin Licina dreht in der Serie B auf
Adin Licina dreht in der Serie B aufAdin Licina dreht in der Serie B auf© IMAGO/Gribaudi/ImagePhoto

Licina verließ Bayern ablösefrei

Der gebürtige Landshuter ging im vergangenen Februar den Weg, den vor einigen Jahren auch schon Kenan Yildiz und Angelo Stiller gegangen sind.

Die Perspektivlosigkeit in Bayerns Star-Kader zwang Licina zu einem Wechsel zu Juventus Turin. Auf der Suche nach Spielzeit kam im Sommer dann die Leihe zum Zweitligisten. Das Schmerzhafte für den Rekordmeister: Yildiz, Stiller und Licina verließen München allesamt ablösefrei.

Das Positive für Bayern: Eine Weiterverkaufsklausel in Höhe von 30 Prozent sowie ein Erstverhandlungsrecht (Matching Right) bei Interesse anderer Vereine sollen laut übereinstimmenden Medienberichten ausgehandelt worden sein. Seit seinem Wechsel zum italienischen Rekordmeister hat der Offensivmann seinen Marktwert mehr als verfünffacht, weshalb die Bayern bei einem Verkauf mit einem Geldregen rechnen können.

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Von ungefähr 1,8 Millionen Euro stieg Licinas Wert innerhalb kurzer Zeit auf 10 Millionen Euro. Laut Transfermarkt gehört er somit zu den Top Ten der wertvollsten Teenager in ganz Italien. Das Besondere: Die restlichen neun spielen in der Serie A.

Der Durchbruch beim FC Bayern bleibt aus

Licina trat schon im Alter von acht Jahren dem Bayern-Campus bei und durchlief quasi alle Jugendabteilungen der Münchner. Im Alter von 17 wurde er in den Herren-Bereich hochgezogen und absolvierte 33 Partien für die Bayern-Amateure. Dort konnte er aber nie richtig Fuß fassen.

Unter Vincent Kompany kam er zwar in einigen Freundschaftsspielen zum Zug, der Sprung in die erste Mannschaft blieb ihm jedoch verwehrt. Die Konkurrenz bei Bayern war einfach zu groß.

Licina selbst zeigte bereits im Vorjahr, dass er für jede Option offen ist. „Der Weg in den Profifußball ist für jeden individuell. Manche schaffen es direkt, manche über eine Leihe und andere gar nicht – es gibt also keinen vorgezeichneten Weg“, sagte er damals den Klub-Medien der Bayern.

Ein glänzender Start und eine vielversprechende Zukunft

Zunächst für Juventus Next Gen eingeplant – die zweite Mannschaft von Juventus Turin – arbeitete er sich in der Serie C zum festen Bestandteil der Mannschaft hoch und beeindruckte laut SPORT1-Informationen die Juve-Bosse mit seiner Mentalität. Die Bescheidenheit, Professionalität und der Fleiß des jungen Deutschen brachten ihm viel Lob ein und versprachen eine Zukunft bei den Profis.

Bei seinem Premierentor für die U23 von Juventus im April schrieb Tuttosport: „Sein erstes Tor – ein Traumtor – für die Next Gen ist nur die Spitze des Eisbergs beim Ex-Bayern-Talent.“ Auch sein Trainer Massimo Brambilla schwärmte von seinem Neuzugang: „Er ist ein Spieler mit speziellen Fähigkeiten.“

Licina begeistert ganz Italien

Am Ende des sommerlichen Transferfensters sah man bei Juve in dem Leih-Transfer zu Cremonese eine Option, mit der Licina mehr Spielpraxis auf einem höheren Niveau sammeln kann. Auch Christian Botturi, Sportdirektor beim Zweitligisten, lobte den Landshuter: „Er ist ein äußerst vielversprechendes Talent, sowohl technisch als auch kreativ.“

Bei seinem Debüt für die Grigiorossi wusste er direkt mit seinem feinen Fuß zu überzeugen: Einen schönen Doppelpass vollendete Licina mit einem Lupfer und verhalf Cremonese zur Pokal-Überraschung gegen den Erstligisten Parma Calcio. „Seit seiner Geburt, scheint Licina schon eine magische Gabe zu besitzen“, schwärmte die Gazzetta dello Sport.

In der Liga setzte Licina seine bestechende Form fort. In seinem ersten Spiel in der Serie B brillierte er mit zwei Torbeteiligungen und der Auszeichnung zum Spieler des Spiels. Sein Trainer Fabio Pecchia bezeichnete ihn anschließend als „Naturtalent.“ Laut Gazzetta begeisterte Licina Pecchia so sehr, dass er auf Anfrage von Cremonese nicht mit zur U20-Auswahl des DFB fuhr, um noch besser in die Mannschaft integriert zu werden.

Für die Bayern spielte Adin Licina bereits in der UEFA Youth League
Für die Bayern spielte Adin Licina bereits in der UEFA Youth LeagueFür die Bayern spielte Adin Licina bereits in der UEFA Youth League© IMAGO/Beautiful Sports

Ist Licina bald einer für Klopp?

Für die Jugendabteilungen des DFB durfte Licina – dessen Vorbild Jamal Musiala ist – auch bereits Luft schnuppern. Auch bei der U19-EM, wo sich Deutschland erst im Finale gegen Spanien geschlagen geben musste, war er Teil des Kaders. Allerdings kam er in Wales kaum zum Zug.

Licina, der wegen der Herkunft seiner Eltern auch Bosnien-Herzegowina oder Montenegro vertreten könnte, sollte in der Zukunft auch ein Kandidat für Jürgen Klopp sein. Lothar Matthäus forderte bereits, dass der neue Nationaltrainer einen Blick auf den Youngster werfen sollte.

Reichlich Konkurrenz hätte Licina aber auch in der Nationalmannschaft. Denn: Die Lieblingsposition des frechen Dribblers ist das Offensive Mittelfeld. In Cremona kommt der 19-Jährige aber mehrheitlich über den rechten Flügel, wo er oft nach innen zieht, um mit seinem starken linken Fuß abzuschließen.

Das Einzige, was ihn derzeit aufhalten kann, ist eine Verletzung: Anfang Oktober brach sich Licina das Handgelenk, weshalb er sich einer Operation unterziehen musste. Wann genau er wieder auf den Rasen zurückkehren kann, ist derzeit ungewiss.

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