Das unwahrscheinlichste Tor der Saison

von SPORT1
Das unwahrscheinlichste Tor der Saison

Die Hamburger feiern nach schwierigen Wochen einen ganz wichtigen Heimsieg in einer turbulenten Partie. Der HSV profitiert von zwei Distanzschüssen und einem bitteren Abend eines Gladbachers.

Traumtore gegen die Abstiegssorgen: Der Hamburger SV hat auch dank des magischen linken Fußes von Miro Muheim Bundesliga-Schlusslicht Borussia Mönchengladbach auf Distanz gehalten. In einem intensiven Flutlichtduell zweier zuletzt taumelnder Traditionsvereine siegte der HSV mit 3:1 (1:1) und machte einen mächtigen Satz aus der unteren Tabellenregion.

Muheim war früh im Spiel zum dritten Mal in dieser Saison aus der zweiten Reihe erfolgreich (11.). Diesmal überwand er Gladbach-Keeper Daniel Batz aus 30,44 Metern per Flachschuss. Die Geschwindigkeit betrug 129,43 km/h.

Er kann es auch nicht erklären: Miro Muheim erzielte sein drittes Saisontor - alle aus der Distanz
Er kann es auch nicht erklären: Miro Muheim erzielte sein drittes Saisontor – alle aus der DistanzEr kann es auch nicht erklären: Miro Muheim erzielte sein drittes Saisontor – alle aus der Distanz© IMAGO/Beautiful Sports

Laut Sky lag der Expected-Goals-Wert des Treffers bei 1,9 Prozent – der niedrigste Wert aller Tore der aktuellen Bundesligasaison. Nach dem Seitenwechsel legten Eigengewächs Shafiq Nandja (60.) mit seinem ersten Bundesligatreffer und Albert Grönbaek (70.) mit dem nächsten sehenswerten Tor für den HSV nach.

Muheim? „Eine ganz starke Waffe für uns“

„Die Trainer und auch auch die Spieler raten mir oder sagen mir, ich soll schießen, wenn ich einen freien Fuß habe, und ich weiß, dass ich einen guten guten linken Fuß habe, und deshalb versuche ich es da aus der Distanz. Klar, jetzt habe ich einen Lauf und irgendwie geht gerade jeder rein“, sagte Muheim bei Sky. Trainer Merlin Polzin nannte seinen Schützling „eine ganz starke Waffe für uns“.

Joe Scally (44.) hatte zwischenzeitlich für die Borussia getroffen, die sich durch die Gelb-Rote Karte für Ko Itakura (49.) aber selbst schwächte. „Das weiß der Ko selbst“, erklärte ein sichtlich genervter Sportdirektor Rouven Schröder bei Sky. „Im Endeffekt ist er Kapitän der japanischen Nationalmannschaft und er weiß ganz genau, wie er hingehen muss, er hat Gelb gehabt. Das war relativ präsent, auch beim Schiedsrichter im Kopf. Muss er anders hingehen.“

DEINE MEINUNG

Der Sprung vom letzten Tabellenplatz war für den 17 Jahre alte DFB-Neuling Wael Mohya und sein Team trotz einer guten ersten Hälfte somit unmöglich.

DFB-Neuling in Startelf

HSV-Trainer Merlin Polzin hatte in personell angespannten Zeiten auf ein Rückkehrer-Trio gehofft, doch lediglich Abwehrchef Sebastiaan Bornauw schaffte es in die Startelf, während Yussuf Poulsen zunächst auf der Bank Platz nahm. Auf der Gegenseite setzte Alexander Blessin wieder auf seinen Super-Youngster: Mohya, der sich nach seiner überraschenden Kader-Nominierung noch in diesem Monat zum drittjüngsten Debütanten im DFB-Team aufschwingen könnte, stürmte über die linke Seite.

Die Anfangsphase gehörte aber dem Heimteam. Nach einem Schnitzer von Scally scheiterte Patson Daka zunächst freistehend an Borussia-Keeper Daniel Batz (8.), kurz darauf aber herrschte im vollbesetzten Volkspark Volksfeststimmung – dank Muheim.

Die ansehnliche Partie hatte in der ersten Hälfte nur wenig von Abstiegskampf. Martin Adeline belohnte eine feine Kombination des HSV aber nicht mit dem 2:0 (14.). Auch Gladbach spielte munter nach vorne, immer mittendrin: Der quirlige Mohya, dessen DFB-Nominierung seine Eltern nach eigener Aussage zu Tränen gerührt hatte.

Grönbaek liefert den nächsten Hammer

Beiden Teams boten sich weitere gute Chancen. Fallen wollte der zweite Treffer aber erst kurz vor der Pause. Es waren die Gäste, die nach Scallys eigentlich unscheinbarem Schuss, den Robin Hack wohl noch leicht abfälschte, jubelten.

Doch die zweite Hälfte begann mit einem Schock für die Borussen: Der unclever agierende Itakura durfte nach einem Halten gegen David Möller Wolfe nicht mehr mitspielen. Nach drei Pflichtspielpleiten in Folge eröffnete sich dem HSV plötzlich eine riesige Chance. Nandja nutzte die neuen Räume schnell aus und drosch den Ball über die Schulter von Batz ins Tor. Premierentreffer für das 19 jahre alte Eigengewächs. „Noch schöner machte es wenig später Grönbaek, der aus der Distanz ins Kreuzeck traf.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)

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