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München - Silvio Heinevetter verlässt überraschend die Füchse Berlin und wechselt zur MT Melsungen. Sein neuer Verein habe um ihn geworben wie um "eine tolle Frau".

Der große Transferhammer der Handball-Bundesliga ist perfekt!

Wie bereits am Sonntag von Füchse-Manager Bob Hanning in der Bild bestätigt, wechselt Nationaltorwart Silvio Heinevetter aus Berlin zur MT Melsungen.

"Nach über 10 Jahren Berlin und die Füchse zu verlassen, war für mich eine wahnsinnig schwere Entscheidung", wird Heinevetter in der offiziellen Mitteilung der Melsunger zitiert. Seinen Wechsel zum aktuellen Tabellen-Fünften der HBL erklärte er mit "viel Wertschätzung", die ihm entgegengebracht worden sei, Melsungen habe um ihn gekämpft, "wie man es sonst nur für eine tolle Frau macht".

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Thomalla wenig begeistert

Nicht ganz so begeistert zeigte sich Heinevetters berühmte Lebensgefährtin, Simone Thomalla. "Herausforderungen sind da, um sie zu meistern. Ich kann nicht behaupten, dass mich gerade diese besonders glücklich macht", sagte sie in der Bild. "Ich hätte mir gewünscht, dass die Vereinsspitze der Füchse mehr um ihn gekämpft hätte", sagte die Schauspielerin. 

Der Geschäftsführer der Berliner wollte auf diese Sticheleien nicht weiter eingehen. "Dazu sage ich gar nichts, da sie nicht meine Ansprechpartnerin ist", sagte Bob Hanning gegenüber SPORT1, "Ich akzeptiere die Entscheidung von Silvio. Wir haben sehr offen und ehrlich mit ihm und seinem Berater korrespondiert und ihm gesagt, was möglich ist und was nicht."

Heinevetter wechselt 2020 nach Melsungen

In der kommenden Saison wird Heinevetter allerdings zunächst weiterhin für die Füchse auflaufen, der Wechsel geht erst im Sommer 2020 über die Bühne. Von da an erhält Heinevetter in Melsungen einen Zweijahresvertrag bis 2022 mit beidseitiger Option auf ein weiteres Jahr.

"Silvio ist ein Spieler, der polarisiert, aber vor dem die jeweiligen Gegner großen Respekt haben. Er ist ein Instinkt-Torwart, und mit seiner bisweilen unkonventionellen Art, Bälle zu halten, von jedem Werfer nur schwer einzuschätzen", schwärmt der ehemalige Bundesliga-Torwart und heutige MT-Vorstand Axel Geerken vom Neuzugang.

Füchse-Geschäftsführer Hanning betonte, dass Heinevetter in Berlin keine verbrannte Erde hinterlasse. "Es gibt auch keinen Streit. Ich führe diesen Verein seit 16 Jahren", sagte er gegenüber SPORT1, "Ich bin sehr werteorientiert und man kann davon ausgehen, dass ich jegliche Art von Spielregeln, solange ich hier arbeite, eingehalten habe. Und das ist auch in diesem Fall so."

Einen vorzeitigen Abgang des Nationaltorwarts schloss der Berliner allerdings aus. "Wir haben Heine viel zu verdanken. Es war eine schöne Zeit", sagte Hanning dem sid, "Wir sind uns einig, dass Silvio seinen Vertrag in Berlin erfüllen wird. Wir werden unser letztes Jahr gemeinsam genießen und wollen zusammen noch einen Titel holen. Mindestens."

Füchse Berlin scheitern am THW Kiel

Berlin war am Samstag beim Final Four im Halbfinale am späteren Pokalsieger THW Kiel gescheitert (22:24). Eine weitere Titelchance hat der Hauptstadt-Klub in dieser Saison im EHF-Cup, wo es im Viertelfinale in einem deutschen Duell gegen die TSV Hannover-Burgdorf geht.

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Heinevetter blickt schon jetzt auf eine erfolgreiche Vergangenheit mit den Füchsen zurück: 2014 gewann er den DHB-Pokal, danach zweimal den EHF-Cup (2015, 2018). Zudem wurde Berlin mit dem extrovertierten Keeper zweimal Vereinsweltmeister (2015 und 2016).

Mit dem Nationalteam feierte Heinevetter 2016 in Rio die Olympia-Bronzemedaille und landete bei der Heim-WM im Januar auf dem vierten Platz.

Dass der Freund von Schauspielerin Simone Thomalla nach dann elf Jahren die Hauptstadt verlässt und in die hessische Provinz wechselt, ist ein Statement der MT Melsungen. Mit Unterstützung des Pharmakonzern Braun, der in Melsungen seinen Firmensitz hat, will sich der Verein langfristig unter den Top 5 des deutschen Handballs etablieren.

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