Eigentor leitet Leipzig-Niederlage in der Champions League ein

von SID
"Hat sich Jürgen Klopp schon gemeldet, Herr Baku?"
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"Hat sich Jürgen Klopp schon gemeldet, Herr Baku?"

Die Sachsen halten gegen Manchester City lange gut mit, kassieren aber auch durch ein bitteres Eigentor die dritte Niederlage im vierten Champions-League-Spiel.

RB Leipzig gerät im Ringen um das Weiterkommen in der Champions League immer stärker ins Hintertreffen. Gegen Haaland und das Star-Ensemble von Manchester City unterlagen die Sachsen am Mittwoch mit 2:3 (0:1). Nach drei Pleiten aus vier Spielen steht Leipzig im Rennen um die Playoffs schon enorm unter Druck.

Ein Eigentor von RB-Verteidiger Castello Lukeba (37.) sowie Treffer von Enzo Fernandez (58.) und Haaland (78.) sorgten für die erste Pleite nach zuvor fünf Siegen aus fünf Heimpflichtspielen in der laufenden Saison. Für das Team von Trainer Martín Demichelis waren Ridle Baku (49.) und Antonio Nusa (61.) erfolgreich.

Castello Lukeba (m.) wurde gegen Manchester City zum Pechvogel
Castello Lukeba (m.) wurde gegen Manchester City zum PechvogelCastello Lukeba (m.) wurde gegen Manchester City zum Pechvogel© IMAGO/Jan Huebner

„Kein Rezept“ gegen Haaland?

Vor dem Spiel hatte vor allem eine Frage Leipzig beschäftigt: Wie lässt sich die Urgewalt Haaland aufhalten, die RB bereits 2023 beim 0:7 per Fünferpack aus der Champions League geschossen hatte?

Nun, laut Demichelis gebe es „kein Rezept“ gegen den 26-Jährigen, jener sei „einfach ein super Stürmer“. Wobei eine Sache dem früheren Weltklasse-Verteidiger doch einfiel: „Es ist wichtig, dass er so wenig Zeit wie möglich in unserem Sechzehner spielt.“

Mutiger Start von RB Leipzig

Und dies gelang im ersten Durchgang zunächst sogar ziemlich gut. Zwar ließ City zu Beginn den Ball viel zirkulieren, die RB-Abwehr bot den Gästen vorerst jedoch kaum Lücken. Ein Versuch von Rayan Cherki (8.) ging recht klar vorbei.

Nachdem sich die Leipziger zu Beginn abwartend gaben, näherten sie sich nach einer Viertelstunde erstmals dem Tor an. Antonio Nusa zog aus rund 16 Metern ab, der stramme Schuss rutschte City-Torwart Gianluigi Donnarumma durch die Hände, landete aber letztlich auf dem Netz.

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Lukeba wird zum Unglücksraben

In dieser Phase hielt RB bestens mit, ging giftig in die Zweikämpfe und agierte mutig nach vorne, während Haaland völlig abgemeldet war. Stattdessen erspielten sich die Gastgeber weitere gute Chancen. Christoph Baumgartner (30.), der nach langer Verletzungspause sein Startelf-Comeback gab, zielte mit dem nächsten Distanzschuss nur knapp daneben.

Entsprechend unglücklich war dann der Rückstand. Bei einem Klärungsversuch nach scharfer Flanke von Nico O’Reilly drückte Lukeba den Ball im Fallen über die eigene Linie.

Donnaruma ausgeguckt – Frecher Ausgleich von Baku

Nach der Pause kamen die Leipziger mit unglaublich viel Feuer aus der Kabine. Gleich zweimal prüften Nusa (46.) und Baumgartner (47.) Italiens Nationalkeeper Donnarumma, ehe jener beim Ausgleich von Baku ganz schwach aussah.

Mit toller Übersicht überraschte der Rechtsverteidiger den Schlussmann aus spitzem Winkel, nachdem Donnarumma die kurze Ecke offengelassen hatte. „Ich habe den Raum gesehen, habe eine Sekunde gebraucht, um zu realisieren, dass das Tor doch so frei ist. Ich habe gesehen, dass der Donnarumma auf den Pass vorne rum spekuliert hat und dann habe ich mir gedacht, ‚komm, hau das Ding einfach rein'“, gestand der glückliche Torschütze nach dem Spiel.

RB-Star stellt sich vor Demichelis
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Haaland hat das Schlusswort

Danach wurde es wild. Erst köpfte der argentinische Vize-Weltmeister Fernández eine Flanke von Iliman Ndiaye ein. Nur drei Minuten später setzte Christopher Nkunku, zuvor eingewechselt, Nusa mit einem wunderschönen Heber in Szene. Der Dribbelkünstler, der im Sommer gemeinsam mit Haaland ins WM-Viertelfinale gestürmt war, vollstreckte eiskalt. Aus dem Nichts tauchte dann Haaland auf und grätschte eine flache Hereingabe von Elliot Anderson ins Tor.

„Das ist gerade so suspekt, weil der Plan gegen den Ball viel aufging heute“, analysierte Baku nach dem Spiel bei DAZN. „Gegen solche Gegner musst du das über 90 Minuten machen. Das ist vielleicht nochmal ein kleiner Schritt, der uns in der Entwicklung fehlt. Aber ich bin mit der Leistung heute sehr zufrieden. Wir haben uns wirklich gut verkauft, mit ein bisschen Glück gewinnst du das Spiel.“

„Da müssen wir uns schon an die eigene Nase fassen“, legte Christoph Baumgartner den Finger mehr in die Wunde und forderte „nicht alles rosarot sehen, sondern schon auch ehrlich und hart sein.“ Dennoch sah der Startelf-Rückkehrer ein „Superspiel“ seiner Mannschaft.

Beim nächsten Leipziger Auftritt in der Königsklasse am 24. November (21.00 Uhr) ist gegen den RC Lens nun ein Sieg Pflicht.