Deutliche Worte nach Gladbacher Platzverweis

Blessin gesteht Coaching-Fehler ein
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Blessin gesteht Coaching-Fehler ein

Ko Itakura erlebt bei Gladbachs Niederlage gegen den HSV einen bitteren Abend. Sportdirektor Schröder und Trainer Blessin finden nach dem Platzverweis deutliche Worte.

Ko Itakura hat bei Gladbachs Niederlage gegen den Hamburger SV ein Spiel zum Vergessen erlebt. Nicht nur bleibt seine Borussia das Schlusslicht in der Bundesliga, für seinen Platzverweis musste der Verteidiger später auch noch Kritik von Sportdirektor und Trainer einstecken.

„Du musst hier mit elf Mann das Spiel beenden“, leitete ein angenervter Rouven Schröder seine Analyse am Sky-Mikrofon ein. Der Japaner hatte in der 49. Minute für ein taktisches Foul auf Höhe der Mittellinie seine zweite Gelbe Karte gesehen. Die erste gab es in der 38. Minute, als er Albert Sambi Lokonga unmittelbar vor dem Gladbacher-Strafraum abräumte: „Das weiß der Ko selber, das ist natürlich schlecht.“

Itakura? „Einfach dumm“

Der Platzverweis beim Stand von 1:1 wurde dann zum Wendepunkt der Partie. Der HSV drehte gegen zuvor gute Gladbacher auf und stellte schließlich auf 3:1. „Ich glaube, wenn wir das Spiel heute mit elf Mann beendet hätten, dann hätten wir hier auf jeden Fall was geholt“, musste Trainer Alexander Blessin bedient konstatieren.

„Es ist einfach dumm“, sagte der Coach über den Platzverweis, „weil wir durch so ein Missgeschick, durch so einen blöden Fehler in Unterzahl geraten sind.“

Schon in der ersten Hälfte agierte Itakura am Rande der Ampelkarte. Hätte Blessin den 29-Jährigen also zur Halbzeit auswechseln sollen? „Im Nachgang bist du immer schlauer. Da kann man sich jetzt klug rausreden. Du denkst natürlich: Erfahrener Spieler, der das im Training auch gut gemacht hat, der eigentlich auch souverän wirkte und dann ist das bitter. Aber es geht jetzt nicht darum, ihn abzustempeln. Es geht darum, weiter daraus zu lernen“, erklärte Blessin seine Entscheidung, Itakura auf dem Feld zu lassen.

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Auch Schröder kritisiert Itakura

„Der Ko hat ja auch eine gewisse Erfahrung. Im Endeffekt ist er Kapitän der Nationalmannschaft von Japan und er weiß ganz genau, wie er da hingehen muss. Er hat schon Gelb gehabt“, schlug auch Schröder in die gleiche Kerbe. In der Halbzeit sei dies explizit angesprochen worden.

„Das war noch relativ präsent, auch beim Schiedsrichter noch im Kopf. Da muss er anders hingehen.“ Das wusste wohl auch Itakura, der Schiedsrichter Sven Jablonski nur flehend ansah, dann aber protestlos den Platz verließ. Auch von seinen Mitspielern gab es keine große Gegenwehr gegen die Entscheidung.

Torhüter Daniel Batz allerdings war etwas überraschter: „Klar, er ist ein erfahrener Spieler. Aber Fehler passieren allen mal. Ich wusste zum Beispiel gar nicht, dass er Gelb hatte. Das ging in der ersten Hälfte an mir vorbei.“ Beim Borussenduell mit dem BVB nach der Länderspielpause wird der Japaner den Gladbachern also fehlen.

Für Gladbach war Itakuras Gelb-Rote Karte bereits der dritte Platzverweis in den elf Pflichtspielen dieser Saison.