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Frauen-WM: Schottland raus nach Videobeweis-Ärger - Argentinien jubelt
Frauen-WM: Schottland raus nach Videobeweis-Ärger - Argentinien jubelt © Getty Images
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Schottland scheidet bei der Frauen-WM nach großem Drama aus. Erst verspielt man eine hohe Führung, dann schaltet sich der Videobeweis gleich zweimal ein.

Was für ein brutales Ende aller Hoffnungen der Schottinnen auf den Einzug in das Achtelfinale der Frauen-WM in Frankreich.

Bereits mit 3:0 lag man nach 70 Minuten gegen Gruppengegner Argentinien in Führung und war damit auf dem besten Wege mit drei Punkten und einem ordentlichen Torverhältnis zu einem der vier besten Gruppendritten zu zählen. Dies hätte für die Teilnahme an der K.o.-Phase berechtigt.

Doch innerhalb von fünf Minuten traf Argentinien dann zweimal - und bereits das zweite Tor passierte denkbar unglücklich. Der Schuss von Florencia Bonsegundo prallte an die Latte, dann aber von der in dieser Szene unglücklich agierenden Torhüterin Lee Alexander hinter die Linie (DATENCENTER: Die Tabellen).

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Elfmeter nach minutenlangen Videobeweis

Wenige Sekunden vor dem Abpfiff kam es zu einer heiklen Szene im Strafraum, der einen minutenlangen Videobeweis zur Folge hatte. Schiedsrichterin Ri Hyang-Ok entschied dann doch auf Elfmeter, was man durchaus nachvollziehen konnte.

Schottlands Torfrau Alexander parierte allerdings den Elfmeter von Bonsegundo und auch bei deren Nachschuss war sie rechtzeitig zur Stelle. Sollten die Schottinnen also doch noch einmal mit dem Schrecken davonkommen?

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Nein, denn erneut schaltete sich der Videobeweis ein und merkte an, dass Alexander die Torlinie verlassen hätte. Dies war tatsächlich der Fall - allerdings maximal um 20 bis 30 Zentimeter, was so gut wie bei jedem Elfmeter, der je geschossen wurde, passiert.

Neue Regel sorgt für Ärger bei Frauen-WM

Dies soll eine neue Regel verhindern, die vorsieht, dass mindestens ein Fuß auf der Linie bleiben muss. Deshalb wurden bei der Frauen-WM bereits zuvor Elfmeter wiederholt - nie allerdings war der Abstand zur Linie so knapp gewesen und die extrem dramatische Situation sorgte für zusätzliche Aufregung.

Auf der Twitter-Seite der FIFA hagelte es Proteste über den für viele an dieser Stelle überflüssigen Einsatz des Videbeweises, da so demnächst bei jedem Elfmeter erst mal durch genaue Videobeweis-Analyse überprüft werden muss, ob der jeweilige Torwart fünf Zentimeter vor der Linie steht oder nicht.

In diesem Fall wurde der Elfmeter nach Einschreiten des Videobeweises jedenfalls wiederholt, Alexander bekam zudem die Gelbe Karte gezeigt. Bonsegundo nutzte das Geschenk und knallte den Ball in die Mitte zum 3:3-Ausgleich in der fünften Minute der Nachspielzeit.

Schottland raus - Argentinien so gut wie

Für Schottland bedeutete dies das sichere Aus als Gruppenletzter, während auch Argentinien durch das Remis nur Minimalchancen auf das Weiterkommen hatte. Während die Argentinierinnen nach dem Mega-Comeback dennoch jubelten, lagen einige Schottinnen weinend auf dem Rasen.

"Ich habe bereits vor dem Turnier gesagt, dass ich für den Videobeweis bin, wenn der Videobeweis dabei hilft, dass es zu den richtigen Entscheidungen kommt – aber heute haben wir uns ungerecht behandelt gefühlt", sagte Schottlands Trainerin Shelley Kerr.

Noch klarer drückte sich Schottlands Regierungschefin Nicola Sturgeon auf Twitter aus: "Ich versteh immer noch nicht komplett, wie er funktioniert, aber ich verstehe genug, um zu wissen, dass ich den VAR hasse!"

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