England im Ausnahmezustand: Fan dichtet Hit um
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Moskau und München - Die WM 2018 in Russland ist auf der Zielgeraden, die Finalpaarung steht. SPORT1 hält Sie im TICKER mit allen Informationen rund ums Turnier auf dem Laufenden.

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  • Hoeneß lobt Frankreichs Holzhackerfußball (7.29 Uhr)
  • Rakitic und Vida küssen Fotografen (Mi. 23.32 Uhr)
  • Matthäus verteidigt Putin-Treffen (Mi., 14.18 Uhr)

+++ 19.09 Uhr: FIFA will weniger Nahaufnahmen von Fans +++

Der Fußball-Weltverband FIFA will bei den noch anstehenden beiden WM-Spielen die Anzahl von Zuschauer-Nahaufnahmen reduzieren, um "sexuelle Anspielungen" und "geschlechtsspezifischen Vorurteile" zu vermeiden. Wie ein FIFA-Sprecher der Nachrichtenagentur AFP bestätigte, habe der Weltverband für das Finale am Sonntag zwischen Frankreich und Kroatien (ab 17 Uhr im LIVETICKER) und das Spiel um Platz drei zwischen England und Belgien am Samstag neue Richtlinien für die Produktion des TV-Signals herausgegeben.

"Wir bevorzugen es, wenn die Berichterstattung übertriebene oder längere Nahaufnahmen vermeidet, die zu sexuellen Anspielungen oder geschlechtsspezifischen Vorurteilen führen können", sagte der FIFA-Sprecher. Das von der FIFA bereitgestellte TV-Signal wird weltweit von den Fernsehanstalten genutzt.

+++ 18.20 Uhr: Tschertschessow bricht Interview ab +++

Russlands Nationaltrainer Stanislaw Tschertschessow hat dünnhäutig auf die während der WM schwelenden Dopingvorwürfe rund um seine Mannschaft reagiert. Der 54 Jahre alte Tschertschessow brach ein Interview mit dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel zwischenzeitlich ab, nachdem er auf die Zweifel an den Leistungen der Sbornaja angesprochen worden war. 

"Fragen Sie mich zu Dingen, die faktisch bewiesen sind, und ich gebe Ihnen eine Antwort", sagte Tschertschessow und verließ nach Spiegel-Angaben den Raum. Erst nach längerer Diskussion war der Trainer bereit, das Interview fortzusetzen.  

"Russland interessiert nicht, was Sie denken", sagte Tschertschessow, angesprochen darauf, ob man in Russland verstehen könne, dass die Sportler angesichts des institutionellen Dopingsystems bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi misstrauisch beobachtet werden. Das russische Team war bei der Endrunde überraschend bis ins Viertelfinale gekommen und erreichte mit die höchsten Laufleistungen aller Turniermannschaften.

Das Ausscheiden gegen Finalteilnehmer Kroatien bewertete Tschertschessow, der seine eigene Zukunft als Nationaltrainer zunächst offen ließ, als Enttäuschung: "Es gab einen Pokal, und wir hatten ihn nicht in der Hand, wir hatten keine Medaille um die Brust. Das ist kein Erfolg."

Während der Endrunde hatte es immer wieder Dopingvorwürfe gegen einen russischen WM-Kandidaten gegeben, der auf einer Verdachtsliste der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) steht. Dabei soll es sich um Ruslan Kambolow vom zweimaligen Meister Rubin Kasan handeln, der zunächst im vorläufigen WM-Kader des Gastgebers stand, offiziell aber wegen einer Verletzung nicht nominiert wurde. "Kann er nicht auf einer Verdachtsliste stehen?", fragte Tschertschessow knapp.

Die FIFA hatte gegen Kambolow ermittelt, die Untersuchungen aber eingestellt und die "Akte Russland" am 22. Mai geschlossen sowie das WM-Aufgebot des Gastgebers von den Dopingverdächtigungen freigesprochen.

+++ 15.44 Uhr: Southgate will Startelf "wenig" verändern +++

Englands Teammanager Gareth Southgate will bei der WM mit der bestmöglichen Startelf in das Spiel um Platz drei gegen Belgien gehen. "Wir müssen sehen, wer fit ist. Es wird nicht die gleiche Startelf wie im Halbfinale sein, aber wir wollen so wenig wie möglich verändern", sagte der 47-Jährige auf der Pressekonferenz am Freitag. Angeschlagen sind unter anderem Halbfinal-Torschütze Kieran Trippier und Ashley Young.

Seine Auswahl gehe auf jeden Fall mit "sehr viel Motivation" in das so ungeliebte Duell um Bronze am Samstag in St. Petersburg, betonte Southgate, denn: "Eine Medaille hat vor uns erst ein englisches Team gewonnen. Jeder will spielen." Das "kleine Finale" 1990 in Italien hatte der Weltmeister von 1966 gegen den Gastgeber verloren (1:2).

Doch die Zeit nach dem Halbfinal-Aus gegen Kroatien (1:2 n.V.) am Mittwoch sei naturgemäß "emotional schwierig" gewesen. "Uns fehlten nur 20 Minuten zum WM-Finale. Aber jetzt wollen wir das Turnier erfolgreich beenden. Wir wollen endlich eines der Top-Teams schlagen", sagte Southgate.

+++ 14:30 Uhr Kroatiens Premierminister leitet Sitzung im Nationaltrikot +++

Nicht nur bei den Einwohnern Kroatiens, sondern auch bei der Regierung des Landes grassiert nach dem Einzug der Nationalmannschaft ins WM-Finale das Fußball-Fieber. Premierminister Andrej Plenkovic leitete am Donnerstag eine Kabinettssitzung im rot-weiß-karierten Trikot, auch sämtliche Minister trugen das Leibchen der "Vatreni".

Ein entsprechendes Foto postete die Regierung auf ihrem Twitter-Account. Auf dem Bild reckt Plenkovic siegesgewiss den Daumen in die Kamera.

Kroatien war am Mittwoch im Halbfinale von Moskau durch einen 2:1 (1:1, 0:1)-Sieg gegen England nach Verlängerung zum ersten Mal in ein WM-Endspiel eingezogen. Dort geht es am Sonntag (ab 17 Uhr im LIVETICKER) gegen Vize-Europameister Frankreich.

+++ 08.15 Uhr: Prinz William ist stolz auf England +++

Eine anfängliche Welle der Euphorie ist bei den rund 30.000 England-Fans im Londoner Hyde Park am Mittwochabend in grenzenlose Trauer umgeschlagen. Nach der Niederlage im WM-Halbfinale gegen Kroatien trotz früher Führung (1:2 n.V.) flossen bei vielen Fans Tränen der Enttäuschung.

Aufmunternde Worte kamen von Prinz William, der zugleich Präsident des Fußballverbandes FA ist. "Ich weiß, wie enttäuscht die Mannschaft gerade sein muss, aber ich könnte nicht stolzer auf dieses Team sein, ihr solltet den Kopf hoch halten. Ihr hattet eine unglaubliche WM, habt Geschichte geschrieben und uns Fans etwas gegeben, an das wir glauben konnten. Wir wissen, dass von dieser Mannschaft noch mehr zu erwarten ist", schrieb der 36-Jährige bei Twitter.

+++ 07.29 Uhr: Hoeneß lobt Frankreichs Holzhackerfußball +++

Bayern Münchens Präsident Uli Hoeneß hat WM-Gastgeber Russland in höchsten Tönen gelobt. "Ich muss den Russen zu ihrer WM gratulieren, sie war prima organisiert. Es gab keinen Hooliganismus, keine Gewalt, das ganze Land befindet sich in einem positiven Aufbruch. Eine Super-WM", sagte Hoeneß im kicker.

Für Hoeneß ist Frankreich im WM-Finale gegen Kroatien (So., ab 17 Uhr im LIVETICKER) der klare Favorit. Im Gegensatz zu den Belgiern, die die Spielweise der Franzosen nach ihrer Niederlage im Halbfinale als Anti-Fußball bezeichneten, kann sich der 66-Jährige für den "modernen Fußball" Frankreichs begeistern.

"Jeder spielt da, wie es für die Mannschaft sein muss. Und dann kommt der lange Ball. Früher hieß es, dieser Fußball sei Holzhackerfußball, aber man muss flexibel sein", sagte Hoeneß.

Eine weitere Erkenntnis der WM ist für Hoeneß, dass man vorne einen Mittelstürmer braucht und keine falsche Neun.

+++ 06.55 Uhr: Southgate: Schmerz sitzt tief +++

Englands Teammanager Gareth Southgate zeigte sich zwar enttäuscht über die WM-Halbfinal-Niederlage der Three Lions in Moskau gegen Kroatien (1:2 n.V.), hob allerdings das Erreichte der englischen Nationalmannschaft hervor. "Der Schmerz der Niederlage sitzt tief, wenn ich mich in der Kabine umschaue, ist das spürbar", betonte der Coach nach dem Spiel im Moskauer Luschniki-Stadion: "Man muss das Ergebnis verdauen, aber ich bin stolz, was wir vollbracht haben."

Seine ganze Konzentration gilt jetzt dem Spiel um Platz drei gegen Belgien am Samstag in St. Petersburg. "Wir wollen unbedingt gewinnen", sinnierte Southgate. Er sei stolz auf die Gruppe: "Wir sind als Kollektiv hier hiergefahren, und wir fahren als Kollektiv nach Hause."

Mittwoch, 11. Juli:

+++ 23.32 Uhr: Rakitic und Vida küssen Fotografen +++

Nach dem Schlusspfiff des Halbfinals bei der WM gegen England brachen bei den Kroaten alle Dämme.

Zum ersten Mal überhaupt qualifizierte sich das kleine Land für ein Finale einer Fußball-Weltmeisterschaft - und da muss man bei den Feierlichkeiten auch mal Opfer bringen.

Das dürfte sich ein Fotograf gedacht haben, der ins Epizentrum des kollektiven Jubel-Ausbruchs der kroatischen Spieler geraten ist. Als sie ihn zu Fall brachten, geriet auch seine gesamte Ausrüstung in Mitleidenschaft.

Kroatische Spieler stürzten über einen Fotografen, der aber unversehrt blieb © Getty Images

Immerhin: Ivan Rakitic und Domagoj Vida war das Schicksal des Fotografen nicht gleichgültig. Beide nahmen ihn in den Arm und entschuldigten sich bei ihm mit einem Küsschen.

+++ 18.59 Uhr: Kroatien-Trikot für Trump +++

US-Präsident Donald Trump und Großbritanniens Premierministerin Theresa May haben von Kroatiens Staatschefin Kolinda Grabar-Kitarovic vor dem WM-Halbfinale zwischen Kroatien und England ganz besondere Geschenke erhalten.

Im Vorfeld der Partie überreichte Grabar-Kitarovic am Mittwoch beim NATO-Gipfel in Brüssel sowohl Trump als auch May je ein Trikot der kroatischen Nationalmannschaft. Ein Foto von sich und May postete Grabar-Kitarovic bei Twitter.

Während Trump das Leibchen des Hoffenheimers Andrej Kramaric bekam, gab es für May, die wegen des angespannten Verhältnisses mit Russland nicht zur WM ins Riesenreich reist, ein Trikot von Spielmacher Luka Modric mit der Rückennummer zehn.

Grabar-Kitarovic hatte schon am vergangenen Samstag in Sotschi gemeinsam mit der kroatischen Mannschaft nach dem Sieg gegen Gastgeber Russland den ersten Halbfinal-Einzug seit dem dritten Platz bei der WM 1998 in Frankreich gefeiert.

+++ 18.14 Uhr: FIFA verklagt Piraten-Sender +++

Der Fußball-Weltverband FIFA wird Klage gegen den Piratensender BeautQ in Saudi-Arabien anstrengen. Der Sender strahlt die Partien weiterhin live aus, ohne Rechte an den WM-Spielen in Russland zu besitzen.

Außerdem wurden FIFA-TV-Partner aufgefordert, ebenfalls juristisch gegen das Unternehmen vorzugehen, um ihre Lizenzrechte zu schützen.

Gleich zum WM-Auftakt war BeautQ auffällig geworden, weil der Sender das Eröffnungsspiel zwischen Russland und Saudi-Arabien (5:0) ohne Erlaubnis im Mittleren Osten und in Nordafrika ausgestrahlt hatte.

+++ 17.53 Uhr: Mbappe will mit WM-Pokal ins Bett +++

Mit seinen bisherigen Leistungen in Russland ist Kylian Mbappe einer der Spieler des Turniers und hat damit auch Chancen auf den Titel des Weltfußballers. Doch der 19-Jährige hat gerade ganz andere Ziele. "Es könnte mich nichts weniger interessieren als das. Der Ballon d'or ist mir egal", äußerte sich das Megatalent gegenüber TF1 und weiter: "Ich will den WM-Pokal, ich möchte ihn mit ins Bett nehmen!" 

"Es ist alles unglaublich. Ein Lebenstraum. Ich habe keine Worte dafür", schwärmte Mbappe über den Turnierverlauf. "Auch in meinen schönsten Träumen, hätte ich mir das nicht vorstellen können", so der Angreifer, dem bisher drei Tore in sechs Einsätzen gelangen. 

Doch vom Träumen ist Mbappe gerade weit entfernt - sein Fokus gilt der Realität: "Es fehlt noch ein Schritt. Ich werde im Finale alles geben. Wir werden auf dem Platz unser Leben lassen, um es zu schaffen."

+++ 17.42 Uhr: Timberlake streicht für England Vorbands +++

Der amerikanische Sänger Justin Timberlake hat kurzfristig auf den Einzug von England ins WM-Halbfinale in Russland reagiert. Timberlake will am Mittwochabend um 21.00 Uhr Ortszeit seine Show in der Londoner O2-Arena beginnen.

Weil um 19.00 Uhr englischer Zeit das Spiel zwischen Kroatien und England in Moskau angepfiffen wird, strich der 37 Jahre alte Entertainer kurzerhand seine Vorbands. Stattdessen wird die Halle um 18.30 Uhr geöffnet, die Besucher des Konzerts können das Halbfinale dann auf den großen Videoleinwänden der Arena verfolgen.

Via Twitter kündigte Timberlake an, das Spiel gemeinsam mit den Konzertbesuchern anschauen zu wollen - mit dem Zusatz: "Und wisst ihr was? It's coming home".

Auch auf dem Konzert von Beyonce und Jay-Z am Sonntag in Paris wird das WM-Finale (ab 17 Uhr im LIVETICKER) gezeigt, nachdem Frankreich sich im Halbfinale gegen Belgien (1:0) durchsetzen konnte. 

+++ 17.33 Uhr: Brüsseler U-Bahn muss Frankreich-Song spielen +++

Weil der belgische Verkehsbetrieb STIB gegen sein französisches Pendant RATP eine Wette verlor, müssen die enttäuschten Belgien-Fans nach der Niederlage im WM-Halbfinale am Dienstag gegen Frankreich (0:1) noch mehr Frust einstecken.

Denn am Mittwoch löste der STIB seine Wettschulden ein: Am Morgen mussten die Fahrgäste den Song "Tous Ensemble" von der französischen Pop-Legende Johnny Hallyday über sich ergehen lassen. 

In der Hauptverkehrszeit ertönte zweimal der Refrain mit dem Text "Wir sind Sieger, wir sind alle zusammen, auf geht es, Les Bleus" durch das gesamte Metro-Netz in der Hauptstadt Brüssel.

Beide Verkehrsbetriebe hatten gewettet, dass ihr Nationalteam im Halbfinale der Weltmeisterschaft gewinnen und ins Endspiel am Sonntag einziehen würde. Durch das Siegtor von Samuel Umtiti in der 51. Minute gewannen die Franzosen die Wette. Die RATP hätte bei einer Niederlage die Haltestelle Saint-Lazare für einen Tag in 'Saint-Hazard' umbenennen müssen.

+++ 17.07 Uhr: Falsche Socken: FIFA-Strafe für Granqvist +++

Weil Andreas Granqvist im WM-Viertelfinale gegen England (0:2) die falschen Socken trug, lässt die FIFA den Schweden-Kapitän ordentlich blechen: 55.000 Euro kostet den 33-Jährigen das Tragen von langen Socken mit einem nicht genehmigten Logo.

Auch seine Gegenüber strafte die FIFA ab: Der englische Fußballverband erhielt vor dem WM-Halbfinale am Mittwoch gegen Kroatien (ab 20 Uhr im LIVETICKER) eine Strafe von 70.000 Schweizer Franken (gut 60.000 Euro), weil mehrere Spieler sich des gleichen Vergehens wie Granqvist verschuldeten. 

Damit nicht genug: Ebenfalls wurde Uruguay, wieder für das Socken-Vergehen, vom Weltfußballverband bestraft. Weil sich aber nur ein Spieler den Fehltritt erlaubte, kostet es den Uru-Verband AUF "nur" 50.000 Franken (knapp 43.000 Euro). In diese Summe ist allerdings auch ein Bußgeld für die verspätete Ankunft der Uruguayer vor dem WM-Viertelfinale gegen Frankreich (0:2) eingerechnet.

+++ 16.36 Uhr: WM-Wahnsinn: Wieder ein neuer England-Hit +++

Ganz England befindet sich offensichtlich im Ausnahmezustand – seit dem ersten WM-Halbfinale seit 1990 kennt die Kreativität der Fans keine Grenzen mehr.

Nun wurde der Hit "Whole Again" von Atomic Kitten umgedichtet. Stattdessen singt der Anhänger der Three Lions von "Football is coming home again" und blickt auf das bisherige Turnier sowie das Halbfinale gegen Kroatien.

"Southgate, you're the one, you still turn me on" - nun denn!

+++ 14.18 Uhr: Schirkow tritt von Sbornaja zurück +++

Juri Schirkow (34) nimmt Abschied von der Sbornaja. "Es reicht nicht mehr, um auf diesem Niveau zu spielen", sagte der Mittelfeldspieler von Zenit St. Petersburg der Zeitung Sport-Express (Mittwoch-Ausgabe).

Der WM-Gastgeber war im Viertelfinale im Elfmeterschießen an Kroatien gescheitert. Schirkow bestritt 87 Länderspiele für sein Heimatland. Ebenfalls ihren Rücktritt aus der russischen Auswahl angekündigt hatten Sergej Ignaschewitsch und Alexander Samedow.

+++ 14.02 Uhr: Matthäus verteidigt Putin-Treffen +++

Lothar Matthäus hat Kritik an seinem Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zurückgewiesen. "Es ging nicht um Politik, sondern um die WM und wie der Fußball in Russland sich weiterentwickeln kann", sagte Matthäus dem SID in Moskau.

Es sei nicht Putins WM, sondern eine russische, ergänzte der 150-malige Nationalspieler. Putin habe sich "sehr interessiert gezeigt und zugehört, was wir ihm mitgegeben haben", sagte Matthäus, "zum Beispiel, dass man die schönen Stadien weiter nutzen und in den Nachwuchs und gute Trainer investieren muss".

Matthäus und die ehemaligen WM-Stars Diego Forlan (Uruguay) und Peter Schmeichel (Dänemark) waren am vergangenen Freitag einer Einladung in den Kreml gefolgt. Mit Blick auf seine fünfte Ehefrau Anastasia Klimko, einer Russin, sagte Matthäus danach, er sei ein "halber Russe" und er fühle sich in Moskau "zu Hause". Auch für den herzlichen Handschlag mit Putin wurde Matthäus danach kritisiert.

Das überschwängliche Lob für die Gastgeber wiederholte er am Mittwoch: "Ich bin begeistert von der WM. Es war eine WM, die Menschen zusammengeführt hat. Außer dem Sport ist das für mich das Wichtigste, das eine Weltmeisterschaft erfüllen sollte. Russland hat das sehr gut gemacht. Es herrschten Ruhe und Freundlichkeit, das nimmt man als Gast gerne mit nach Hause."

Lothar Matthäus (links) wurde als eine von mehreren FIFA-Legenden von Wladimir Putin (Mitte) im Kreml empfangen
(L/R): former German footballer Lothar Matthaus, FIFA President Gianni Infantino, Russian President Vladimir Putin, first Vice President of the Russian Football Union Nikita Simonyan and Mexican footballer Jorge Campos Navarrete pose during a meeting with world football legends at The Kremlin in Moscow on July 6, 2018, during the 2018 Russia World Cup tournament. (Photo by Alexei Druzhinin / Sputnik / AFP) (Photo credit should read ALEXEI DRUZHININ/AFP/Getty Images) © Getty Images

+++ 13.50 Uhr: Mertesacker verteidigt Özil +++

Per Mertesacker hat nach dem WM-Desaster der deutschen Nationalmannschaft bei der WM-Endrunde in Russland den Umgang mit Starspieler Mesut Özil kritisiert. "Alles an seiner Person festzumachen, ist falsch", sagte der Ex-Hannoveraner und Bremer dem Radiosender NDR 2.

Mertesacker weiter: "Ich glaube, es ist ganz gut, dass er jetzt im Urlaub ist, dass er mal zurückblicken kann. Ich denke, da ist er auch schon sehr selbstkritisch mit sich und kann das gut einschätzen." 

Der ehemalige England-Legionär war beim SV Werder und dem FC Arsenal Teamkollege von Özil. Er hat sich als Gesprächspartner angeboten: "Er weiß, dass er mich jederzeit anrufen und auf mich zählen kann. Wir haben so lange zusammengespielt und so viele tolle Sachen erlebt." 

Dass Bundestrainer Joachim Löw im Amt bleibt, hält der einstige Innenverteidiger, der seine Karriere bei den Gunners beendet hat, für richtig. "Ich finde es super, dass er bleibt und weiß, was er für Qualitäten hat, wie er sich auch entwickelt hat in den vergangenen Jahren. Trotzdem muss sich jeder immer wieder neu erfinden", betonte er. 

+++ 13.11 Uhr: Hazard und Courtois ätzen gegen Frankreich +++

Nach der Niederlage gegen Frankreich ärgerte sich Belgiens Thibaut Courtois über die Spielweise der Grand Nation. "Sie spielen nur Anti-Fußball", wütete der Nationaltorwart und weiter: "Da wäre ich lieber gegen Brasilien rausgeflogen. Die wollten wenigstens Fußball spielen."

Auch Kapitän Eden Hazard trat nach: "Wir hätten mehr verdient. Aber ich verliere lieber mit Belgien, als wie dieses Frankreich zu gewinnen."

+++ 12.12 Uhr: Eigenwilliger Rat für England von Gascoigne +++

Das englische Enfant terrible Paul Gascoigne hat der englischen Fußball-Nationalmannschaft einen eigenwilligen Vorschlag für das Halbfinale am Mittwochabend gegen Kroatien mit auf den Weg gegeben.

"Spielt wie die Zehnjährigen", sagte "Gazza" dem Daily Mirror, "keine Angst, genießt das Spiel, du wirst vielleicht niemals mehr eine solche Chance bekommen." Der exzentrische einstige Mittelfeldstar, der 1990 im WM-Halbfinale und 1996 im EM-Halbfinale jeweils gegen Deutschland gestanden hatte, meint weiter: "Spielt so, wie ich es getan habe. Kickt für die Zuschauer, für die Fans."

Zahlreiche Alkohol-Exzesse haben Gascoigne gesundheitlich schwer geschadet, wiederholt hatte er im Vollrausch besorgniserregende Aussetzer. Die Niederlagen gegen Deutschland im Elfmeterschießen haben ihn tief getroffen, gleichzeitig vermisst er aber seine aktive Zeit: "Das war die beste Zeit, wenn ich mir Fotos von damals anschauen, bringt mich das zum Weinen."

Dienstag, 10. Juli:

+++ 13.01 Uhr: Klinsmann: England wie DFB-Elf 2006 +++

Ex-Bundestrainer Jürgen Klinsmann sieht bei England gewisse Parallelen zu seinem deutschen Team beim Sommermärchen 2006. "Ich sehe definitiv Ähnlichkeiten, auch in der Verbindung, die sie zur Öffentlichkeit hergestellt haben", schrieb der 53-Jährige in einer Kolumne für die BBC über den WM-Halbfinalisten, der am Mittwoch gegen Kroatien (ab 20 Uhr im LIVETICKER) um den Einzug ins Endspiel kämpft.

Die Leistungen der Three Lions in Russland könnten nach Klinsmanns Ansicht ebenso wie jene damals in Deutschland eine neue Ära begründen. "Es kommt eine Welle junger, englischer Spieler, die U17 ist Europameister, die U20 hat letztes Jahr die WM gewonnen. Das System steht, um immer mehr Spieler durch die Pipeline zu bringen", urteilte Klinsmann.
  
Der WM-Titel könnte einen "unbeschreiblichen Effekt" haben und "fast einen Neustart" für das gesamte Land bedeuten. Er meine dies nicht politisch, aber es könnte einigen Stolz wiederbringen, so der frühere Tottenham-Profi Klinsmann. Exakt dies sei 2014 in Deutschland passiert, "und ich würde das Gleiche liebend gerne auch in England sehen wollen".

+++ 12.01 Uhr: Wenger kritisiert Özil +++

Arsenals Ex-Trainer Arsene Wenger war von der Leistung seines Ex-Schützlings Mesut Özil bei der Weltmeisterschaft in Russland enttäuscht.

Der Franzose sagte in einem Interview mit BelN Sports, Özil habe "mit angezogener Handbremse gespielt. Das war nicht der Mesut, den ich kenne, der Spiele entscheiden kann".

Wenger glaubt, die Erdogan-Affäre vor der WM habe den deutschen Nationalspieler mit türkischen Wurzeln zu sehr abgelenkt und geschadet: "Özil ist ein Typ, der Unterstützung braucht und keine Streitigkeiten. Der 29-Jährige Özil war 2013 vom spanischen Rekordmeister Real Madrid nach England zu Arsenal gewechselt, wo er bis zum Abschied von Wenger zusammenarbeitete.

+++ 11.09 Uhr: Gerettete Kinder reisen nicht zum WM-Finale +++

Die geretteten Kinder der mehr als zwei Wochen in einer Höhle in Thailand gefangenen Jugend-Fußballmannschaft werden wie erwartet nicht zum Finale der Fußball-WM nach Russland fliegen.

Gianni Infantino, Präsident des Weltverbandes FIFA, hatte die Kinder aus Thailand am vergangenen Freitag offiziell eingeladen.

"Sie können nicht zum Finale am 15. Juli nach Moskau fliegen, sie müssen noch eine Weile hier bleiben", sagte ein Verantwortlicher des thailändischen Gesundheitsministeriums am Montag auf einer Pressekonferenz in Chiang Rai. Zu diesem Zeitpunkt lief die Rettungsaktion der restlichen vier Kinder und ihres Trainers. "Wahrscheinlich werden sie das Spiel vor dem Fernseher verfolgen", sagte Thongchai Lertwilairatanapong weiter.

Bei der Einladung handelte es sich wohl mehr um eine PR-Aktion der FIFA, denn an eine so frühe Rettung der zwölf Kinder zwischen elf und 16 Jahren sowie ihres Trainers war wegen anhaltender Regenfälle und des weiter steigenden Wasserspiegels in der kilometerlangen Tham-Luang-Höhle zu diesem Zeitpunkt nicht ernsthaft zu denken.

Die acht geborgenen Kinder befinden sich derzeit zu Untersuchungen im Krankenhaus, nicht einmal ihre Eltern haben wegen Infektionsgefahr direkten Kontakt zu ihnen.

+++ 10.58 Uhr: England mit kuriosem Training +++

Die "Three Lions" haben am Dienstag ihr Training in Bestbesetzung absolviert. Am Vormittag stand noch eine letzte Trainingseinheit im WM-Quartier an, bevor es nach Moskau geht, wo am Mittwoch das Halbfinale gegen Kroatien (20 Uhr im LIVETICKER) wartet.

In dieser Trainingseinheit kam auch ein Gummi-Huhn zum Einsatz, dass die Spieler sich gegenseitig zuwarfen - eine kuriose Vorbereitung auf ein WM-Halbfinale.

Harry Kane und Phil Jones werfen sich im Training ein Gummi-Huhn zu
Harry Kane und Phil Jones werfen sich im Training ein Gummi-Huhn zu © Getty Images

+++ 10.27 Uhr: Ex-Nationalspieler Petric glaubt an Kroatien +++

Ex-Nationalspieler Mladen Petric (37) glaubt fest an eine realistische Titelchance Kroatiens bei der Fußball-WM.

"Für mich ist der Zeitpunkt jetzt da – sie können es wirklich schaffen", sagte der langjährige Bundesliga-Star der Hamburger Morgenpost. Kroatien trifft im Halbfinale am Mittwoch in Moskau auf England (20 Uhr im LIVETICKER)

"Es könnte ein Problem sein, dass wir zuletzt zweimal 120 Minuten spielen mussten", sagte Petric: "Aber wenn das Team jetzt nicht bereit ist, dann wird es nie bereit sein! Es ist die letzte Chance für die goldene Generation um Modric oder Rakitic einen Titel zu holen. Beide spielen ein super Turnier." 

Mit einer derart starken Weltmeisterschaft seines Heimatlandes hatte Petric, der in zwölf Jahren 45 Länderspiele für Kroatien bestritt, nicht gerechnet. Doch Trainer Zlatko Dalic habe das Ruder herumgerissen. "Die Vorbereitung lief nicht so gut, darunter hat auch die Stimmung in der Mannschaft gelitten. Aber offenbar haben wir einen Trainer, der es irgendwie geschafft hat, dass alle an einem Strang ziehen", sagte Petric.

+++ 9.04 Uhr: Kroatien wirft Co-Trainer raus +++

Der kroatische Fußballverband HNS hat seinen Co-Trainer Ognjen Vukojevic nach Kontroversen um provokante Äußerungen in Richtung Russland nach Hause geschickt

Nach dem Sieg im WM-Viertelfinale gegen Gastgeber Russland (4:3 i.E.) hatte er am vergangenen Samstag gemeinsam mit Verteidiger Domagoj Vida in einer Videobotschaft den Erfolg der Ukraine gewidmet. Vukojevic rief dabei "Das ist ein Sieg für Dynamo und die Ukraine". Er und Vida hatten früher beide für Dynamo Kiew gespielt.

+++ 8.50 Uhr: Rooney - "Wir glauben an den Cup" +++

Der ehemalige Manchester-United-Star und England-Kapitän Wayne Rooney glaubt an den Weltmeister-Titel seiner Three Lions in Russland. Das sagte der Neuzugang des MLS-Klubs Washington D.C. United.

"Ich wünsche den Spielern und Gareth alles Glück der Erde, sie machen uns alle stolz. Es wäre toll, wenn sie am Ende den Cup nach Hause bringen. Wir glauben daran", erklärte der begeisterte 32-Jährige, der für England 53 Tore in 119 Länderspielen schoss und damit Rekordtorschütze ist.

Dabei lobte er die Arbeit der Mannschaft und des Trainers Gareth Southgate: "Sie machen das fantastisch, hoffentlich gewinnen wir. Es ist großartig. Die Atmosphäre in der Heimat ist einmalig."

Die Engländer spielen nach ihrem 2:0-Sieg gegen Schweden am Mittwoch (ab 20 Uhr im LIVETICKER) im WM-Halbfinale gegen Kroatien

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