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Zum zweiten Mal in der Geschichte der SG Flensburg-Handewitt schnappte sich das Team den Meistertitel
Zum zweiten Mal in der Geschichte der SG Flensburg-Handewitt schnappte sich das Team den Meistertitel © Getty Images
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Flensburg und München - Die SG Flensburg-Handewitt ist deutscher Handball-Meister. Zum Abschluss der Saison gewinnt die SG gegen Göppingen. Die Rhein-Neckar Löwen sind entthront.

Nach der Zitterpartie auf dem Parkett hatte der neue deutsche Handball-Meister SG Flensburg-Handewitt selbst beim Feiern noch so seine Probleme. Die obligatorische Sektflasche ließ sich erst im zweiten Versuch öffnen, Maskottchen "Sigi, die Möwe" kam auf dem rutschigen Hallenboden im Siegestaumel mächtig ins Straucheln.

Doch als SG-Kapitän Tobias Karlson die Meisterschale hochriss, war der erkrampfte 22:21 (12:12)-Arbeitssieg gegen Frisch Auf Göppingen abgehakt.

Und während das norddeutsche Nebelhorn durch die Flens-Arena dröhnte und der scheidende Rückraumstar Thomas Mogensen per Megafon den Siegestanz seiner Teamkollegen begleitete, war der zweite Meistertitel nach 2004 im hohen Norden Deutschlands angekommen.

Mit einem Punkt Vorsprung retteten sich die Schleswiger ins Ziel, der 28:25 (13:12)-Erfolg von Titelverteidiger Rhein-Neckar Löwen gegen den SC DHfK Leipzig blieb letztlich wertlos. 

Flensburg hatte "viel Druck"

"Man hat gemerkt, wie viel Druck die Jungs hatten. Ich bin stolz, wie sie das gemacht haben", sagte Flensburgs Trainer Maik Machulla bei Sky: "Wir waren so oft kurz davor. Für die Fans und die Stadt ist das ein besonderer Tag." Ex-Weltmeister Holger Glandorf fügte hinzu: "Es war sehr zäh, aber das ist total egal. Wir sind deutscher Meister."  

Zum zweiten Mal in der Geschichte der SG Flensburg-Handewitt schnappte sich das Team den Meistertitel
Zum zweiten Mal in der Geschichte der SG Flensburg-Handewitt schnappte sich das Team den Meistertitel © Getty Images

Nach dem ersten Titel 2004 war der Champions-League-Gewinner von 2014 siebenmal Vizemeister geworden, insgesamt landeten die Flensburger in der Endabrechnung schon zwölf Mal auf Platz zwei. Und auch am Sonntag stand "Vizeburg" kurz vor einem erneuten bitterbösen Erwachen, ein Remis hätte nicht zum Titel gereicht.

Mit dem Triumph vor Augen, agierte die SG phasenweise wie gelähmt, fahrig und zum Teil übernervös. Die Platzherren vergaben viele freie Würfe gegen Göppingens Torwart Primoz Prost und versäumten es ein ums andere Mal, in der Verteidigung kräftig zuzupacken.

SG seit 14 Jahren ohne Meistertitel

In dieser Phase bangte und haderte auch Dierk Schmäschke. Um so gelöster war der SG-Geschäftsführer und Ex-Nationalspieler, als der knappe Sieg unter Dach und Fach war, und wies auf die historische Dimension dieses Erfolges hin: "Wir haben 14 Jahre darauf hingearbeitet, unser Image des ewigen Zweiten vergessen zu machen."  

Die 6300 Zuschauer in der seit Wochen ausverkauften Flens-Arena staunten nicht schlecht, dass keine der beiden Mannschaften in der ersten Halbzeit mehr als ein Tor Vorsprung herauswarf. Erst in der 43. Minute führte die SG erstmals mit mehr als einem Treffer (17:15).

Dabei waren die Gäste stark ersatzgeschwächt und lediglich mit sieben Feldspielern und zwei Torhütern in den hohen Norden gereist. Trainer Rolf Brack hatte seinem Team daher verständlicherweise eine eher behäbige Spielweise verordnet, die aber bis zur letzten Sekunde dazu ausreichte, den hohen Favoriten nie entscheidend wegziehen zu lassen.

Möglich gemacht hatte den Flensburger Triumph auch eine Schwächephase des Vorjahresmeisters im Liga-Endspurt. Zwischen dem 31. und dem 33. Spieltag holten die Mannheimer lediglich einen Zähler und büßten damit einen Vier-Punkte-Vorsprung auf den neuen Titelträger ein.

Lübbecke und Hüttenberg abgestiegen

Derweil sind der TV Hüttenberg und der TuS N-Lübbecke nach nur einer Saison wieder abgestiegen. Lübbecke rutschte durch ein 27:30 (13:11) beim TBV Lemgo am letzten Spieltag noch auf den vorletzten Tabellenplatz ab. Auch Hüttenberg muss nach dem Durchmarsch von der 3. in die 1. Liga nach einem 23:28 (12:15) bei den Füchsen Berlin direkt wieder den Gang in die Zweitklassigkeit antreten. Gerettet ist hingegen der dritte Aufsteiger Eulen Ludwigshafen: Durch ein 32:29 (16:15) gegen den HC Erlangen zogen die Ludwigshafener noch an Lübbecke vorbei.

Meister und Vize-Meister sind für die Champions League qualifiziert. Im EHF-Pokal starten die Füchse Berlin als Titelverteidiger, der TSV Hannover-Burgdorf als Verlierer des deutschen Pokalfinales, der SC Magdeburg als Tabellenvierter sowie Rekordmeister THW Kiel als Fünfter.

Abschied für viele Flensburg-Profis

Mehrere Flensburger Leistungsträger nahmen mit dem Titel ihren Abschied. Keeper Andersson beendet mit 40 Jahren seine Laufbahn, andere Leistungsträger wie Mogensen, Henrik Toft Hansen, Jacob Heinl und Kentin Mahe setzten ihre Karriere an anderer Stelle fort.

Andere, die bei der SG bleiben, erlebten ebenfalls einen ganz persönlichen Triumph. Coach Machulla trat nach nur einer Saison aus dem Schatten seines Vorgängers Ljubomir Vranjes, der Schwede hatte 2014 mit dem Team die Champions League gewonnen. Über seinen ersten Meistertitel nach insgesamt 17 Bundesligajahren in Nordhorn, Lemgo und Flensburg durfte sich Liga-Urgestein Glandorf (35) freuen.

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