Reese-Rückkehr geht mächtig schief
Er ist Reizthema Nummer Eins im Top-Duell
In der elften Ligapartie spielt die Leitl-Elf über 70 Minuten in Überzahl und holt gegen den VfL Wolfsburg den zehnten Sieg.
Der Traum vom Aufstieg und einer 100-Punkte-Saison lebt bei Hertha BSC auch nach dem Topspiel der 2. Bundesliga weiter. Bei der Rückkehr von Ex-Kapitän Fabian Reese gewann der ungeschlagene Tabellenführer aus Berlin gegen den zuletzt formstarken VfL Wolfsburg 2:1 (2:0).
Mit dem zehnten Sieg im elften Spiel distanziert die Mannschaft von Trainer Stefan Leitl die ambitionierten Niedersachsen auf Platz vier damit bereits auf zwölf Punkte, der Relegationsrang ist zehn Punkte entfernt.
70.000 Fans im frostigen Olympiastadion bescherten Reese den erwarteten Spießrutenlauf und pfiffen den 28-Jährigen bei jeder Aktion gnadenlos aus. Nach Cleitons Roter Karte (20./Notbremse) trafen Oluwaseun Adewumi (44.) und Deyovaisio Zeefuik (45.+2) vor der Pause für die Hertha.
Reese-Schuss landet an der Latte
Beiden Toren gingen Fehler von Reese voraus. Kento Shiogai (47.) ließ Wolfsburg noch einmal hoffen, änderte an der ersten Niederlage des Bundesliga-Absteigers nach zuvor fünf ungeschlagenen Liga-Spielen aber nichts.
Einem Spitzenspiel angemessen begegneten sich beide Mannschaften zunächst mit offenem Visier. Einen Konter über Alexander Bernhardsson setzte Reese aus 18 Metern ansatzlos an die Latte (2.). Mads Pedersen vergab die frühe Hertha-Führung aus ähnlicher Distanz (7.).
Kurz darauf gab es die wohl entscheidende Szene des Spiels: Nachdem der VAR einen vermeintlichen Strafstoß zurücknahm und Cleitons Foul an Sebastian Grönning außerhalb des Strafraums verortete, flog der Brasilianer vom Platz.
Reese gibt den Ball erneut her
Hertha übernahm zunehmend die Spielkontrolle. Kurz vor dem Pausenpfiff zahlte sich die Dauerbelagerung des Wolfsburger Strafraums aus: Erst vollendete Adewumi eine abgefälschte Hereingabe nach Reese-Ballverlust trocken.
Drei Minuten später war es erneut Reese, der den Ball im Mittelfeld vertändelte, Zeefuik war auf dem rechten Flügel enteilt und Timon Wellenreuther beim Abschluss des Niederländers machtlos.
Wolfsburg-Trainer Tobias Strobl stellte anschließend offensiv um und brachte Shiogai. Der Japaner nährte die Hoffnungen an ein VfL-Comeback in Unterzahl mit einem kuriosen Flipper-Tor. Hertha wirkte erstmals wie eine Mannschaft, die etwas zu verlieren hatte, hielt sich in einer an Höhepunkten armen zweiten Halbzeit schadlos.