Schon jetzt droht in Europa eine Bayern-Tristesse

Pure Spannung! Barcelona crasht ersten Bayern-Heimsieg
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Pure Spannung! Barcelona crasht ersten Bayern-Heimsieg

Die Basketballer des FC Bayern warten in der EuroLeague weiter auf den ersten Heimsieg. Jetzt braucht es schnell einen Umschwung, wenn die Saison in Europa nicht zur Frust-Spielzeit werden soll.

Die Enttäuschung war Bayern-Präsident Herbert Hainer ins Gesicht geschrieben. Als seine Bayern in der Crunchtime gegen den FC Barcelona gleich mehrfach die falsche Entscheidung trafen, sackte Hainer auf seinem Stuhl immer mehr zusammen.

Nach Spielende und der vierten EuroLeague-Heimniederlage im vierten Spiel stützte er sein Gesicht in die Hand und schaute bedient zu Boden. Bei einer Bilanz von 2:6 stehen die Bayern jetzt und bei nun vier folgenden schweren Auswärtsspielen droht schon früh in der Saison Tristesse.

Nachdenklich: Herbert Hainer am Rande des Spiels des FC Bayern Basketball
Nachdenklich: Herbert Hainer am Rande des Spiels des FC Bayern BasketballNachdenklich: Herbert Hainer am Rande des Spiels des FC Bayern Basketball© IMAGO/Eibner

„Wir hatten heute die Möglichkeit, uns das Spiel zu holen, haben es aber erneut nicht geschafft“, sagte der enttäuschte Cheftrainer Anton Gavel nach dem Spiel auf SPORT1-Nachfrage.

Vor der Saison hatten die Bayern sich, was die internationalen Ziele angeht nicht, ganz so weit aus dem Fenster gelehnt wie in den Vorjahren. Zumindest den Kampf um die Playoffs der EuroLeague hatte Präsident Hainer aber ausgerufen. Doch dieser Kampf könnte schon früh in der Saison verloren gehen.

EuroLeague: Verantwortliche des FC Bayern zeigen sich kämpferisch

Auch deshalb setzt in München erste Ernüchterung ein, auch wenn sich die sportlich Verantwortlichen weiter kämpferisch zeigen.

„Ich hätte nichts dagegen gehabt, wenn wir von Anfang an guten Basketball gespielt hätten und auch die Resultate gestimmt hätten. Es ist nun mal kein Wunschkonzert“, sagte Sportchef Thorsten Leibenath nach dem Spiel: „Jetzt müssen wir damit umgehen. Die Ergebnisse in der EuroLeague sind schon ein bisschen enttäuschend. Da hätten wir uns mehr versprochen.“

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Gavel erklärte: „Ich bin mir sicher, dass die Niederlage nicht so einfach an den Spieler und auch nicht an uns Trainern vorbeigeht. Das ist klar. Wir müssen jetzt dringend aus dieser Situation raus. Es ist jetzt an uns Coaches, die Köpfe der Spieler freizubekommen.“

Wenn das gelingt, glaubt Leibenath sogar noch an das Erreichen der europäischen Ziele: „Es ist durchaus nicht unmöglich, zum jetzigen Zeitpunkt aber auch durchaus vermessen, über die Playoffs zu reden, wenn man in der Tabelle ziemlich weit hinten liegt. Ich bin prinzipiell aber eher ein Freund davon, auf Prozesse zu schauen, weil ich der Meinung bin, dass gute Entwicklungen auch zu Erfolgen führen. Deswegen stimmt mich das Spiel heute positiv.“

Hoeneß-Sorge könnte wahr werden

Tatsächlich war das Spiel gegen ein starkes Barcelona definitiv ein Schritt nach vorne. Die Bayern agierten auf Augenhöhe und hätten das Spiel durchaus gewinnen können. Das begeisterte auch die Fans, die das Team über 40 Minuten euphorisch unterstützen.

Am Ende gingen die Zuschauer aber trotzdem enttäuscht nach Hause. Gelingt es dem Team die Leistungen in den kommenden Wochen nicht in Ergebnisse umzuwandeln, droht eine Sorge von Uli Hoeneß wahr zu werden.

Rund um die Geburtstagsfeier zum 80. Bestehen der Basketball-Abteilung warnte Hoeneß: „Es ist klar und das habe ich unseren Leuten auch gesagt: Die große Euphorie um die Halle wird jetzt irgendwann nachlassen, weil alle mal da waren. Jetzt werden sie nur wiederkommen, wenn toller Sport geboten wird. Das ist eine Verpflichtung an die Verantwortlichen. Wenn du im SAP-Garden immer 12.000 Leute haben willst, musst du Top-Leistungen bringen.“

Scharfe Hoeneß-Kritik: "Das ist nicht Bayern München!"
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Um diesen Umstand wissen auch die sportlich Verantwortlichen genau. „Leider konnten wir unsere Fans, die uns heute fantastisch unterstützt haben, nicht belohnen“, ärgerte sich Gavel auf SPORT1-Nachfrage: „Das es jetzt gerade zu Hause nicht klappt, ist umso ärgerlicher. Wir wollen Werbung für uns hier in München machen und den Zuschauern etwas bieten, aber das war bisher zumindest mit Blick auf Siege nicht der Fall.“

Leibenath ergänzte: „Die Fans unterstützen uns ganz beeindruckend. Das ist dann schon sehr, sehr schade, dass wir denen keinen Grund zum Feiern nach dem Spielende geben. Während des Spiels haben sie gefeiert und auch tolle Szenen gesehen. Die Mannschaft und die Fans hätten sich den ersten Heimsieg in der EuroLeague einfach verdient.“

Bayern droht europäischer Horror-Start

Bis zum nächsten EuroLeague-Heimspiel müssen die Bayern-Fans jetzt knapp drei Wochen warten. Bis dahin will das Team sportlich ordentlich Werbung machen, auch wenn es bei den vier Auswärtsspielen bei Roter Stern Belgrad, ASVEL Villeurbanne, Zalgiris Kaunas und Valencia Basket alles andere als einfach wird. Ein Horror-Start und eine Bilanz von 2:10 droht.

International läuft es für den Bayern Basketball noch nicht nach Plan
International läuft es für den Bayern Basketball noch nicht nach PlanInternational läuft es für den Bayern Basketball noch nicht nach Plan© IMAGO/Eibner

„Die vier Auswärtsspiele, die auf uns zukommen sind natürlich nicht einfach. Aber wir brauchen Siege, egal wo“, sagte Gavel auf SPORT1-Nachfrage: „Auswärts konnten wir ja immerhin schon zwei Siege holen. Wir brauchen jetzt Siege, auch um unser Selbstvertrauen zu stärken. Dann können wir hoffentlich eine Serie starten.“

Gut für die Münchener: Zumindest in der BBL läuft mit fünf souveränen Siegen alles nach Plan. Das freut auch Leibenath: „In der Bundesliga spielen wir gut und auch die Resultate stimmen. Jetzt müssen wir die ein oder andere Überraschung schaffen, gerne auch auswärts.“

Für den Sportchef zählt aktuell eher die Entwicklung und nicht nur die reinen Ergebnisse: „Vielleicht ist es wichtig, dass wir uns eben nicht zu sehr verkopfen und denken: Wir müssen unbedingt Siege holen. Aber wir müssen unserem Anspruch gerecht werden, gute Performances zu zeigen.“

Die Hauptziele der Bayern liegen in dieser Saison eh ganz speziell auf der Rückeroberung der beiden nationalen Titel. Doch auch dafür würde Selbstvertrauen aus euphorischen europäischen Nächten sicher nicht schaden. Auch, damit nicht schon früh in der Saison erste Tristesse einkehrt.