Fall Golla: HBL will Transferregeln prüfen

von SID
Fall Golla: HBL will Transferregeln prüfen

Den Wirbel um den Kapitän der Nationalmannschaft nimmt die Liga zum Anlass, ihre Regularien zu hinterfragen. Gibt es bald Fenster wie im Fußball?

Der deutsche Handball nimmt den „Fall Golla“ zum Anlass, die Transferregularien zu hinterfragen. „Der Fußball hat sich mit Transferfenstern selbst Regeln gegeben. Deshalb kann man zumindest darüber diskutieren, ob so etwas auch für den Handball denkbar wäre“, sagte Uwe Schwenker, Präsident des Ligaverbandes der Handball-Bundesliga (HBL), der Sport Bild.

Noch in dieser Woche werde es laut Schwenker eine Besprechung des HBL-Präsidiums geben. „Die Causa Golla habe ich zum Anlass genommen, das Vertragsthema auf die Agenda zu setzen. Da stellt sich schon die Frage, ob man an den bestehenden Regelungen etwas ändern sollte“, sagte der 67-Jährige. Nationalmannschaftskapitän Golla hatte kürzlich öffentlich gemacht, seinen Vertrag bei der MT Melsungen auflösen und zur SG Flensburg-Handewitt zurückkehren zu wollen.

„Diskussion grundsätzlich sinnvoll“

Golla war im Sommer aus Flensburg zurück zu den Hessen gewechselt, seinen Vertrag hatte er aber bereits im Dezember 2024 geschlossen. Als Auslöser führte er nun familiäre Gründe an und sprach auch darüber, dass seine „mentale Gesundheit ernsthaft gefährdet“ sei. „Verträge werden teilweise sehr weit im Voraus geschlossen. In dieser Zeit können sich Lebensumstände verändern. Deshalb halte ich die Diskussion grundsätzlich für sinnvoll“, sagte Schwenker.

Eine Vorlaufzeit von einem oder sogar zwei Jahren für einen Transfer ist im Welthandball längst üblich. Die HBL wolle nun erst einmal hinterfragen, wo „die Grenze zwischen freier Arbeitsplatzwahl und möglichen Regulierungen“ liege. Auch die Perspektive der Fans zog Schwenker heran. „Wenn bekannt wird, dass ein Spieler noch anderthalb oder zwei Jahre für seinen Verein spielt, aber längst bei einem anderen Klub unterschrieben hat, wirft das Fragen nach Identifikation und Glaubwürdigkeit auf“, sagte er.