Legende Yaya Touré erlebt Albtraum in Champions League

Legende Yaya Touré erlebt Albtraum in Champions League

Ein unrühmlicher Rekord, offene Kritik aus der eigenen Mannschaft. Der erste Cheftrainerposten wird für Yaya Touré zum Abltraum.

Yaya Touré erlebt bei seiner ersten Station als Cheftrainer einen echten Albtraum-Start – vor allem, wenn man die Spiele in der Champions League betrachtet. Der einstige Nationalspieler der Elfenbeinküste hat sich mit Slovan Bratislava zum Auftakt in der Königsklasse vier empfindliche Pleiten in Folge eingefangen – und wird nun sogar von den eigenen Spielern kritisiert.

Gegen Titelverteidiger Paris Saint-Germain setzte es ein 1:6, gegen den VfB Stuttgart war das Ergebnis mit 0:3 noch am erträglichsten. Gegen die AS Roma und jüngst auch gegen den LASK schluckte sein Team jeweils vier Gegentreffer, ein eigenes Tor wollte nicht gelingen.

Touré hat damit nun einen unrühmlichen Rekord inne: Als erster Trainer überhaupt hat er seine ersten vier Spiele in der Champions League mit jeweils drei Toren Unterschied verloren.

Touré macht Spielern Vorwürfe

„Das Ergebnis tut uns leid, und die Gegentore tun uns leid“, sagte Touré nach der Partie gegen Linz: „Wir haben zweimal nach einer Ecke und einmal nach einem Freistoß ein Tor kassiert. Das ist schwer zu akzeptieren, aber uns bleibt nichts anderes übrig.“

Touré, früher unter anderem Spieler von Manchester City und Barca, war einst ein starker Zweikämpfer. Seinem Team warf er vor, oft „zu sanft“ mit den Gegenspielern umzugehen.

Das Echo in der Presse fiel derweil recht eindeutig aus: „Der Unterschied zwischen dem LASK und Slovan ist abgrundtief. Wenn es so weitergeht, wird er noch größer werden“, schrieb Dennik Sport.

Kevin Wimmer (r.) kritisiert seinen Trainer öffentlich
Kevin Wimmer (r.) kritisiert seinen Trainer öffentlichKevin Wimmer (r.) kritisiert seinen Trainer öffentlich© IMAGO/Harald Dostal

Spieler machen Touré Vorwürfe

Hinterfragt wurde unter anderem die Aufstellung des Trainers, der sich für eine Fünferkette entschieden hatte. Kritik gab es dabei nicht nur aus den Medien: „Heute haben wir zum ersten Mal in dieser Saison versucht, in einem System mit fünf Verteidigern zu spielen, obwohl wir das zuvor noch nie trainiert hatten“, schimpfte Verteidiger Kevin Wimmer: „Gegen den LASK hätte das vielleicht die richtige Taktik sein können, aber es war ein großes Risiko.“

Wimmer weiter: „Vier unserer Stammspieler saßen nur auf der Bank. Aus irgendeinem Grund liegt der Schwerpunkt auf der heimischen Liga, da wir dort derzeit Zweiter sind und nur der erste Platz zählt.“ Er verstehe dies nicht: „Nach Linz zu kommen, ohne auch nur zu versuchen, Punkte zu holen, ist extrem frustrierend.“

DEINE MEINUNG

Tatsächlich läuft es für Touré in der slowakischen Liga etwas besser, dort rangiert der 43-Jährige mit Bratislava auf Rang zwei. Der Rückstand auf Dunajska Streda beträgt nach 13 Spieltagen allerdings bereits acht Punkte.

Touré arbeitete bislang bei mehreren Vereinen und bei der Nationalmannschaft Saudi-Arabiens als Co-Trainer. Erfahrung als Cheftrainer sammelte er lediglich im Nachwuchsbereich von Tottenham Hotspur.

Als Spieler war er gerade bei ManCity eine echte Legende, gleich dreimal wurde er in England Meister. Mit Barcelona holte er sechs Titel in einem Jahr, unter anderem die Champions League.