Wer soll es Manuel Neuer bitte sagen?

Hitziger Streit um Neuer hört gar nicht mehr auf
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Hitziger Streit um Neuer hört gar nicht mehr auf

Manuel Neuers erneute Verletzung befeuert die Diskussion über ein mögliches Karriereende. Doch wer glaubt, der FC Bayern könne seinen Kapitän einfach zum Rückzug drängen, verkennt die Situation. Der SPORT1-Kommentar.

Manuel Neuer ist verletzt – mal wieder. Es stellt sich die Frage, wie lange das noch so weitergehen soll – mal wieder.

Die Diskussion über ein mögliches Karriereende des Bayern-Kapitäns ist angesichts seiner Verletzungshistorie durchaus berechtigt. Der nun diagnostizierte Sehnenteilriss im rechten Fuß dürfte diese noch weiter befeuern. Nur geht sie an einer entscheidenden Frage vorbei: Wer soll dieses Ende eigentlich herbeiführen?

Wie lange steht Manuel Neuer noch im Bayern-Tor?
Wie lange steht Manuel Neuer noch im Bayern-Tor?Wie lange steht Manuel Neuer noch im Bayern-Tor?© SPORT1-Grafik/Imago

„Der FC Bayern muss … der FC Bayern sollte …“ Wer ist denn „der FC Bayern“?

Neuer verfügt über eine enorme Hausmacht beim FC Bayern

Wer bitte schön soll ernsthaft die Autorität besitzen, Neuers beispiellose Karriere faktisch zu beenden? Die Antwort ist ziemlich einfach: Kaum jemand!

Neuer verfügt beim Rekordmeister noch immer über eine enorme Hausmacht. Seine Verdienste, sein Standing innerhalb des Vereins und sein Selbstverständnis als Nummer 1 machen ihn zu einer Ausnahmeerscheinung. Nicht nur sportlich.

Wer glaubt, man könne dem 40-Jährigen einfach mitteilen, dass er künftig weniger Spiele bestreiten oder seinen Platz zwischen den Pfosten ganz räumen soll, ist naiv. Oder kennt Manuel Neuer nicht.

Wer kann Neuer überzeugen?

Allenfalls zwei Männer hätten das Standing, ihn von einem solchen Schritt zu überzeugen: Vincent Kompany und Uli Hoeneß.

Der Trainer qua Amt und aufgrund seines guten Verhältnisses zum Kapitän. Hoeneß als langjähriger Wegbegleiter, dessen Wort bei Neuer noch immer Gewicht besitzt.

DEINE MEINUNG

Und Jonas Urbig? Der junge Kronprinz verhält sich loyal, macht keinen Ärger und wird gewiss keine Palastrevolution anzetteln. Auch deshalb entsteht für Neuer kein unmittelbarer Handlungsdruck.

Neuers Karriere wird nicht von außen beendet

Das bedeutet selbstverständlich nicht, dass seine Verletzungen folgenlos bleiben dürfen. Auch ein Manuel Neuer steht nicht über dem Leistungsprinzip. Und der FC Bayern muss sich Gedanken über seine kurzfristige Zukunft im Tor machen.

Doch am Ende wird Neuer selbst entscheiden, wann er seine Karriere beendet. Und sehr wahrscheinlich auch, ob er bereit ist, seine Einsatzzeiten zu reduzieren.

Das mag man kritisieren. Man sollte aber nicht so tun, als ließen sich Jahrzehnte voller Verdienste, Autorität und gewachsenen Einflusses mit einer einfachen Personalentscheidung beiseiteschieben.

Neuers Karriere wird nicht von außen beendet. Er muss selbst bereit sein, loszulassen.

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