Fehlende TV-Bilder: Riesiger Schiri-Ärger bei Real-Sieg

TV-Skandal? Hier schießt Mourinho deutlich zurück
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TV-Skandal? Hier schießt Mourinho deutlich zurück

Nach dem Sieg von Real Madrid gegen den FC Sevilla sorgt nicht das Traumtor von Kylian Mbappé für die größten Schlagzeilen, sondern eine Szene um Arda Güler. Die Gäste fordern einen Platzverweis, während fehlende TV-Bilder Fragen aufwerfen.

Ein dominantes Real Madrid, ein Zaubertor von Kylian Mbappé und insgesamt fünf Treffer: Der 4:1-Heimsieg der Königlichen gegen den FC Sevilla bot in sportlicher Hinsicht eigentlich ausreichend Gesprächsstoff. Doch einmal mehr dreht sich in Spanien nach dem Schlusspfiff am Sonntagabend alles um die Schiedsrichter.

Die Gäste aus Andalusien fühlten sich speziell bei einer Szene massiv benachteiligt und erhoben schwere Vorwürfe gegen die Spielleitung – und wüteten sogar gegen die TV-Übertragung.

Der FC Sevilla forderte einen Platzverweis für Arda Güler
Der FC Sevilla forderte einen Platzverweis für Arda GülerDer FC Sevilla forderte einen Platzverweis für Arda Güler© IMAGO/PS Images

Im Mittelpunkt der Kontroverse steht ein Zweikampf zwischen Real-Juwel Arda Güler und Sevilla-Angreifer Peque in der 23. Minute beim Stand von 0:0. Güler traf dabei seinen Gegenspieler mit dem Ellbogen an der Brust. Sevilla forderte umgehend einen Platzverweis, doch weder Schiedsrichter Mateo Busquets Ferrer noch der VAR griffen ein.

Sevilla fordert Rot für Güler

Besonders bitter aus Sicht der Gäste: Nur wenige Minuten später erzielte ausgerechnet Güler das 1:0 und leitete damit die spätere 1:4-Niederlage Sevillas ein. Trainer Luis García Plaza machte nach dem Spiel vor allem Videoschiedsrichter Guillermo Cuadra Fernández verantwortlich.

„Man hat uns ein Spiel mit elf gegen zehn genommen“, schimpfte der Sevilla-Coach und vertrat die Ansicht, dass seine Mannschaft ab der 23. Minute in Überzahl hätte spielen müssen.

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Auch die Verteidiger Kike Salas und Juan Iglesias kritisierten die Situation scharf. „Der Ellbogenschlag ist eine klare Szene, die das Spiel prägt“, sagte Salas bei Movistar Plus+. Teamkollege Iglesias sprach sogar von einer „Tätlichkeit“.

Rückendeckung erhielt Sevilla zudem von Ex-Schiedsrichter Pablo González Fuertes. Bei Radio Marca bewertete dieser die Szene ebenfalls als Platzverweis. Demnach habe Güler seinen Gegenspieler mit erheblicher Wucht an der Brust getroffen.

Großer Ärger um fehlende TV-Bilder

Die Diskussion wurde zusätzlich angeheizt, weil in der Übertragung des Spiels keine eindeutige Wiederholung der umstrittenen Szene zu sehen war – weder direkt nach dem Vorfall noch im weiteren Verlauf der Partie.

Für den früheren Schiedsrichter Iturralde González absolut unverständlich: „Es ist erbärmlich, erbärmlich. Wenn wir uns schon als beste Liga der Welt feiern, kann es dieses Niveau bei den Wiederholungen nicht geben“, polterte der Ex-Referee bei Cadena SER. „In einem Stadion mit 32 Kameras darf es nicht sein, dass wir kein klares Bild einer Tätlichkeit haben. Das ist eine Lüge von der Liga.“

Angesichts der technischen Ausstattung im Santiago Bernabéu zeigte er sich fassungslos: „Wenn du mir sagst, das passiert bei Alavés gegen Getafe, gut. Aber in einem Topstadion keine Wiederholung einer möglichen Tätlichkeit zu haben, ist ein Skandal für die Liga und die TV-Produktion.“ 

Auch der FC Sevilla ließ seinem Unmut in den sozialen Netzwerken freien Lauf. Unter einem Video von Movistar Plus+ schrieb der Klub sarkastisch: „Könnt ihr 18 Sekunden zurückspulen? Wir würden gerne die ganze Szene sehen.“

Rot für Güler? Mourinho bleibt skeptisch

Derweil nutzte Real-Trainer José Mourinho das Fehlen eindeutiger TV-Bilder, um die Forderungen nach einer Roten Karte für Güler zumindest indirekt infrage zu stellen. „Niemand konnte mir bisher zeigen, was angeblich passiert ist. Ich habe kein Videomaterial und konnte es auch nicht sehen“, erklärte der Portugiese auf der Pressekonferenz.

Er habe nach eigenen Angaben sogar beim Sender und bei seinen Analysten nach entsprechenden Aufnahmen gefragt, jedoch keine eindeutigen Bilder finden können.

„Wenn etwas passiert, das uns meiner Meinung nach geholfen hat, werde ich das ohne Weiteres sagen“, betonte Mourinho. „Ich glaube aber, dass uns oft das Gegenteil widerfahren ist, denn das ist der Lauf der Dinge.“

„Der Fußball rückt in den Hintergrund“

Auf die deutlichen Vorwürfe von Sevilla-Coach García Plaza wollte er nicht genauer weiter eingehen. „Dazu möchte ich mich nicht äußern“, meinte Mourinho. Stattdessen kündigte er an, die Situation erneut zu bewerten, falls ihm später doch noch klare Aufnahmen vorgelegt würden.

Der frühere Real-Profi Jorge Valdano zeigte sich derweil vor allem von der Debatte selbst genervt. „Mich ermüdet das alles, es ermüdet mich sehr“, erklärte der ehemalige Nationalspieler Argentiniens.

Valdano verwies auf die Qualität der Akteure und Tore, die aus seiner Sicht zu wenig gewürdigt werde: „Wir sehen Traumtore, wir sehen Spieler auf außergewöhnlichem Niveau und reden am Ende über die Schiedsrichter, wir reden über die Schiedsrichter.“ Der Fußball sei dadurch einmal mehr „völlig in den Hintergrund gerückt“.