„Gezittert wie nie“: Emotionale Einblicke von Krause

Nach bösen Kommentaren: Leichtathletik-Ass kontert!
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Nach bösen Kommentaren: Leichtathletik-Ass kontert!

Zwischen Mutterglück, Olympia-Traum und Existenz-Sorgen: Hindernisläuferin Gesa Krause spricht offen über die Herausforderungen als Mutter im Spitzensport - und darüber, wo sie ihre Grenzen zieht.

Als Gesa Krause 2022 den positiven Schwangerschaftstest in den Händen hielt, brach in der dreimaligen Europameisterin ein Gefühlschaos aus: „Ich habe so doll gezittert – das habe ich in meinem Leben so noch nie wahrgenommen“, erinnerte sich die Hindernisläuferin im Sky-Format „Meine Geschichte“ an einen der emotionalsten Momente ihres Lebens.

„Da schlagen zwei Herzen in meiner Brust“, beschrieb die Hindernisläuferin ihren damaligen Zwiespalt. Noch bevor die erste Aufregung verflogen war, stand für die Hessin fest: Die Schwangerschaft wird nicht ihr Karriereende bedeuten.

Gesa Krause spricht im Interview mit Sky über den Balanceakt zwischen Muttersein und Sportkarriere
Gesa Krause spricht im Interview mit Sky über den Balanceakt zwischen Muttersein und SportkarriereGesa Krause spricht im Interview mit Sky über den Balanceakt zwischen Muttersein und Sportkarriere© IMAGO/Eibner

„Ich will trotzdem nach Paris“, sagte sie zu ihrem Ehemann. Doch mit dem Traum von den Olympischen Spielen 2024 wuchsen auch die Zweifel. „Es war einerseits die Freude, aber auch die Angst: Was kommt jetzt?“

Angst um Sponsoren und Finanzierung

Denn für Profisportlerinnen bedeutet eine Schwangerschaft weit mehr als eine neunmonatige Sportpause: „Es gibt keine Struktur, die einen da durchleitet“, erzählte Krause. „Jede Schwangerschaft ist anders und man muss rausfinden, was die Hürden und Herausforderungen sind und wie man die am besten überwinden kann.“

Neben der körperlichen Herausforderung drängten sich existenzielle Fragen auf: „Dann auch die Sorgen um Sponsoren: Bleiben sie? Bekomme ich neue? Bleiben meine Partner? Wie finanziere ich das ganze?“

DEINE MEINUNG

Finanzielle Rücklagen, ein unterstützender Partner und die Hilfe ihrer Familie geben ihr Sicherheit. „Ich wusste, dass ich nicht vor dem finanziellen Ruin stehe, wenn ich jetzt ein, zwei Jahre investieren muss“, erklärte Krause und zeigte sich sichtbar dankbar über die familiäre Unterstützung: „Wir können uns beide immer auf unsere Familien verlassen und das ist die größte Sicherheit, die man haben kann“, weiß Krause ihre vergleichsweise privilegierte Situation zu schätzen.

Krause schafft es ins Olympische Finale

Im April 2023 kam Tochter Lola zur Welt, im Juni 2024 gewann sie in Rom EM-Silber und im August 2024 erfüllte sie sich den Traum, den sie mit dem Schwangerschaftstest in der Hand ausgesprochen hatte: Ein erneutes olympisches Finale. Doch hinter dem beeindruckenden sportlichen Comeback steckt ein kräftezehrender Balanceakt.

Die größte Herausforderung? „Das richtige Gleichgewicht zu finden zwischen Familienalltag und Training“, so Krause. Erstmals musste die dreimalige Europameisterin auch im Training zurückstecken. „Ich kann heute nicht, ich muss mich um mein Kind kümmern“, habe sie ihrem Trainer erstmals sagen müssen. Gleichzeitig blieb der Anspruch, als Profisportlerin alles für den Erfolg zu geben.

„Für mein Kind würde ich immer aufhören“

„Wir waren stellenweise als Familie so am Limit und man möchte nicht, dass das Kind das merkt“, gestand Krause. In einem offenen Austausch mit ihrem Trainer Wolfgang Heinig entwickelte sie einen Trainingsplan, der sich an ihre neue Familiensituation anpasste. Mit Heinig arbeitet Krause bereits seit 18 Jahren zusammen.

Mittlerweile habe sich der Alltag besser eingespielt: Ihre Tochter begleitete sie im letzten Jahr zu jedem ihrer Trainingslager, für einzelne Wettkämpfe reist die Europameisterin auch allein.

So sehr die 34-Jährige für ihren Sport brennt, ihre Prioritäten sind klar: „Ich bin froh, dass ich mich nicht entscheiden muss, aber: Ich würde für mein Kind immer mit dem Sport aufhören, wenn es nötig ist.“