Teenager besiegelt irren Klose-Sieg
Klose gelassen: "Werden vernünftigen Nachfolger finden"
Beim Erfolg am Millerntor profitiert der 1. FC Nürnberg von einem Eigentor und der Abschlussschwäche der überlegenen Gastgeber.
Der Sportvorstand wechselt nach der Winterpause zu Eintracht Frankfurt, ein baldiges Wiedersehen des 1. FC Nürnberg mit Joti Chatzialexiou aber bleibt nicht ausgeschlossen. Beim FC St. Pauli untermauerte der Club erneut seinen Ambitionen auf einen Aufstieg in die Bundesliga, durch das 3:1 (1:0) am Millerntor behauptete die junge und äußerst defensivstarke Mannschaft von Trainer Miroslav Klose ihren zweiten Tabellenplatz in der 2. Liga.
Sigurd Haugan mit einem Treffer aus schier unmöglichem Winkel (71.) und der eingewechselte Teenager Marc Kornwachs Barjuan (90.) sorgten für den Sieg, der allerdings äußerst schmeichelhaft und vor allem das Resultat von St. Paulis Unvermögen war.
Eric Smith unterlief ein Eigentor (7.), beim stürmischen Bemühen, das richtige Tor zu treffen, vergaben die Gastgeber beste Chancen. Dem stets gefährlichen Abdoulie Ceesey gelang nur der zwischenzeitliche Ausgleich (58.). In der Tabelle fiel der Absteiger auf Platz acht zurück, sieben Punkte beträgt der Rückstand auf den Relegationsrang.
St. Pauli macht das Spiel – doch Nürnberg trifft
Tatsächlich wäre der dritte Saisonsieg für St. Pauli mehr als möglich gewesen. Nach dem Missgeschick von Smith, der eine Hereingabe von Julian Justvan ins eigene Netz lenkte, stand den Gastgebern aber nicht zuletzt der einmal mehr herausragende Nürnberger Torhüter und Kapitän Jan Reichert im Weg. Reichert parierte mehrfach großartig, unter anderem kurz vor der Pause, als Ceesey frei vor ihm auftauchte (45.+1).
Trotz der phasenweise drückenden Überlegenheit von St. Pauli und auch nach dem Ausgleich verloren die Nürnberger allerdings nie den Kopf. Kloses Mannschaft bewies auch ohne den fehlenden Torjäger Mohamed Ali Zoma Geistesgegenwart und maximale Effizienz: Der eingewechselte Haugan nutze einen völlig verunglückten Rückpass von Louis Oppie. Der erst 17-jährige Kornwachs Barjuan machte alles klar.
Nürnberg-Youngster strahlt über beide Backen
Der Youngster kam nach der Partie aus dem Strahlen kaum heraus. Wie er sich fühle, wurde er bei Sky gefragt. “Alles auf einmal, fühlt sich an wie ein Traum. Es war wie eine Simulation“, sagte er.
„Er hat ein bisschen Adaptionszeit gebraucht, was ganz normal ist”, sagte Klose, der aber vor allem voll des Lobes war: “Wie viel er läuft, wo er sich die Bälle holt, wie intelligent er ist: Ich bin unglaublich glücklich, dass er sich mit dem Traumtor heute belohnt hat.”
Kornwachs Barjuan bedankte sich entsprechend beim Coach: „Er hat mich rein geworfen. Es hat perfekt geklappt, würde ich mal sagen.“