Bayern kommen nicht in die Gänge: „Desolat“ und „peinlich“
"Peinlicher Ansatz" - Bayern-Star redet sich in Rage
Drei Heimspiele, drei Niederlagen. Der FC Bayern ist noch nicht in der neuen Saison der EuroLeague angekommen und gibt sich selbstkritisch.
Für Anton Gavel war die Rechnung ganz einfach. „Wir haben in der ersten Hälfte 63 Punkte erlaubt und insgesamt 107, damit gewinnst du zu Hause kein Spiel“, sagte der Trainer des FC Bayern voller Enttäuschung nach dem nächsten Tiefschlag in der EuroLeague. Gegen Dubai Basketball setzte es im SAP Garden die dritte Pleite im dritten Heimspiel, wieder nach verschlafenem Start. Früh in der Saison läuft der Vizemeister den eigenen Ansprüchen hinterher.
Schönzureden gab es nichts – das wollte auch niemand. „Ein peinlicher Ansatz. So wollten wir nicht aussehen“, sagte Vladimir Lucic zum 91:107 bei MagentaTV, der Kapitän war ernüchtert – vor allem wegen des Auftritts in der ersten Hälfte (36:63). „Wenn man so viele Punkte gegen ein Team mit so viel Talent und Qualität erlaubt, dann ist es egal, was wir in der zweiten Halbzeit machen.“
Nur eine positive Bayern-Nachricht bleibt
Sieben Spiele, zwei Siege. Das reicht in der europäischen Königsklasse nur zu Platz 17 unter 20 Klubs. Dabei sind die Playoffs das erklärte Ziel, wie jedes Jahr. Dafür muss mindestens Rang zehn her. Die gute Nachricht für die Bayern: 31 Hauptrundenspiele stehen aus, die Saison ist noch jung. Viel mehr Positives gibt es derzeit allerdings nicht zu sagen.
Treten die in der Bundesliga ungeschlagenen Bayern weiter auf wie am Donnerstag, bleibt der Sprung in die K.o.-Runde nur Wunschdenken – zuletzt gelang er 2024/25. Gavel weiß das und will arbeiten, auch an sich selbst. „Ich muss einen besseren Job machen, die Spieler vorzubereiten. Denn das ist nicht das erste Mal, dass uns das passiert ist, uns so ein Loch zu graben“, sagte der neue Chefcoach.
Defensiv sei seine Mannschaft in der ersten Halbzeit „nicht existent“, einfach „desolat“ gewesen. „So kann man sich auch vor dem eigenen Publikum nicht präsentieren. Das geht auf meine Kappe.“
Zuletzt waren die Münchner bereits bei Besiktas Istanbul schwach gestartet und hatten sich zwischenzeitlich einen 28-Punkte-Rückstand eingehandelt. Die Aufholjagd war letztlich erfolglos (87:95). Ein Lerneffekt hat bislang nicht eingesetzt, die Spiele gehen zu früh verloren. Gegner mit Größen wie Davis Bertans oder Center Mfiondu Kabengele (24 Punkte) sind nach schwachen Phasen meist nicht mehr einzuholen.
Bayern-Kapitän fordert die „Energie der Fans“ ein
„Wir müssen zurückschlagen und deutlich besser werden“, betonte Lucic. Doch der Serbe, bereits seit 2016 bei den Bayern, wünscht sich dazu mehr Unterstützung von den Rängen. „Wir brauchen auch die Energie der Fans. Das soll keine Ausrede sein, es liegt zu 100 Prozent an uns, aber oft kommt der Jubel der Fans nur, wenn wir zurückkommen und die Energie liefern.“ 9154 Zuschauer sahen, wie den Gastgebern früh die Felle davon schwammen.
Einfacher wird es nicht. Am Sonntag trifft der FC Bayern in der BBL auf die Veolia Towers Hamburg, gegen die am vergangenen Wochenende ein Achtelfinalerfolg im Pokal gelungen war. Dann heißt es direkt wieder EuroLeague, am Dienstag kommt der FC Barcelona nach München, danach geht es zu Roter Stern Belgrad (beide 4:3) – mit Sicherheit keine Laufkundschaft.