Hulk Hogans vielleicht größtes Fiasko: „Es war fürchterlich!“

Hulk Hogans vielleicht größtes Fiasko: „Es war fürchterlich!“

Im Oktober 1998 ließen Hulk Hogan und der Ultimate Warrior ihr legendäres Duell aus dem Jahr 1990 neu aufleben - es wurde zum Debakel.

Es war eines der legendärsten Matches der WWE-Geschichte – aber diese Fortsetzung der berühmten Rivalität war des Gegenteil eines Ruhmesblatts.

Heute Nacht vor 28 Jahren standen sich die Showkampf-Ikonen Hulk Hogan und der Ultimate Warrior zum zweiten Mal in einem großen Match gegenüber. Acht Jahre nach ihrem großen Duell bei WrestleMania VI verpflichtete der damalige Rivale WCW den Warrior für eine Neuauflage des Matches – das jedoch zum völligen Fiasko geriet.

Hulk Hogan vs. Ultimate Warrior: Bei WWE ein Klassiker

Zur Erinnerung: Der Warrior – geboren als James Hellwig – schrieb im Jahr 1990 Wrestling-Geschichte, indem er Hogan beim größten Event der damaligen WWF besiegte und als Champion entthronte. Es war die erste klare und faire Niederlage Hogans seit dessen Aufstieg zum Fackelträger der Branche sechs Jahre vorher.

Der Warrior wurde zum neuen, unverkennbaren und groß vermarkteten Aushängeschild. Seine Ära war letztlich allerdings eine kurze, unter anderem, weil es ein Jahr nach ihrem Beginn zu einem spektakulären Bruch hinter den Kulissen kam.

Im Streit um eine bessere Bezahlung und einen angeblichen Mangel an Wertschätzung drohte der Warrior dem Ligachef Vince McMahon mit Streik. Der Zoff eskalierte, letztlich kündigte der Warrior.

WCW holte den Warrior aus dem Ruhestand

Am 25. Oktober 1998 trafen Hulk Hogan und der Ultimate Warrior beim Pay-per-View Halloween Havoc in Las Vegas zum zweiten Mal nach ihrem legendären WrestleMania-Duell von 1990 aufeinander. Statt eines nostalgischen Triumphs erlebte die Liga jedoch einen Abend, der bis heute als Symbol für die Probleme der späten WCW gilt.

Zweimal noch rauften sich der Warrior und die WWF danach wieder zusammen. Die beiden Comebacks 1992 und 1996 endeten aber wieder vorzeitig im Streit.

DEINE MEINUNG

Zwei Jahre später engagierte dann WCW den Warrior – nachdem die Promotion des milliardenschweren Medienmoguls Ted Turner in den Jahren zuvor schon Hogan und viele andere ehemalige WWF-Größen abgeworben hatte.

Der Warrior unterschrieb im Frühjahr 1998 einen lukrativen Deal und wurde bald darauf wieder als Gegenspieler Hogans eingeführt – der sich zwei Jahre zuvor als schwarz gekleideter Bösewicht und Anführer der revolutionären Gruppierung New World Order (nWo) neu erfunden hatte.

Der Warrior verunsicherte Hogan mit diversen Psychospielen und als übernatürlich verkauften Tricks. Unter anderem entführte und „bekehrte“ der Warrior Hogans ewigen Weggefährten Ed Leslie (bei WWE: Brutus „The Barber“ Beefcake, damals bei WCW: The Disciple – der Jünger) und machte ihn zum einzigen zusätzlichen Mitglied seiner Gegenbewegung OWN (One Warrior Nation).

Die eher trashig angehauchte Story gipfelte im großen Showdown in der Halloween-Woche – der sich als Desaster entpuppte.

Showdown beim Halloween Havoc 1998 floppte völlig

Ein athletisches Spektakel erwartete zum damaligen Zeitpunkt niemand zwischen dem damals 46 Jahre alten Hogan und dem sieben Jahre jüngeren Warrior: Schon ihr erstes Match zuvor lebte vor allem von cleverer Choreographie und mitreißendem Storytelling. Acht Jahre später wären die beiden umso mehr darauf angewiesen gewesen – doch diesmal misslang der Versuch, die Schwächen der beiden Schwergewichte durch Effekte zu kaschieren.

Völlig nach hinten los ging vor allem eine Sequenz, in der Hogan den Warrior mit einem durch Pyropapier ausgelösten Feuereffekt blenden sollte. Hogan allerdings verpatzte die Aktion und kokelte versehentlich seinen eigenen Schnurrbart an.

Auch das unsaubere Ende des Matches kurz danach enttäuschte viele: Hogan siegte unfair mit Hilfe seines Neffen Horace, der den Warrior mit einem Stuhlschlag niederstreckte. Die Kritik fiel vernichtend aus: Der bis heute bekannteste Wrestling-Journalist Dave Meltzer vergab eine hämische Negativwertung von minus fünf Sternen und sprach von einem „der schlechtesten Matches, das es je bei einem großen Wrestling-Event gab“.

Was alles noch schlimmer machte: Viele Zuschauer bekamen die komplette Veranstaltung nicht zu sehen. Wegen einer Zeitüberschreitung brach die Pay-per-View-Ausstrahlung in zahlreichen Märkten vorzeitig ab. Der eigentliche, weit bessere Hauptkampf zwischen Bill Goldberg und Diamond Dallas Page wurde dort gar nicht mehr übertragen.

Zufrieden war am Ende keiner

Auch die Beteiligten selbst gaben im Nachhinein zu, dass ihr Showdown völlig misslungen war. „Es war schrecklich“, gestand der 2025 verstorbene Hogan später. Auch der damalige WCW-Boss wurde deutlich und befand, dass der Kampf „ziemlich gestunken“ hätte. Er bezeichnete die Verpflichtung des Warrior, der nach dem Havoc kein Match mehr für WCW bestritt, als „Fehler“.

Der 2014 verstorbene Warrior, der nie wieder bei einer großen Liga antreten sollte, bereute sein Engagement später ebenfalls: Er warf WCW und Hogan vor, ihn aus egoistischen Motiven verpflichtet zu haben: „Sie haben Turners Scheckbuch genommen, um mich zurückzuholen – nur damit ich am Ende ein Match gegen Hulk zu verlieren. Hätte ich es vorher gewusst, wäre ich nicht zurückgekommen.“

Bischoff und Hogan bestritten den Vorwurf, den Warrior aus reinem Eigennutz verpflichtet zu haben – doch so oder so: Das missratene Match war einer von vielen späten WCW-Auftritten, das Hogans Ruf zum damaligen Zeitpunkt beschädigte statt ihm zu nutzen.